Die meisten Busse bleiben im Depot: Der Warnstreik hat auch im Saarland vielerorts den öffentlichen Nahverkehr fast zum Erliegen gebracht. Rund 1.000 Beschäftigte in Saarbrücken, Neunkirchen, Völklingen, Saarlouis und Merzig waren dazu aufgerufen, am Freitag bis zur letzten Schicht am Samstag die Arbeit niederzulegen. Wie hoch die Beteiligung war, stand zunächst nicht fest.
Fahrgäste und Pendler mussten deshalb starke Einschränkungen hinnehmen. Der Aufruf hatte sich an Beschäftigte der Saarbahn, der Neunkircher Verkehrsgesellschaft, der Kreisverkehrsbetriebe Saarlouis, der Völklinger Verkehrsbetriebe und der Verkehrsbetriebe Merzig-Wadern gerichtet. Die Saarbahn GmbH informierte auf ihrer Website, dass alle 40 Buslinien entfielen. Die Saarbahn-Linie S1 fahre hingegen.
Mit dem Warnstreik solle ein klares Signal an die Arbeitgeberseite gesendet werden, endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen, sagte Janosch Fegert, Gewerkschaftssekretär der Fachgruppe Busse und Bahnen bei Verdi.
Der Kommunale Arbeitgeberverband Saar (KAV Saar) nannte die Forderungen der Gewerkschaft unter anderem nach 10,6 Prozent Lohnerhöhung oder mindestens 335 Euro "völlig unrealistisch". Dies sei mit den aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen nicht vereinbar.
Arbeitgeber: "Warnstreiks unnötig"
"Zweitägige Warnstreiks zu diesem Zeitpunkt sind unnötig und treffen vor allem Fahrgäste, Schülerinnen und Schüler sowie Berufspendler", sagte die Vorsitzende des KAV Saar und Bürgermeisterin der Gemeinde Überherrn, Anne Yliniva-Hoffmann. Bei der bisher letzten Verhandlungsrunde im Saarland habe die Arbeitgeberseite ein umfassendes Eckpunktepapier mit einem Verständigungskonzept für die Tarifrunde vorgelegt. Darauf gebe es bislang keine inhaltliche Reaktion der Gewerkschaft. Verdi selbst war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.
In dem Tarifstreit hat es bisher zwei Verhandlungsrunden zwischen der Gewerkschaftsseite und dem Kommunalen Arbeitgeberverband Saar gegeben. Am Montag (2.3.) soll weiterverhandelt werden.