Für Bahnfahrer ist es ein großes Ärgernis: Immer wieder kommt es auf Strecken in Rheinland-Pfalz zu Einschränkungen durch Straftaten wie etwa Kabelklau. Allein 2024 wurden im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizeidirektion Koblenz insgesamt 21 Fälle des Delikts "Buntmetalldiebstähle" registriert, wie die Behörde der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Die Statistik für 2025 sei zwar noch nicht abschließend freigegeben, allerdings sei bereits eine leichte Steigerung festzustellen.
"Für das laufende Jahr 2026 bewegt sich die Zahl der registrierten Delikte bislang im niedrigen zweistelligen Bereich", teilte ein Sprecher mit. Von der Bundespolizeidirektion Koblenz werden in entsprechenden Fällen Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Diebstahls eingeleitet. "In den überwiegenden Fällen kam es zur Entwendung von Kupfer, im Einzelfall wurde aber auch Eisen oder Stahl gestohlen."
Ermittlungen laufen
Die Deutsche Bahn teilte mit, für den Nahverkehr bedeuteten die Vorfälle oft Verspätungen. Für den Fernverkehr suche man Lösungen etwa durch Umleitungen. Erst Anfang Mai waren zwischen Haßloch und Neustadt an der Weinstraße Schäden an Erdkabeln festgestellt worden.
Die Strecke konnte nur eingeschränkt befahren werden. Zwischen Schifferstadt und Neustadt wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Die Fernzüge nach Paris wurden über Kehl umgeleitet. Die Bundespolizei leitete Ermittlungen wegen besonders schweren Diebstahls und Vandalismus ein.
Bahnchaos nach Diebstahl
Es betrifft auch andere Bundesländer: Erst im März beeinträchtigte Kabeldiebstahl in Sachsen-Anhalt den Zugverkehr zwischen Leipzig und Erfurt. Und im vergangenen Jahr verursachten Kabeldiebe im spanischen Bahnverkehr ein Chaos. Betroffen waren im beliebten Urlaubsland nach amtlichen Angaben 30 Fernverkehrszüge mit insgesamt 10.700 Passagieren vor allem auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Madrid und Andalusien sowie zum Teil auch zwischen Barcelona und der Region im Süden des Landes. Tausende Fahrgäste verbrachten die Nacht in stehenden Zügen.
Auch Autobesitzer können die Leidtragenden sein: Kriminelle stehlen Kabel von Ladesäulen und sabotieren die Anlagen.
Tierische Tunnelbauer
Manchmal ist jedoch nicht ein Mensch, sondern ein Tier ursächlich für Verzögerungen. So sorgten in der Vergangenheit Dachsschäden für Umleitungen, zum Beispiel auf der Strecke zwischen Winden und Landau. Dort brachten Fachkräfte nach Freilegung des Bahndamms Flüssigerde in die Hohlräume. Zuvor sei geprüft worden, dass die Tiere nicht mehr in den Bauten seien, teilte die Bahn mit.
Ein Tierökologe hatte demnach bestätigt, dass es sich um Dachsbauten handele. Im Anschluss stopfte eine Spezialmaschine den Schotter unter den Gleisen in eine stabile Lage. Um eine Rückkehr der Dachse zu vermeiden, arbeitet die Bahn nach eigenen Angaben weiter mit Forstexperten und Naturschutzbehörden zusammen.