Arbeitsmarkt Gastgewerbe
Mehr ausländische Arbeitskräfte im Gastgewerbe

Die Folgen der Corona-Pandemie wirken bis heute nach. (Archivbild) Foto: Hendrik Schmidt/dpa
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Die Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie haben Hotels, Gaststätten und Pensionen in Sachsen-Anhalt heftig getroffen. Viele Beschäftigte haben sich deswegen woanders Arbeit gesucht.

Nachdem viele Beschäftigte in der Corona-Pandemie dem Gastgewerbe in Sachsen-Anhalt den Rücken gekehrt haben, hat die Branche die Lücken verstärkt mit ausländischen Mitarbeitern gefüllt. Ihre Zahl sei um 74 Prozent gestiegen, informierte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit. Damals war das Gastgewerbe besonders stark von Schließungen betroffen. Viele Beschäftigte wechselten in andere Branchen. 

Dort würden sie häufig besser bezahlt und hätten familienfreundlichere Arbeitszeiten. Viele Fachkräfte seien deswegen nach der Pandemie nicht in die Branche zurückgekehrt, hieß es.

Im Juni 2019 arbeiteten 24.300 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Gastgewerbe in Sachsen-Anhalt. Mitte 2025 waren es noch 23.600. Auch ältere Beschäftigte seien stärker vertreten, hieß es. Ihre Zahl stieg demnach seit 2019 um 290 auf 5300 im vergangenen Jahr. Es gibt den Angaben zufolge zunehmend auch mehr Minijobber in der Branche. Mit einem Medianentgelt von 2.413 brutto im Monat gehöre das Gastgewerbe zu den Branchen mit niedrigerem Einkommen, hieß es.

Neue Ideen im Gastgewerbe gefragt

Im vergangenen Jahr wurden im Gastgewerbe in Sachsen-Anhalt gerade einmal 500 freie Stellen gemeldet - 2019 waren es noch durchschnittlich 900 Stellen. Den Arbeitsmarktexperten zufolge könnte das daran liegen, dass die Betriebe inzwischen mit kleinerem Personalbestand arbeiten, ihre Öffnungszeiten eingeschränkt haben sowie angesichts schwacher Konjunktur und steigender Kosten auf Neueinstellungen verzichten. 

"Um den Fachkräftebedarf zu sichern, wird das Gastgewerbe neue Wege gehen müssen", erklärte der Chef der Regionaldirektion, Markus Behrens. "Dazu gehören Qualifizierungen eigener Beschäftigter, moderne Arbeitszeitmodelle und angepasste Geschäftsmodelle. So kann der Personalbedarf besser gedeckt werden."

dpa

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