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Tourismus: Billigwohnen statt Billigfliegen

Für einen Euro bekommt man in der Regel nicht mal ein Frühstück. Aber demnächst vielleicht ein Hotelzimmer - weil es der Branche so schlecht geht. Der Vorschlag dürfte einschlagen.

Das deutsche Gastgewerbe befindet sich weiterhin auf einer Durststrecke. Auch im März mit Beginn des Frühlings sanken die Umsätze in Gaststätten, Hotels und Kantinen nominal um 7,2 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mit. Bei konstanten Preisen hätte es in der Dienstleistungsbranche sogar ein Minus von 8,1 Prozent gegeben. Das sorgt für Nervosität in der Branche. Arbeitslosigkeit, Sparkurs bei Firmen und die Verunsicherung der Kunden lasen nämlich keine schnelle Besserung erwarten.

Die Rache der Kunden

Seit der Euro-Bargeldeinführung im Januar 2002 hat es keinen Monat mehr gegeben, der besser als der Vorjahresmonat abgeschnitten hätte. Seit Oktober 2002 gehen die Umsätze drastisch nach unten. Gerade das Gastgewerbe nutzte die Euro-Umstellung für Preisaufschläge und kämpft seitdem mit dem 'Teuro'-Image.

Besonderes Problemfeld: Gaststätten

Im Gaststättengewerbe sanken die Umsätze im März ohne Preisaufschläge um 9,6 Prozent, nominal um 9,0 Prozent. Bei Hotels gingen die Umsätze um real 7,0 (nominal 5,4) Prozent zurück. Kantinen und Caterer, zu denen auch die Lieferanten der Fluggesellschaften zählen, kommen mit einem Minus von real 2,8 (nominal 2,3) Prozent vergleichsweise glimpflich davon. Im ersten Quartal setzten die Unternehmen des Gastgewerbes real 8,2 (nominal 7,1) Prozent weniger um.

Schnäppchenpreise ab einem Euro denkbar

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) hofft auf eine bessere Sommersaison, sollten die Deutschen aus Sicherheitsgründen ihren Urlaub im eigenen Land verbringen. Sicher ist er sich aber nicht. Vor allem große Hotelketten und Stadthotels hätten erhebliche Probleme, ihre Kapazitäten auszulasten, erklärte der DEHOGA-Präsident Ernst Fischer in der 'Stuttgarter Zeitung'. "Es wird in diesem Jahr noch erhebliche Umbrüche im Hotelmarkt geben. Einige Anbieter verlieren langsam die Nerven." Er könne sich gut vorstellen, dass Übernachtungspreise in Zeiten geringer Auslastung auf Preise bis hinunter zu einem Euro sinken könnten. "Wir werden in diesem Jahr noch die ersten One-Euro-Werbeanzeigen für Hotels sehen", so Fischer wörtlich. Gute Aussichten für Kunden also.