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Gastronomie "Niemand will das Restaurant Null sein": Wie sich die New Yorker gegen das Coronavirus wappnen

New York Gastronomie
Die Gastronomie in New York City leidet - so bereiten sich Gastronomen vor
© Getty Images
Das Coronavirus bereitet sich weltweit aus. Vor allem das Gastgewerbe leidet unter den wirtschaftlichen Auswirkungen. Wie sich die Restaurants in einer der größten Gastro-Stadt der Welt wappnen.

Brian Keyser, Besitzer des Cafés "Casellula Cheese & Wine" im New Yorker Stadtteil Hell's Kitchen geht jetzt immer mit Fieberthermometer zur Arbeit. Bevor seine Mitarbeiter ihre Schicht beginnen können, müssen sie Fieber messen. Nur dann erlaubt Keyser ihnen zu arbeiten. "Es ist vermutlich übertrieben, aber sicher ist sicher", sagt der Restaurant-Besitzer gegenüber dem New Yorker Food-Magazin "Grub Street". Wer Fieber hat oder andere besorgniserregenden Symptome, wird sofort nach Hause geschickt.

Die New Yorker sind vorsichtig: Mittlerweile sind über 200 Fälle bestätigt, die an Covid-19 erkrankt sind, die Pandemie ist auch in den USA zum Greifen nahe. Zehntausende Restaurants bereiten sich also auf den Ernstfall vor. Sie folgen dem Hygieneprotokoll wie Hände waschen, Einweglappen, um die Tische zu reinigen, Handschuhe für Köche. Die meisten Restaurants sind mittlerweile mit Handdesinfektionsspendern in den Toiletten ausgestattet. New York fährt seit jeher strenge Vorschriften, was Hygienemaßnahmen angeht - für viele ist es also business as usual. Trotzdem leiden die Restaurants unter Stornierungen, die Gäste bleiben fern. Am Donnerstag entschied der Governor von New York City, dass die Tische im Gastraum einen Mindestabstand haben müssen.  

"Die New Yorker sind belastbar"

Die Angst sitzt den Gastronomen im Nacken. Niemand möchte das Restaurant Null sein, dass seine Gäste wie auch Mitarbeiter in Gefahr bringt. Kleine Restaurants sorgen sich, was passiert, wenn Mitarbeiter erkranken. Keysers "Caselulla" hat beispielsweise nur einen Koch. Fällt der aus, gibt es niemanden mehr, der das Essen zubereiten kann.

Was hilft: Die meisten, die in der Gastronomie arbeiten, sind relativ jung und gesund. Das macht das Virus weniger gefährlich, aber es gibt andere Befürchtungen: Die Mehrheit der Angestellten im Gastgewerbe haben keine Krankenversicherung. Das bedeutet, dass die Forderung nach ärztlichen Attests hinfällig ist. Man kann nur darauf hoffen, dass Restaurantbesitzer als auch Arbeitnehmer verantwortungsvolle und kluge Entscheidungen treffen. Wer sich aber entscheidet zu Hause zu bleiben, dem gehen auch Einnahmen flöten. Viele in der Gastronomie sind auf Trinkgelder angewiesen. 

Gastronomen bereiten sich vor - und werden kreativ

Und Restaurants sind angewiesen auf eine florierende Wirtschaft. Wenn immer mehr Angestellte aus dem Home Office arbeiten und Theaterstücke und Konzerte ausfallen, leiden gleichzeitig die Restaurants darunter. Deshalb werden manche Gastronomen kreativ: Barbara Sybley beispielsweise überlegt, ob sie DIY-Cocktail-Sets anbieten soll. "Wenn die Menschen isoliert sind und wir Essen und Trost anbieten können - werden wir das tun." Außerdem wächst die Nachfrage nach Lieferdiensten. Am Ende sind die aber auch davon abhängig, ob die Restaurants geöffnet sind oder nicht.

In der Zwischenzeit gilt: Die Restaurants bereiten sich vor; was kommen wird, ist ungewiss. Wie sich deutsche Restaurants gegen die Coronakrise wappnen, können Sie hier lesen.

Quellen: "New York Times","Grub Street"


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