Immaterielles Kulturerbe
Kunstblume und Porzellanherstellung sollen Kulturerbe werden

Die Herstellung des Porzellans in Sachsen soll über die Ländergrenze hinaus zum Kulturerbe werden. (Archivbild) Foto: Robert Mic
Die Herstellung des Porzellans in Sachsen soll über die Ländergrenze hinaus zum Kulturerbe werden. (Archivbild) Foto
© Robert Michael/dpa
Sebnitzer Kunstblumen und die Herstellung von Porzellan sollen das Kulturerbe nicht nur in Sachsen bereichern. Warum auch Parkour und Fankultur am Sachsenring vorgeschlagen werden.

Sebnitzer Kunstblumen und die Porzellanherstellung in einer Manufaktur gehören zu den Kulturformen, die Sachsen für eine Aufnahme ins bundesweite immaterielle Kulturerbe vorschlägt. Auch die Fankultur am Sachsenring und der Parkoursport sollten laut Anträgen aus dem Freistaat in dieses bundesweite Verzeichnis aufgenommen werden, teilte Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) mit. 

Sebnitz habe eine fast 200-jährige Tradition in der Kunstblumenproduktion, die heute in der Schaumanufaktur Deutsche Kunstblume fortgeführt werde. Der Antrag zur Porzellanherstellung stamme von der Porzellan-Stiftung in Meißen. Er erinnert an das 1708 in Sachsen erfundene Hartporzellan – demzufolge das erste echte Porzellan in Europa. 

Der Sachsenring präge mit seinen Motorradrennen die Identität der Region um Hohenstein-Ernstthal und Oberlungwitz. Hinter der Bewerbung zu Parkour stünden ein Dresdner Verein und der Deutsche Parkourverband.

Kulturerbe-Listen sollen Aufmerksamkeit schaffen 

In die sächsische Landesliste des immateriellen Kulturerbes seien die vier Kulturformen bereits aufgenommen worden. Das Landesverzeichnis umfasse somit inzwischen 21 Einträge. Ein Eintrag in die Liste soll helfen, Aufmerksamkeit auf die Kulturtradition zu lenken.

Das bundesweite Verzeichnis umfasst derzeit 173 Einträge. Dazu gehören zum Beispiele die Techno-Kultur in Berlin, das Herrenschneiderhandwerk oder die Finsterwalder Sangestradition. Einen Bezug zu Sachsen haben unter anderem die Genossenschaftsidee, die Bräuche und Feste der Sorben, das Singen des Steigerliedes oder das Bergsteigen in Sachsen. 

Ein Expertengremium bei der deutschen Unesco-Kommission wird jetzt die neu eingereichten Vorschläge bewerten. Im Frühjahr 2027 soll dann die Kulturministerkonferenz entscheiden, welche Beiträge in das bundesweite Verzeichnis aufgenommen werden.

dpa