Nach dem Urteil gegen die deutsche non-binäre Person Maja T. in Ungarn haben in Sachsen hunderte Menschen protestiert. In Leipzig versammelten sich am Mittwochabend rund 500 Menschen auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz, wie die Polizei mitteilte. Die Kundgebung verlief nach Angaben der Polizei friedlich.
Auch in Dresden fand am Abend eine Demonstration statt. Am Carolaplatz wollten laut Stadtverwaltung rund 200 Menschen zusammenkommen. Eine genaue Teilnehmerzahl lag zunächst nicht vor.
Die Proteste richteten sich gegen das erstinstanzliche Urteil eines Budapester Gerichts, das Maja T. am Mittwoch zu acht Jahren Haft verurteilt hatte. Kritiker werfen Ungarns Justiz politische Einflussnahme vor. Zuvor hatte auch das Bundesverfassungsgericht die Auslieferung von Maja T. nach Ungarn als rechtswidrig eingestuft. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán hatte eine harte Bestrafung gefordert.
Das erstinstanzliche Urteil ist noch nicht rechtskräftig, dagegen kann noch berufen werden. Es stellt die Straftatbestände der versuchten lebensbedrohenden Körperverletzung sowie der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung fest. Die Strafe könne nicht zur Bewährung ausgesetzt werden, sagte der Richter. Die Staatsanwaltschaft hatte 24 Jahre Gefängnis verlangt, die Verteidigung einen Freispruch.