Eltern von Schul- und Kitakindern und Studierende an Hochschulen müssen sich in der kommenden Woche möglicherweise auf Warnstreiks an den Einrichtungen einstellen. Das stellte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Sachsen (GEW) vor Beginn der zweiten Runde in den Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst der Länder in Aussicht.
Die Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen und Hochschulen seien so herausfordernd wie nie, sagte Burkhard Naumann, Vorsitzender der GEW Sachsen. "Das Mindeste, was wir fordern, ist eine angemessene Lohnsteigerung für den öffentlichen Dienst der Länder."
Länder nennen Forderungen unbezahlbar
Am Donnerstag treffen in Potsdam die Spitzen der Gewerkschaften Verdi und des Beamtenbunds dbb mit den Arbeitgebern der Landesbeschäftigten zusammen. Mit dabei sind auch Vertreter der GEW.
Die Gewerkschaften fordern sieben Prozent mehr Gehalt für die Beschäftigten der Länder, mindestens aber 300 Euro. Praktikanten und Auszubildende sollen 200 Euro mehr monatlich erhalten. Für studentische Beschäftigungsverhältnisse an Hochschulen fordern die Gewerkschaften zudem die flächendeckende Einführung tariflicher Regelungen, einschließlich einer Mindestvertragslaufzeit und einer Mindestvergütung. Bislang gilt ein solcher Tarifvertrag nur in Berlin.
Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hatte die zentralen Lohnforderungen in der ersten Verhandlungsrunde im Dezember abgelehnt und unbezahlbar genannt.