Gedenkfeier
Rufe gegen Wolfram Weimer bei Buchenwald-Gedenken

Für Kulturstaatsminister Wolfram Weimer gab es in Buchenwald Gegenwind. Foto: Martin Schutt/dpa
Für Kulturstaatsminister Wolfram Weimer gab es in Buchenwald Gegenwind. Foto
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Schon im Vorfeld hatte es Kritik am Auftritt des Kulturstaatsministers beim Buchenwald-Gedenken gegeben. Auch vor Ort gab es Gegenwind. Das sagt Weimer selbst dazu.

Der zuvor umstrittene Auftritt von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) bei der Gedenkfeier zur Befreiung des KZ Buchenwald ist teils von lauten Rufen und Gesängen übertönt worden. Mehrere Menschen riefen linke Parolen wie "Alerta, Alerta, Antifascista". Außerdem sangen sie während seiner Rede das Buchenwald-Lied, das 1938 von Häftlingen geschrieben wurde. 

Eine Rednerin kritisierte Weimer auch direkt. "Wenn Buchhandlungen ohne weitere Erklärung diskreditiert werden, dann gerät etwas ins Wanken", sagte die Präsidentin des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos (IKBD), Lena Sarah Carlebach. Es seien subtile Verschiebungen, wenn Kultur unter Verdacht gerate. Hintergrund ist die Absage des Deutschen Buchhandlungspreises, nachdem Weimer zuvor drei linke Läden von der Preisträgerliste hatte streichen lassen. 

Vor dem Auftritt Weimars gab es Kritik. Zwei Buchenwald-Verbände hatten ihn aufgefordert, nicht persönlich zu erscheinen. Sie warfen ihm vor, er habe es an Verständnis für KZ-Überlebende missen lassen. Der Zentralrat der Juden und der israelische Botschafter Ron Prosor stellten sich hingegen ausdrücklich hinter Weimer. 

Weimer: War Tag der Würde

Angesprochen auf die Rufe sagte Weimer am Rande der Veranstaltung der Deutschen Presse-Agentur: "Es war ein Tag der Würde, und es ist ein Tag der Erinnerung an die Befreiung." Das habe im Vordergrund gestanden. Auf die Zwischenrufe wollte er auf Nachfrage nicht weiter eingehen.

dpa