Einige hundert Beschäftigte sind nach Gewerkschaftsangaben für bessere Arbeitsbedingungen an den Thüringer Hochschulen in Warnstreiks getreten. Arbeitsniederlegungen und Aktionen gab es laut der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Ilmenau, Jena, Weimar und Nordhausen. Am Hochschulstandort in Jena hätten rund 400 Teilnehmer für mehr Geld und sichere Arbeitsverhältnisse demonstriert, hieß es von der GEW. Sie forderten neben einer bedarfsgerechte Ausfinanzierung der Hochschulen unter anderem auch, Befristungen und prekärer Beschäftigung entgegenzutreten. Hintergrund ist der aktuelle Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst der Länder.
Laut dem aktuellen Hochschulreport des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) arbeiten 82 Prozent der wissenschaftlichen Mitarbeiter in befristeten Beschäftigungsverhältnissen. "In der Wissenschaft brauchen Beschäftigte Planungssicherheit und faire Löhne statt Kettenbefristungen", erklärte Renate Sternatz, stellvertretende Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen. Studentische Hilfskräfte verdienten prekäre Löhne und hangelten sich von Befristung zu Befristung.
Die zweite Tarifrunde im öffentlichen Dienst der Länder endete Mitte Januar ohne ein verbindliches Angebot der Arbeitgeber. Das treffe auch mehr als eine Million Arbeitnehmer an Hochschulen und rund 300.000 studentische Beschäftigte, denen die Tarifgemeinschaft deutscher Länder weiter einen Tarifvertrag verweigere, kritisierte die Bildungsgewerkschaft. Die GEW hatte deshalb zu einem bundesweiten Hochschulaktionstag aufgerufen.
Internetseite des Aktionstags