Manja Marz, Professorin an der Uni Jena, ist neue Amateur-Weltmeisterin im asiatischen Strategiespiel Go. Die 44-Jährige holte sich den Titel bei der Amateur-Weltmeisterschaft der Damen (Senko Cup World Amateur Women’s Go Championship) in Tokio. Das geht aus einem Bericht der European Go Federation hervor. Die Bioinformatik-Professorin Marz wurde bereits etliche Male deutsche Go-Meisterin.
"Für Männer gibt es mehrere Weltmeisterschaften, für Frauen nur diese", erklärte Marz der Deutschen Presse-Agentur. Die Meisterschaft sei gesplittet in Sektionen für Profis und für Amateurinnen. Dass sie als Nichtasiatin gewonnen habe, sei eine absolute Ausnahme.
Sushi als Belohnung und Go-Bretter für Blinde
Für ihren Sieg habe sie sich noch in Japan belohnt, sagte die 44-Jährige: "Ich war Sushi essen, das habe ich mir gegönnt", berichtete Marz. Das Preisgeld von 300.000 Yen (in etwa 1.640 Euro) will sie in spezielle Go-Bretter für Seheingeschränkte investieren und dafür auch gerne mit Blinden- und Sehbehinderten-Vereinen zusammenarbeiten.
"In Deutschland ist Go relativ unbekannt, in Asien ist es wie Fußball. Bekannte Spieler werden da schon einmal um Autogramme gebeten", berichtete die Amateur-Weltmeisterin.
Brettspiel mit langer Historie
Das Strategiespiel Go stammt aus dem antiken China, wo es schon vor mehr als 4000 Jahren gespielt wurde. Es gilt als eines der ältesten Brettspiele der Welt. Nach Angaben des Hebsacker-Verlags (Scheeßel) hatte es vor ungefähr 1300 Jahren seinen Weg von China nach Japan gefunden - und später dann in andere Länder.
Bei dem Spiel bewegen zwei Personen abwechselnd schwarze und weiße linsenförmige Steine auf einem linierten Brett. Die Steine werden auf die Schnittpunkte der Linien gesetzt. Es geht darum, möglichst viele Gebiete vom Gegner abzugrenzen.