Vor Parteitag im Juli
Höcke-Vertrauter will für AfD-Bundesvorstand kandidieren

Thüringens AfD-Co-Chef Stefan Möller will für den Bundesvorstand kandidieren Foto: Bodo Schackow/dpa
Thüringens AfD-Co-Chef Stefan Möller will für den Bundesvorstand kandidieren Foto
© Bodo Schackow/dpa

Debattieren Sie mit!

  • Mit stern-Account aktiv an allen Debatten teilnehmen und kommentieren.
Jetzt registrieren
Stefan Möller will ins AfD-Spitzengremium – und setzt auf einen anderen Umgang mit dem Verfassungsschutz. Der Jurist gilt als Vertrauter des Thüringer AfD-Landespartei- und Fraktionschefs Björn Höcke.

Thüringens AfD-Co-Chef Stefan Möller will als stellvertretender Bundessprecher seiner Partei kandidieren. „Klar will der Thüringer Landesverband weiterhin Einfluss nehmen – im Rahmen seiner Möglichkeiten – auf die Entwicklung des Bundesverbands“, sagte Möller der Deutschen Presse-Agentur am Rande eines Landesparteitages in Pfiffelbach.

Es habe dazu längerfristige Planungen gegeben. Es gebe aber auch persönliche Gründe für den Schritt. „Ich bin auch jemand, der immer mal eine neue Herausforderung braucht.“ Möller ist Jurist, seit 2014 neben Björn Höcke Landessprecher der Thüringer AfD und gilt als dessen Vertrauter.

Anderer Umgang mit dem Verfassungsschutz

Anfang Juli soll bei einem Bundesparteitag in Erfurt ein neuer Bundesvorstand gewählt werden. Bisher ist mit Stephan Brandner auch schon ein Thüringer AfD-Politiker stellvertretender Bundessprecher der Partei.

Auf die Frage, welche Akzente er im Bundesvorstand setzen wolle, sagte Möller, in Thüringen habe die AfD im Umgang mit dem Verfassungsschutz beispielsweise weniger auf einen juristisch fokussierten Ansatz gesetzt und stattdessen stärker auf Öffentlichkeitsarbeit.

Gegen Vorgaben in der Kommunikation

Er habe auch eine andere Auffassung als etwa der AfD-Bundestagsabgeordnete Maximilian Krah. „Ich glaube nicht, dass es möglich ist, durch das Einhalten irgendwelcher kommunikativer Vorgaben oder programmatischer Restriktionen die Verbotsbefürworter zu überzeugen, dass die AfD eigentlich doch demokratisch ist. Ich glaube, das geht nicht“, sagte Möller.

Die Thüringer AfD wird vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft und beobachtet. Anders als andere Landesverbände klagte die Thüringer AfD nicht direkt gegen die Einstufung, sondern nur gegen einzelne Passagen im Verfassungsschutzbericht. Möller hatte dazu im Jahr 2023 gesagt: „Sie können einen Enthauptungsschlag durchführen, wenn Sie den Gegner bekämpfen wollen, oder Sie filetieren ihn, Stück für Stück.“ Man habe sich für zweitere Variante entschieden.

dpa