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Retuschiertes Trauermarsch-Foto Und plötzlich waren die Männer weg


Ein irisches Satiremagazin hat sich der retuschierten Trauermarsch-Fotos angenommen. Und das Lachen gewinnt.
Von Sophie Albers "Greer" Ben Chamo

Die Verwunderung war groß über eine jüdisch-ultraorthodoxe Zeitung, die Kanzlerin Merkel aus der Männerreihe des Pariser Trauermarsches heraus-retuschiert hat. Das lag allerdings weniger an Merkel selbst oder daran, dass sie die Kanzlerin der Deutschen ist, sondern an der Tatsache, dass Frauenbildnisse im jüdisch-ultraorthodoxen Alltag verpönt sind. Ergo: In Blättern wie diesen wird jede Frau rausretuschiert. Immer.

Ein irisches Satiremagazin hat den Spieß umgedreht und "feministisch gephotoshoppt".

(Feministische Zeitung retuschiert männliche Staatshäupter der Welt aus dem Trauermarsch in Paris")

Neben Merkel wurden auch die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, und die Außenbeauftragte der Europäischen Union, Federica Mogherini, "entfernt".

Vor drei Jahren hatte die ultraorthodoxe Zeitung "Die Tzitung" bereits Hillary Clinton wegretuschiert, aus dem berühmten Foto aus dem "Situation Room" während der Ermordung Bin Ladens.

Dieses gar nicht lustige "Umschreiben" der Weltgeschichte bringt den ultraorthodoxen Redakteuren immer wieder Kritik auch aus eigenen Reihen ein: Unter anderem Rabbi Jason Mason von der "Jewsih Week" warf ihnen Täuschung vor. Und das widerspreche dem jüdischen Grundsatz der Wahrheit.


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