Koloniale Vergangenheit Als im Tierpark Hagenbeck Menschen ausgestellt wurden: "Das war Rassismus pur"

 Eine Fotopostkarte, um das Jahr 1900 entstanden, mit der Hagenbeck für die Völkerschauen geworben hat
 Eine Fotopostkarte, um das Jahr 1900 entstanden, mit der Hagenbeck für die Völkerschauen geworben hat
© akg-images/ / Picture Alliance
Der Urgroßvater des ehemaligen Fußball-Weltmeisters Christian Karembeu wurde vor 90 Jahren im Tierpark Hagenbeck als Kannibale ausgestellt. Nun verlangt Karembeu Aufklärung. Will sich der Hamburger Tierpark seiner Geschichte stellen?

Kurz vor seinem größten Triumph blieb Christian Karembeu still. Paris, Sommer 1998. Finale der Fußball-Weltmeisterschaft. Die französische Nationalhymne ertönte, oben auf den Rängen im Stadion schmetterten Zehntausende los, unten auf dem Platz sangen die Spieler. Nur einer nicht. Karembeu schwieg, weil er sprechen wollte.

Nach dem Spiel, als neuer Weltmeister, wartete Karembeu auf die Frage, die Nationalspielern, vor allem jenen mit Migrationsgeschichte, immer mal wieder gestellt wird, wenn sie vor einem wichtigen Spiel bei der Hymne nicht einstimmen: Warum haben Sie nicht mitgesungen?

Mehr zum Thema