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News des Tages: Zwölfjähriger nutzt Handy auf Kreuzfahrt - Rechnung von 12.000 Euro

Familie muss 12.000 Euro für Handy-Nutzung während Kreuzfahrt zahlen +++ VW muss in der Dieselaffäre eine Milliarde Bußgeld zahlen  +++ Weiterer Jungelefant im Tierpark Hagenbeck gestorben: Die News des Tages im stern-Ticker.

Reisende an Bord eines Kreuzfahrtschiffs

Reisende an Bord eines Kreuzfahrtschiffs (Symbolbild). Roaminggebühren wie im Fall der Berliner Familie bei einer Mini-Kreuzfahrt sind nach Angaben der Reederei ein seltener Extremfall.

DPA

Die wichtigsten Meldungen im Überblick:

  • Bußgeld von einer Milliarde Euro gegen VW (17.55 Uhr)
  • Bundestagsausschuss billigt Kampfdrohnen (17.41 Uhr)
  • Horrende Handy-Rechnung nach Kreuzfahrt (16.37 Uhr)
  • Weiterer Elefant im Tierpark Hagenbeck gestorben (15.14 Uhr)
  • Polizei entdeckt offenbar Rizin in Kölner Wohnung (14.16 Uhr)

Die Nachrichten des Tages: 

+++ 20.01 Uhr: Lynchjustiz: 50-Jähriger fast totgeprügelt +++

Nach einer Fernsehsendung über Pädophilie ist in Bremen ein 50-Jähriger in seiner Wohnung überfallen und lebensgefährlich verletzt worden. Die Täter seien der Ansicht gewesen, den Mann in dem TV-Beitrag erkannt zu haben, teilte die Polizei mit. "Sie meinten, im Beitrag die Anschrift des dargestellten Mannes identifiziert zu haben und suchten diese auf."

Der am Dienstagmittag Überfallene schwebe unterdessen nicht mehr in Lebensgefahr. Es werde wegen eines versuchten Tötungsdeliktes ermittelt. Nach derzeitigen Erkenntnissen werde nicht davon ausgegangen, dass in dem betroffenen Wohnhaus Menschen mit pädophiler Neigung wohnen, hieß es weiter. Die Polizei wies ausdrücklich darauf hin, dass niemand das Recht hat, die Justiz in die eigene Hand zu nehmen. "Keine Form und kein Anlass zur Selbstjustiz sind tolerierbar. Es ist die Aufgabe der Staatsanwaltschaft und der Polizei, Straftaten zu verfolgen." Wie viele Täter es waren, war noch unklar. Die Kriminalpolizei ruft
mögliche Zeugen auf, sich zu melden.

+++ 19.37 Uhr: Über 4000 Menschen müssen in Oberhausen wegen 1000-Kilo-Bombe evakuiert werden +++

Im Ruhrgebiet ist bei Bauarbeiten eine 1000-Kilo-Weltkriegsbombe gefunden worden. Vor der Entschärfung in Oberhausen sollten insgesamt mehr als 4000 Menschen im Ein-Kilometer-Umkreis in Oberhausen und dem angrenzenden Duisburg am Abend bis spätestens 21.30 Uhr ihre Wohnungen verlassen, teilte die Stadt Oberhausen mit. Die Entschärfung sei für 22.30 Uhr geplant, hieß es. Es wurden eine Notunterkunft in einer Schule, Shuttlebusse und Liegendtransporte für Bettlägerige bereitgestellt. Mehrere Buslinien würden umgeleitet. Die Autobahn 3 bei Oberhausen soll von 22 Uhr an bis zur Entschärfung gesperrt werden.

+++ 19.26 Uhr: Merkel und Seehofer beraten am Abend über Flüchtlingspolitik +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) haben sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Abend zu einem Treffen verabredet, um über das Streitthema Flüchtlingspolitik zu beraten. Zuvor hatte "Bild" darüber berichtet. Nach "Bild"-Informationen sollten an dem Gespräch auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und der hessische Regierungschef Volker Bouffier (CDU) teilnehmen.

Seehofer und Söder sind in der Frage von Zurückweisungen bestimmter Asylbewerber an den Grenzen auf Konfrontationskurs mit Merkel. Auch mit Blick auf die bayerische Landtagswahl im Oktober wollen sie eine Verschärfung der Migrationspolitik, eine Lage wie 2015 mit offenen Grenzen dürfe sich nicht wiederholen. Merkel setzt sich für eine europäische Lösung ein.

+++ 18.48 Uhr: Rap-Konzert im Pariser Bataclan könnte untersagt werden +++

In der Pariser Konzerthalle "Bataclan", wo vor zweieinhalb Jahren 90 Menschen bei einem islamistischen Terroranschlag starben, könnte ein Konzert des französischen Rappers Médine untersagt werden. Das machte Innenminister Gérard Collomb am Mittwoch in der Nationalversammlung deutlich - dies ist das Unterhaus des französischen Parlaments. Falls eine Störung der öffentlichen Ordnung drohe, sei ein Verbot möglich, sagte der Ressortchef. "Wir werden das bis Oktober sehen." Dann ist das Konzert geplant. Zuvor hatte der Chef der konservativen Republikaner, Laurent Wauquiez, ein Verbot gefordert.

+++ 17.55 Uhr: VW muss in der Dieselaffäre eine Milliarde Bußgeld zahlen +++

In der Dieselaffäre hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig ein Bußgeld über eine Milliarde Euro gegen Volkswagen verhängt. "Volkswagen akzeptiert das Bußgeld und bekennt sich damit zu seiner Verantwortung", teilte die Volkswagen AG am Mittwoch mit. Nach den Ergebnissen der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sei es zu "Aufsichtspflichtverletzungen in der Abteilung Aggregate-Entwicklung im Zusammenhang mit der Fahrzeugprüfung" gekommen, heißt es in der Mitteilung. Diese seien laut Staatsanwaltschaft "mitursächlich" dafür, dass von Mitte 2007 bis 2015 "insgesamt 10,7 Millionen Fahrzeuge mit dem Dieselmotor der Typen EA 288 (Gen3) in den USA und Kanada sowie EA 189 weltweit mit einer unzulässigen Softwarefunktion beworben, an Abnehmer veräußert und in den Verkehr gebracht wurden".

Die Geldbuße setzt sich laut Volkswagen aus dem gesetzlichen Höchstmaß einer Ahndung in Höhe von fünf Millionen Euro sowie einer Abschöpfung wirtschaftlicher Vorteile in Höhe von 995 Millionen Euro zusammen.

+++ 17.43 Uhr: Max-Planck-Präsident hält an Affenversuchen fest +++

Der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft hält nach mutmaßlicher Tierquälerei bei Affenversuchen in Tübingen weiter im Grundsatz an Experimenten mit solchen Tieren fest. "Wir finden Versuche an nicht menschlichen Primaten wichtig. Wir werden uns aus dieser Forschung nicht zurückziehen", sagte Martin Stratmann der Wochenzeitung "Die Zeit".

+++ 17.41 Uhr: Bundestagsausschuss gibt grünes Licht für Kampfdrohnen +++

Nach jahrelangem Streit beschafft die Bundeswehr Kampfdrohnen - allerdings ohne Bewaffnung. Der Haushaltsausschuss des Bundestags beschloss am Mittwoch die Anmietung israelischer Kampfdrohnen des Typs "Heron TP" für 895 Millionen Euro, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Damit erhält die Luftwaffe erstmals unbemannte Flugzeuge, die auch Waffen tragen können.

+++ 17.33 Uhr: Mord in Bremer Supermarkt: Zwölf Jahre Haft für 31-Jährigen +++

Nach tödlichen Schüssen in einem Bremer Supermarkt ist ein 31-Jähriger zu einer zwölfjährigen Freiheitsstrafe wegen Mordes verurteilt worden. Das Landgericht Bremen sah es am Mittwoch als erwiesen an, dass der Deutsche im November vergangenen Jahres einen 25-jährigen entfernten Verwandten mit einer Pistole erschossen hatte. Die beiden waren sich zufällig in dem Markt begegnet, die Tat wurde von Kameras aufgezeichnet. Täter und Opfer stammen aus verwandten Sinti-Familien. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

+++ 17.22 Uhr: Wieder Attacken unter Asylbewerbern in Cottbus +++

Binnen Stunden hat es in Cottbus gleich mehrere heftige Angriffe unter Asylbewerbern mit Verletzten gegeben. Wegen der Vielzahl der Auseinandersetzungen wurden am Dienstag alle verfügbaren Kräfte der Polizeidirektion Süd, der Bereitschaftspolizei und ein Polizeihubschrauber nach Cottbus beordert, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. 26 Tschetschenen seien in der Nacht in Polizeigewahrsam genommen worden.

+++ 16.55 Uhr: Bundesverwaltungsgericht bestätigt Wahlrecht für Minderjährige +++

Die Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre bei Kommunalwahlen ist nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts rechtens. Das herabgesetzte Wahlalter verstoße nicht gegen die Verfassung, entschied das Gericht in Leipzig. Bei Bundestagswahlen dürfen laut Grundgesetz zwar nur Volljährige mitentscheiden. Das sei aber nicht "maßstabsbildend" für andere Wahlen. Zudem habe der Landesgesetzgeber für die Festlegung der Altersgrenze bei Kommunalwahlen einen Gestaltungsspielraum. (Az.: BVerwG 10 C 8.17)

+++ 16.51 Uhr: Schlagzeuger Jon Hiseman gestorben +++

Der britische Jazz- und Rockschlagzeuger Jon Hiseman ist tot. Der 73-jährige Musiker sei an den Folgen einer Hirntumor-Operation gestorben, bestätigte ein Sprecher des Musikverlags Temple Music am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Der Autodidakt Hiseman spielte meist mit zwei Bass Drums und war bekannt für seine bis zu 15 Minuten langen Soli. Er gehörte Bands wie etwa John Mayalls Bluesbreakers und Tempest an. Große Erfolge feierte er aber vor allem mit Colosseum ("Valentyn Suite"); typisch für die Musik der Band war der Mix aus Jazz, Blues und Rock.

+++ 16.51 Uhr: Mann soll langjährige Partnerin auf offener Straße in Zittau erstochen haben +++

Ein 52-Jähriger soll im sächsischen Zittau seine langjährige Freundin auf offener Straße erstochen haben. Die 34-Jährige erlag ihren schweren Verletzungen im Krankenhaus, wie die Ermittler am Mittwoch in Görlitz mitteilten. Der Verdächtige wurde nach der Tat vom Dienstagabend festgenommen und sitzt nun wegen Verdachts des Totschlags in Untersuchungshaft. Hintergrund der Tat könnten Beziehungsprobleme gewesen sein.

Nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Polizei hatte sich die 34-Jährige am Tatabend in der Zittauer Innenstand mit ihrem langjährigen Partner getroffen, nachdem dieser um eine Aussprache gebeten hatte - die Beziehung der beiden war "am Ausklingen", wie die Ermittler berichteten. Bei dieser Aussprache soll der Mann seine Freundin dann mit dem Messer angegriffen haben. Die Polizei sucht nun Zeugen des Geschehens.

+++ 16.37 Uhr: Handy auf Kreuzfahrt genutzt - Rechnung von 12.000 Euro +++

Reisende an Bord eines Kreuzfahrtschiffs

Reisende an Bord eines Kreuzfahrtschiffs (Symbolbild). Roaminggebühren wie im Fall der Berliner Familie bei einer Mini-Kreuzfahrt sind nach Angaben der Reederei ein seltener Extremfall.

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12.000 Euro für ein paar Videos auf dem Handy - eine Mini-Kreuzfahrt ist für eine Berliner Familie zur Mega-Kostenfalle geworden. Wie NDR 1 Welle Nord am Mittwoch berichtet, nutzte der zwölfjährige Sohn der Familie auf der Fähre der Reederei Color Line von Kiel nach Oslo sein Handy, um sich Videos anzuschauen. Kurz nach dem Urlaub sei dann eine deftige Rechnung des Mobilfunkanbieters angekommen: 12.000 Euro für rund 470 Megabyte genutzte Daten.

Das Handy des Jungen habe sich offenbar in das über Satellit ausgestrahlte Mobilfunknetz "Telenor Maritime" eingewählt, sagt der Geschäftsführer der Reederei, Dirk Hundertmark der Deutschen Presse-Agentur. Wie auch in Flugzeugen fallen bei der Nutzung solcher Netze hohe Roaming-Gebühren an. Color Line versuche Passagiere vorab auf ihrer Internetseite über mögliche Kosten zu informieren. Es sei sehr selten, dass Passagiere sich unbemerkt in das Satellitennetz einwählten. Kunden würden per SMS von ihrem Anbieter über mögliche Kosten informiert.

+++ 15.41 Uhr: Löw zu Trainertrennung bei Spaniern: "Schon ein Hammer" +++

Mit Erstaunen hat Bundestrainer Joachim Löw auf die Trainertrennung beim früheren Welt- und Europameister Spanien reagiert. "Das kam für mich völlig unerwartet. Dass so eine Entscheidung zwei Tage vor dem ersten Spiel der Mannschaft getroffen wird, ist ein Hammer", sagte Löw am Mittwoch im WM-Quartier der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Watutinki.

Dies sorge "mit Sicherheit für unnötige Unruhe innerhalb des Verbandes und wohl auch der Mannschaft". Die Spanier hatten sich am Mittwoch zwei Tage vor dem ersten WM-Spiel gegen Portugal von Julen Lopetegui getrennt und Sportdirektor Fernando Hierro als Interimscoach berufen.

+++ 15.33 Uhr: Lourdes-Grotte wegen Hochwassers geschlossen +++

Die Wallfahrtsstätte im südwestfranzösischen Lourdes ist in einigen Bereichen wegen Hochwassers geschlossen worden. Die berühmte Grotte, Becken sowie die "Kapellen des Lichts" seien nicht zugänglich, teilte die Wallfahrtsstätte am Mittwoch mit.

+++ 15.25 Uhr: Flüchtlingsstreit zwischen Italien und Frankreich eskaliert +++

Der Streit zwischen Italien und Frankreich um das Flüchtlingsschiff "Aquarius" eskaliert: Nach scharfer Kritik des französischen Präsidenten Emmanuel Macron an der italienischen Weigerung zur Aufnahme von mehr als 600 Menschen drohte die Regierung in Rom, den Antrittsbesuch von Ministerpräsident Giuseppe Conte am Freitag in Paris abzusagen. Ein Treffen der Wirtschaftsminister beider Länder wurde abgesetzt. Zudem bestellte Italien die französische Vize-Botschafterin ein.

+++ 15.23 Uhr: Bundespolizei weist in Bayern viele Migranten an Grenze zurück +++

Während die Politik weiter über Zurückweisungen streitet, werden diese in Bayern längst im großen Stil praktiziert: Rund die Hälfte der Migranten, die an der bayerisch-österreichischen Grenze unerlaubt einreisen wollen, wird dort zurückgewiesen. Bis Mai dieses Jahres habe die Bundespolizei dort rund 4600 Menschen kontrolliert, die keine Berechtigung zur Einreise hatten, sagte am Mittwoch der Sprecher der Bundespolizeidirektion München, Matthias Knott. Davon seien fast 2450 Personen zurückgewiesen worden, das seien rund 53 Prozent.

"Wir nehmen das Instrument der Zurückweisung im Rahmen unserer rechtlichen Möglichkeiten wahr", sagte Knott. "Der ausschlaggebende Punkt bei der grenzpolizeilichen Kontrolle ist, ob die Voraussetzungen für die Einreise vorliegen." Wer ein Schutzersuchen vorbringe, werde an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) weitergeleitet. "Wir nehmen keine inhaltliche Prüfung vor", betonte Knott. Die meisten Zurückgewiesenen kamen aus Nigeria, Afghanistan, Serbien, Albanien und dem Irak.

+++ 15.14 Uhr: Weiterer Jungelefant im Tierpark Hagenbeck gestorben +++

Das Elefantenmädchen Anjuli im September 2015 zwei Monate nach seiner Geburt. Am Mittwochnachmittag starb der dreijährige Dickhäuter im Tierpark Hagenbeck.

Das Elefantenmädchen Anjuli im September 2015 zwei Monate nach seiner Geburt. Am Mittwochnachmittag starb der dreijährige Dickhäuter im Tierpark Hagenbeck.

DPA

Im Tierpark Hagenbeck ist innerhalb einer Woche der zweite Elefant gestorben. Das dreijährige Elefantenmädchen Anjuli sei am Mittwochnachmittag einer Krankheit erlegen, teilte der Hamburger Tierpark mit. Wie schon eine Woche zuvor der Elefantenbulle Kanja starb auch Anjuli ersten Erkenntnissen zufolge an den Folgen der Viruserkrankung Elefanten-Herpes EEHV 1. Wenn diese Form des Herpes bei Elefanten ausbricht, werden demnach innerhalb kürzester Zeit die inneren Organe derart vom Virus geschädigt, dass das Herz-Kreislaufsystem der Tiere zusammenbricht. Eine Gefahr für Menschen geht von dem Virus nicht aus.

+++ 14.50 Uhr: Bundesverwaltungsgericht prüft Wahlrecht ab 16 bei Kommunalwahlen +++

Das Wahlrecht ab 16 Jahren bei Kommunalwahlen steht vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig auf dem Prüfstand. Das Gericht befasste sich heute konkret mit dem Kommunalwahlrecht in Baden-Württemberg. Anlass sind die Klagen von Bürgern aus Heidelberg, die wegen der Absenkung des Mindestalters von 18 auf 16 Jahre bei baden-württembergischen Kommunalwahlen Einspruch gegen die Gültigkeit der Wahl im Jahr 2014 erhoben.

Die Kläger vertreten die Auffassung, dass das neu festgelegte Mindestalter gegen das Grundgesetz und die Landesverfassung verstoße. Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg wies die Klagen ab und erklärte die Neuregelung für vereinbar mit dem Grundgesetz. Dagegen legten die Heidelberger Bürger Revision beim Bundesverwaltungsgericht ein. Eine Entscheidung wurde noch am Mittwoch erwartet.

+++ 14.28 Uhr: Maas fordert "radikalen Schulterschluss" mit Frankreich +++

Bundesaußenminister Heiko Maas hat einen "radikalen Schulterschluss" mit Frankreich gefordert, um in Europa voranzuschreiten. Auch wegen der Unsicherheiten im transatlantischen Verhältnis dürfe es keinen Zweifel geben, "dass wir gerade jetzt Hand in Hand arbeiten", sagte der SPD-Politiker bei einer Veranstaltung zur Zukunft Europas in Berlin. Dabei sollten Berlin und Paris "nicht als Oberlehrer" den anderen EU-Mitgliedstaaten den Kurs vorschreiben, sondern "als Mutmacher, die Europa entschlossen voranbringen". Er sei überzeugt, dass andere folgen würden, wenn Deutschland und Frankreich "den Mut aufbringen, noch viel umfassender als bisher in Wirtschafts-, Finanz-, Energie- und Sicherheitsfragen" zusammenzuarbeiten.

+++ 14.16 Uhr: Polizei entdeckt offenbar Rizin in Kölner Wohnung +++

In der Wohnung des in Köln festgenommenen Tunesiers haben die Ermittler Berichten zufolge Rizin gefunden. Dies berichten die Zeitungen "Express" und "Kölner Stadt-Anzeiger" unter Berufung auf Ermittlerkreise. Rizin ist eine extrem toxische Substanz, die bereits in kleinsten Mengen tödlich wirkt. Welche Menge die Ermittler entdeckten, war den Zeitungen zufolge noch unklar. Wie die beiden Kölner Blätter weiter berichteten, soll der 29-jährige Verdächtige im November 2016 nach Deutschland eingereist sein. Er galt demnach als unauffällig und war polizeilich bislang nicht in Erscheinung getreten. Staatsschutz und Ermittlungsbehörden seien durch einen Hinweis auf den Mann aufmerksam geworden, hieß es weiter. Danach sei er von einem mobilen Einsatzkommando observiert worden, bevor er gestern Abend in dem Wohnhochhaus in Köln-Chorweiler festgenommen wurde.

Nach dem Fund der Substanzen ermittelt die Bundesanwaltschaft gegen den Tunesier wegen Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Unklar ist jedoch bislang, ob der 29-Jährige einen Anschlag plante, wie ein Sprecher der Bundesanwaltschaft auf Anfrage in Karlsruhe mitteilte. "Wir müssen jetzt die Ermittlungen abwarten."

+++ 14.07 Uhr: Zwei Tage vor erstem WM-Spiel: Spanien stellt Trainer Lopetegui frei +++

Der bisherige Sportdirektor Fernando Hierro wird die spanische Fußball-Nationalmannschaft bei der WM in Russland als Trainer betreuen. Das teilte der spanische Verband kurz nach der Trennung von Chefcoach Julen Lopetegui mit.

+++ 14.06 Uhr: Geldstrafe für Hakenkreuz auf Dach mit Hochdruckreiniger +++

Monatelang war ein großes Hakenkreuz auf einem Hausdach in Augsburg zu sehen - angeblich als Scherz. Wegen des NS-Symbols sind zwei 30 und 31 Jahre alte Männer zu Geldstrafen von jeweils mehr als 5000 Euro verurteilt worden. Der jüngere Angeklagte hatte in dem Prozess vor dem Augsburger Amtsgericht zugegeben, seinem Kumpel das Hakenkreuz mit einem Hochdruckreiniger auf das verschmutzte Dach gespritzt zu haben. Es sei "eine dumme Gaudi" bei einem feuchtfröhlichen Grillabend gewesen.
Der 31 Jahre alte Hausbesitzer räumte ein, sich nicht um die Entfernung des Symbols gekümmert zu haben. Erst als im Januar die Kripo ermittelte, verschwand das Hakenkreuz.

+++ 13.37 Uhr: Wiesn-Maß 2018 wird dieses Jahr erstmals über elf Euro kosten +++

Die Maß Bier auf dem Münchner Oktoberfest wird dieses Jahr in manchen Zelten erstmals über 11 Euro kosten. Der Preis für die Maß liege zwischen 10,70 Euro und 11,50 Euro, teilte die Stadt München mit. Das sind durchschnittlich 3,57 Prozent mehr als im Vorjahr. Hauptgrund für die vergleichsweise starke Anhebung ist die höhere Umsatzpacht, die die Wirte an die Stadt zahlen müssen. Die erst im vergangenen Jahr eingeführte Abgabe steige im Vergleich zum Vorjahr sogar um 53 Prozent, sagte Wirtesprecher Peter Inselkammer.

+++ 13.30 Uhr: Nestlé schließt Caro-Kaffee-Werk in Ludwigsburg +++

Das traditionsreiche Caro-Kaffee-Werk in Ludwigsburg bei Stuttgart wird Ende des Jahres geschlossen. Ein Sprecher des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé, der das Werk betreibt, bestätigte die Pläne. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet. Die rund 100 Mitarbeiter des Werks seien am Dienstag über die Pläne informiert worden. Für sie will der Konzern mit dem
Betriebsrat nun einen Sozialplan erarbeiten und möglichst viele Mitarbeiter an anderen Standorten unterbringen. Auch Kündigungen konnte der Sprecher jedoch nicht ausschließen.

Grund für die Schließung des Werks ist laut Nestlé die rückläufige Nachfrage nach Caro-Kaffee, einem aus Getreide hergestellten Ersatzkaffee. Das Werk sei bei Weitem nicht ausgelastet. Nach Informationen der "Stuttgarter Zeitung" soll der Caro-Kaffee künftig in einem Werk in Portugal produziert werden. Nestlé wollte den Standort am Mittwoch nicht bestätigen. Caro-Kaffee werde es aber weiter zu kaufen geben, sagte der Sprecher. 

+++ 13.01 Uhr: Iranische Menschenrechtsaktivistin Nassin Sotudeh verhaftet +++

Die iranische Menschenrechtsaktivisten und Sacharow-Preisträgerin Nasrin Sotudeh ist nach Angaben ihres Ehemannes verhaftet worden. Sie wurde am Mittwochvormittag aus ihrer Wohnung ins berüchtigte Ewin-Gefängnis in der Hauptstadt Teheran gebracht, gab Reza Khandan auf seiner Facebook-Seite bekannt. Der Grund ihrer erneuten Verhaftung ist unklar. 

Die Sacharow-Preisträgerin war 2010 wegen angeblicher Propaganda gegen das Establishment zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil wurde später auf sechs Jahre reduziert. Nach der Wahl von Hassan Ruhani zum Präsidenten wurde die Regimekritikerin im September 2013 vorzeitig aus der Haft entlassen. 2014 wurde auch ihr Arbeitsverbot aufgehoben.

+++ 12.56 Uhr: USA, Kanda und Mexiko veranstalten Fußball-WM 2026 +++

Die USA, Kanada und Mexiko werden gemeinsam die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ausrichten. Das Trio setzte sich bei der Wahl durch den Fifa-Kongress in Moskau gegen Marokko durch und erhielt den Zuschlag für die erste WM-Endrunde, an der 48 Länder teilnehmen werden. Die Abstimmung hatte schon im Vorfeld Diskussionen ausgelöst, da US-Präsident Donald Trump via Twitter Hilfen für Länder, die nicht für das Veranstalter-Bündnis stimmen sollten, infrage stellte. Auf USA/Kanada/Mexiko fielen 136 Stimmen, Marokko erhielt 65 Stimmen. In Mexiko findet somit zum dritten Mal, in den USA zum zweiten Mal eine WM statt. Kanada ist als Gastgeber ein Neuling.

+++ 12.46 Uhr: Inderin boykottiert aus Protest gegen Kopftuchpflicht Schachturnier in Iran +++

Die indische Schachspielerin Soumya Swaminathan boykottiert ein Turnier im Iran, weil sie kein Kopftuch tragen will. Die Kopftuchpflicht bei der Asienmeisterschaft in Teheran verstoße gegen ihre "grundlegenden Menschenrechte, darunter mein Recht auf Meinungs, Gewissens- und Religionsfreiheit", schrieb die 29-jährige Großmeisterin auf ihrer Facebook-Seite. Der "einzige Weg" diese Rechte zu wahren, sei unter den derzeitigen Umständen, "nicht in den Iran zu fahren", erklärte die Schachspielerin.

+++ 12.40 Uhr: Krokodil am Fluss in Baden-Würtemberg entpuppt sich als Stofftier +++

Ein zweieinhalb Meter langes Krokodil am Ufer der Waldach in Baden-Württemberg hat die Polizei auf den Plan gerufen. Besorgte Bürger berichteten den Beamten im Polizeirevier in Nagold von der Echse, die regungslos am Flussufer liege, wie die Polizei in Karlsruhe mitteilte. Eine Funkstreife konnte das Krokodil wenig später tatsächlich ausfindig machen - bei näherer Betrachtung entpuppte es sich jedoch als täuschend echt aussehendes Stofftier. Das Krokodil wurde von Mitarbeitern des Bauhofs fachmännisch entsorgt.

+++ 11.55 Uhr: Karlsruhe ermittelt zu verdächtigem Substanzen in Kölner Wohnung +++

Nach dem Fund von möglicherweise giftigen Stoffen in einer Kölner Wohnung ermittelt der Generalbundesanwalt wegen des Verdachts einer "schweren staatsgefährdenden Gewalttat". Das sagte eine Karlsruher  Behördensprecherin der Deutschen Presse-Agentur in Köln. Wegen der "besonderen Bedeutung des Falls" habe man die Ermittlungen gegen einen verdächtigen 29-jährigen Tunesier an sich gezogen. Ein terroristischer Hintergrund sei "in Erwägung zu ziehen". Spezialkräfte hatten in der Nacht zuvor die Wohnung in einem Hochhaus gestürmt und verdächtige Substanzen sichergestellt. 

+++ 11.48 Uhr: Warschau finanziert Hilfe für polnische Obdachlose in Berlin +++

Die Regierung in Warschau will ab dem Sommer verstärkt Hilfen für polnische Obdachlose in Berlin anbieten. Das polnische Parlament habe finanzielle Hilfen für die Betreuung bewilligt, sagte Botschaftssprecher Dariusz Pawlos im Rundfunk Berlin-Brandenburg. Ab Juli sollten Sozialarbeiter der Stiftung "Barka" in Zusammenarbeit mit deutschen Hilfsorganisationen ihre Landsleute möglichst zur Rückkehr nach Polen bewegen und sie auf dem Weg dorthin unterstützen.

Bereits im letzten November hatte Polen Unterstützung für seine in Deutschland gestrandeten Staatsbürger angekündigt. Zuvor hatte die prekäre Lebenssituation von obdachlosen Polen in Berlin für große mediale Aufmerksamkeit im Nachbarland gesorgt. Seit Jahren verzeichnet Berlin wie auch andere große Städte in Deutschland steigende Obdachlosenzahlen. Fast 31.000 Wohnungslose mussten im vergangenen Winter untergebracht werden. Insgesamt 6000 davon sollen aus Osteuropa stammen, ein Drittel davon aus Polen.

+++ 11.29 Uhr: Knochen unter Gehweg nahe Berliner Alexanderplatz gefunden +++

Bauarbeiter haben unter einem Gehweg nahe dem Berliner Alexanderplatz mehrere Knochen gefunden. Da es sich dem ersten Anschein nach um menschliche Überreste handelt, seien diese in die Gerichtsmedizin der Charité gebracht worden, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage. Dort sollen die Knochen untersucht werden, was voraussichtlich einige Zeit in Anspruch nehmen werde. Wie die "Berliner Zeitung" und der "Berliner Kurier" zuvor berichteten, wurden die Knochen bereits am 7. Juni in der Karl-Liebknecht-Straße in einem Meter Tiefe gefunden. 

Die Polizei hat nach eigenen Angaben bisher keine Erkenntnisse, ob die Knochen möglicherweise mit einem Verbrechen in Zusammenhang stehen. Knochenfunde auf Berliner Baustellen kommen ab und an vor, in der Regel handelt es sich um Überreste verschütteter Kriegsopfer.

+++ 11.28 Uhr: Bürgermeister bricht in Stadtratssitzung zusammen und stirbt +++

Der Bürgermeister des schwäbischen Lauingen an der Donau ist in einer Stadtratssitzung zusammengebrochen und kurz darauf gestorben. Wie eine Sprecherin der Stadt mitteilte, brach der SPD-Politiker gestern Abend 20 Minuten nach Beginn der Sitzung zusammen, sofort sei ein Notarzt gerufen worden. Dem 59-Jährigen habe aber nicht mehr geholfen werden können, er starb noch in der Nacht. Zunächst hatte die "Augsburger Allgemeine" über den Todesfall berichtet.

Wolfgang Schenk war seit 2004 Rathauschef in der rund 11.000 Einwohner großen Stadt im Kreis Dillingen. Damals hatte er überraschend dem CSU-Amtsinhaber den Posten abgenommen. Seitdem war der Sozialdemokrat zwei Mal im Amt bestätigt worden. Die Todesursache war zunächst nicht bekannt.

+++ 11.08 Uhr: Rentner aus Mordlust getötet - Junger Mann vor Gericht +++

Weil er von Mordlust getrieben einen Rentner mit Schlägen und Messerstichen getötet haben soll, steht seit Mittwoch ein 25-Jähriger in Kleve vor Gericht. Um seine Mordfantasien umzusetzen, soll er sich den 77-Jährigen als Opfer ausgesucht haben. Laut Anklage hatte er den Mann übers Internet kennengelernt und auch zum Sex getroffen. Ohne jeglichen Streit habe er bei einem Besuch den Rentner mit Faust- und Handkantenschlägen, Messerstichen und einem Schlag mit dem Feuerlöscher gegen den Kopf getötet.  

Zum Auftakt des Prozesses machte der Angeklagte keine Angaben zu den Vorwürfen, auch zu seinem Lebenslauf äußerte er sich nicht. Nach damaliger Schilderung der Ermittler müssen sich dramatische wie grausame Szenen abgespielt haben. Der mutmaßliche Mörder habe das Haus nach Geld durchsucht und 350 Euro gefunden. Danach soll er das Haus unter Wasser gesetzt haben, um alle Spuren zu beseitigen. Er sei dann schließlich mit dem Taxi nach Hause gefahren. Nach seiner Festnahme hatte der Mann laut früheren Angaben gestanden.

+++ 10.44 Uhr: Kabinett beschließt Gesetzentwurf zur Brückenteilzeit +++

Arbeitnehmer in Deutschland sollen ein Recht auf eine zeitlich begrenzte Teilzeitstelle bekommen. Nach Ablauf dieser so genannten Brückenteilzeit würden sie dann in Vollzeit zurückkehren können. Das Bundeskabinett beschloss in Berlin einen entsprechenden Gesetzentwurf von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD), gegen den sich die Union lange gesperrt hatte. Das neue Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit soll in Unternehmen mit mindestens 45 Beschäftigten gelten. Das Gesetz soll nun das parlamentarische Verfahren durchlaufen und vom 1. Januar 2019 an gelten.

+++ 10.41 Uhr: 34-Jährige in Sachsen auf offener Straße erstochen +++

Eine 34-jährige Frau ist in Sachsen auf offener Straße erstochen worden. Ein 52-Jähriger sei gestern Abend in Zittau mit einem Messer auf die Frau losgegangen, erklärte die Polizei in Görlitz. Die 34-Jährige erlag ihren schweren Verletzungen im Krankenhaus. Der Tatverdächtige wurde festgenommen. Weitere Details wurden bislang nicht genannt. Polizei und Staatsanwaltschaft nahmen gemeinsame Ermittlungen auf.

+++ 10.34 Uhr: Ein Toter bei Explosion in Lagerhalle in Mecklenburg-Vorpommern +++

Bei einer Explosion in einer Lagerhalle in Zierzow in Mecklenburg-Vorpommern ist ein Mann ums Leben gekommen. Die Detonation ereignete sich gestern Nachmittag bei Reinigungsarbeiten an einem Schornstein in dem Gebäude, wie die Polizei in Ludwigslust mitteilte. Der Auslöser ist unbekannt.

Der Mann hielt sich demnach zum Zeitpunkt des Geschehens allein in der Halle auf. Die Wucht der Explosion beschädigte auch weitere umliegende Gebäude, die Höhe des Schadens ist noch unklar. Die Kriminalpolizei nahm die Ermittlungen auf.

+++ 10.17 Uhr: Achtjähriger in Berlin von Lastwagen überrollt und gestorben +++

Bei einem schweren Verkehrsunfall in Berlin-Spandau ist ein achtjähriger Junge von einem Lastwagen erfasst worden und ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei geriet das Kind am Morgen mit seinem Fahrrad unter das Fahrzeug und wurde überrollt. Wie genau es zu dem Unglück kam, ist unklar. Die Feuerwehr war mit 20 Einsatzkräften vor Ort. Mehrere Menschen wurden vom Rettungsdienst betreut.

Erst gestern war bei einem weiteren schweren Verkehrsunfall eine 13-jährige Radfahrerin in Berlin-Lichtenberg ums Leben gekommen. Das Mädchen habe mit seinem Fahrrad das Gleisbett einer Straßenbahn überqueren wollen und sei dabei unter den Triebwagen einer Tram geraten, teilte die Polizei mit. Trotz sofortiger Gefahrenbremsung durch den 60-Jährigen Fahrer wurde die 13-Jährige von der Bahn erfasst und schwer verletzt. Rettungskräfte mussten mit einem Kran anrücken, um das Mädchen zu bergen. Bei einem ersten Rettungsversuch geriet der angehobene Triebwagen aus der Halterung. Zwei Einsatzkräfte der Feuerwehr wurden dabei eingeklemmt und schwer verletzt. Die Notärzte versuchten vergeblich, die 13-Jährige zu reanimieren. Das Mädchen erlag noch am Unfallort seinen schweren Verletzungen.

+++ 10.14 Uhr: Brasilianer reisen für Hochzeitsfotos um die ganze Welt +++

Für ihre Hochzeitsfotos reisen zwei Brasilianer um die ganze Welt : Nach Fototerminen in Europa, Nahost und Australien haben der 52-jährige Ademir Avelino und seine 45-jährige Frau Glaucia Sudan endlich auch in ihrer Heimatstadt São Paulo für einen Fotografen posiert. Kurz vor dem brasilianischen Valentinstag gestern winkten sie in Brautkleid und schwarzem Anzug Fußgängern und Autofahrern auf der berühmten Avenida Paulista zu.

Geheiratet haben Avelino und Sudan schon 2014. Bei ihrer Hochzeit in São Paulo ließen sie aber keine Fotos machen, was sie später bedauerten. Dafür haben sie im Urlaub jetzt immer ihre Hochzeitskleider im Gepäck. "Es ist zu einem Hobby geworden", sagt Sudan. "Wo immer wir hinfahren, halten wir uns einen Tag für Fotoaufnahmen frei." Ihre Fotos veröffentlichen Avelino und Sudan, die beide als Unternehmensberater arbeiten, auf Facebook und Instagram.

+++ 10.09 Uhr: Zwölfjährige schwebt nach Badeunfall in Berlin in Lebensgefahr +++

Ein zwölf Jahre altes Mädchen schwebt nach einem Badeunfall in Berlin in Lebensgefahr. Nach Angaben der Polizei war das Kind gestern mit einem elf Jahre alten Mädchen im Malchower See baden. Eine achtjährige Nichtschwimmerin soll ebenfalls im Wasser gewesen sein und den Halt verloren haben. Die Polizei vermutet, sie habe sich an den beiden Mädchen festgehalten. Dabei sei die Zwölfjährige mehrfach unter Wasser gedrückt worden, hieß es weiter. Das elfjährige Mädchen konnte sich aus dem See retten und Hilfe holen. Ein Passant habe dann mithilfe eines Rettungsrings das achtjährige Mädchen aus dem Wasser gerettet. Rettungskräfte holten die Zwölfjährige aus dem See und brachten sie in eine Klinik.

+++ 10.07 Uhr: 15-Jährige in Viersen erstochen: Festgenommener Jugendlicher schweigt +++

Im Fall der erstochenen 15-Jährigen in Viersen bei Mönchengladbach hat der festgenommene Jugendliche bislang keine Angaben zu den Tatvorwürfen gemacht. Das sagte Staatsanwalt Stefan Lingens der Deutschen Presse-Agentur. Die Staatsanwaltschaft werde den 17 Jahre alten Tatverdächtigen im Laufe des Tages dem Haftrichter vorführen und Haftbefehl beantragen. Der Bulgare, ein Bekannter des Opfers, hatte sich gestern Mittag in Begleitung seiner Anwältin auf einer Polizeiwache gestellt. Die 15-Jährige war am Montag am helllichten Tag in einem Viersener Park mitten im Zentrum der niederrheinischen Stadt mit einem Messer attackiert worden. Sie starb später im Krankenhaus.

+++ 10 Uhr: Unwetter wüten in Österreich - ein Toter und Stromausfälle +++

Heftige Unwetter haben in Österreich für Verwüstungen gesorgt und Stromausfälle ausgelöst. Am Vormittag waren noch rund 1000 Haushalte ohne Strom. Im Bundesland Steiermark rückten 1500 Feuerwehrleute aus, um unter anderem überflutete Keller auszupumpen und umgestürzte Bäume zu entfernen. Im Stadtpark von Graz kam ein 26-Jähriger ums Leben. Er wurde von einem Baum erschlagen. Angesichts der Schäden kündigte die Regierung rasche Hilfe für Betroffene an. Die Bereitstellung von Mitteln aus dem Katastrophenfonds werde geprüft, hieß es aus dem Kanzleramt.

+++ 9.56 Uhr: Wiederholt grundlos befristete Beschäftigung bleibt unzulässig +++

Arbeitsverhältnisse, die wiederholt ohne sachlichen Grund befristet sind, bleiben unzulässig. Das gesetzlich verankerte Verbot einer grundlosen Befristung ist verfassungsgemäß, entschied das Bundesverfassungsgericht in einem heute in Karlsruhe veröffentlichten Beschluss. Gerichte dürften das Gesetz nicht gegen den klar erkennbaren Willen des Gesetzgebers auslegen. Ausnahmen seien aber möglich, wenn keine Gefahr einer sogenannten Kettenbefristung besteht, eine Vorbeschäftigung sehr lange zurückliegt oder von kurzer Dauer war. Als Beispiel nannte das Gericht Jobs während der Schul-, Studien- oder Familienzeit oder als Werksstudent 

+++ 9.54 Uhr: Türkische Gemeinde kritisiert Seehofers Absage an Integrationsgipfel +++

Die Türkische Gemeinde in Deutschland sieht das Fernbleiben von Bundesinnenminister und CSU-Chef Horst Seehofer beim heutigen Integrationsgipfel kritisch. Er könne den Grund nicht nachvollziehen, sagte der Vorsitzende Gökay Sofuoglu im SWR. "Ich habe irgendwie das Gefühl, dass Seehofer noch nicht bereit ist, mit den Migranten und mit anderen Regierungsvertretern über die Zukunft dieses Landes zu reden."

Der als Minister für Integration und Heimat zuständige Seehofer hatte seine Teilnahme am Integrationsgipfel im Kanzleramt zuvor abgesagt. Er hatte sich über einen Artikel der Journalistin Ferda Ataman geärgert, die mit Merkel und der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), die Pressekonferenz zum Abschluss bestreiten soll. Sie hatte gewarnt, Deutschland "als Heimat der Menschen, die zuerst hier waren", zu verstehen.

+++ 9.52 Uhr: Frau nach Messerangriff in Zittau tot - 52-Jähriger festgenommen +++

Eine 34 Jahre alte Frau ist in Zittau Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Ein 52 Jahre alter Mann steht im Verdacht, die Frau gestern Abend im Zentrum der ostsächsischen Stadt mit einem Messer schwer verletzt zu haben, wie die Polizeidirektion Görlitz bekannt gab. Sie erlag im Krankenhaus ihren Verletzungen. Der Tatverdächtige wurde festgenommen. Details wie die Herkunft des mutmaßlichen Täters und des Opfers sowie ein mögliches Motiv wurden nicht mitgeteilt. Die Staatsanwaltschaft Görlitz will im Laufe des Nachmittags nähere Informationen mitteilen.

+++ 9.48 Uhr: Polizeieinsatz nach Fund unbekannter Substanzen in Köln dauert an +++

Nach der Entdeckung unbekannter Substanzen in einem Wohnhaus in Köln ist die Polizei auch am Morgen noch am Fundort im Stadtteil Chorweiler im Einsatz gewesen. Der Einsatz daure an, sagte eine Polizeisprecherin in Köln. In dem Haus war gestern Abend ein aus Tunesien stammender Mann festgenommen worden. Auch dessen Frau befindet sich im Gewahrsam der Polizei. Dem Tunesier wird der Umgang mit giftigen Substanzen vorgeworfen. Die Ermittlungen in dem Fall führt die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Dies legt nahe, dass die Behörden einen möglichen terroristischen Hintergrund prüfen.

Die Polizei fand bei dem Einsatz in Köln-Chorweiler "einzelne unbekannte Substanzen". Um auszuschließen, dass von diesen Stoffen eine Gefährdung ausgeht, wurden sie von Spezialisten vor Ort untersucht. Ergebnisse sind bislang nicht bekannt. Die gemeinsamen Kinder des 29-jährigen Tunesiers und seiner Frau wurden nach Polizeiangaben in die Obhut der Stadt Köln gegeben.

+++ 9.40 Uhr: Bus in Indien überschlägt sich - mindestens 17 Tote +++

Bei einem Busunfall sind in Indien mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen. Weitere 24 Insassen wurden verletzt, zwei davon lebensgefährlich, wie die örtliche Polizei mitteilte. Der Reisebus fuhr im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh gegen eine Schutzplanke und überschlug sich. Er war nach Angaben von Zeugen mit mehr als 100 Stundenkilometern unterwegs gewesen, wie ein Polizeisprecher sagte. Ermittlungen liefen.

Indien ist das Land mit den meisten Verkehrstoten weltweit. Durchschnittlich etwa 135.000 Menschen sterben jedes Jahr auf den Straßen des 1,3-Milliarden-Einwohner-Landes. Häufige Ursachen sind schlechte Straßen, nicht verkehrssichere Fahrzeuge und leichtsinnige Fahrweise.

+++ 9.16 Uhr: Rom bestellt Frankreichs Botschafter wegen Flüchtlingsstreit ein +++

Im Streit um das Flüchtlingsschiff "Aquarius" hat die italienische Regierung den französischen Botschafter einbestellt. Nach den "überraschenden" Äußerungen der französischen Präsidentschaft zu dem Schiff mit 629 Füchtlingen an Bord werde der französiscbe Botschafter Christian Masset um 10 Uhr erwartet, teilte das Außenministerium in Rom mit. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte Italien wegen der Weigerung, die Flüchtlinge aufzunehmen, "Zynismus und Verantwortungslosigkeit" vorgeworfen.

+++ 9 Uhr: Zahl der Schwangerschaftsabbrüche um 2,2 Prozent gestiegen +++

Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche ist in den ersten drei Monaten des Jahres gestiegen. Insgesamt ließen rund 27.200 Frauen in dieser Zeit einen Abbruch vornehmen, 2,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. In vier Prozent der Fälle kam es aus medizinischen Gründen oder nach einer Vergewaltigung zur Abtreibung, während 96 Prozent nach der Beratungsregelung vorgenommen wurden.

Die mit 72 Prozent große Mehrheit der Frauen, die sich zu einem Schwangerschaftsabbruch entschlossen, waren im Alter von 18 bis 34 Jahren. Drei Prozent der Frauen waren noch Jugendliche, während rund sieben Prozent 40 Jahre oder älter waren. Rund 40 Prozent der Frauen hatten vor dem Abbruch noch kein Kind geboren.

+++ 8.41 Uhr: Panne legt großen Pariser Bahnhof lahm +++

Eine Panne hat den Zugverkehr an einem großen Pariser Bahnhof vollständig lahmgelegt. Die gesamte Signaltechnik am Bahnhof Saint-Lazare sei blockiert, sagte der für die Hauptstadtregion zuständige Manager der Staatsbahn SNCF, Alain Krakovitch, dem Sender BFMTV. "Derzeit kennen wir die Ursache dieser Panne nicht", erklärte er. Der Bahnhof im Nordwesten von Paris werde täglich von 450.000 Reisenden benutzt. Dort fahren vor allem Vorortzüge und Regionalzüge in die Normandie ab.

Im vergangenen Jahr hatten technische Probleme mehrfach den Verkehr an wichtigen Pariser Bahnhöfen lahmgelegt. Die neue Panne fiel jetzt zusammen mit einem weiteren Streiktag im Konflikt um die Bahnreform in Frankreich. Die SNCF strich deshalb landesweit im Durchschnitt jeden dritten TGV-Hochgeschwindigkeitszug, auch zahlreiche Regionalzüge fielen aus. Es war bereits der 30. Streiktag seit Ende April.

+++ 8.24 Uhr: Skipper durch Angelschnur lebensgefährlich verletzt +++

Ein 41-jähriger Skipper ist auf der Aller in Niedersachsen durch eine Angelsehne am Hals lebensgefährlich verletzt worden. Wie die Polizei am Morgen mitteilte, befuhr der Mann mit seinem Sportboot den Fluss stromaufwärts von Oldau in Richtung Celle. Angler bemerkten den Schiffsunfall und alarmierten die Polizei. Der Bootsführer aus dem Landkreis Celle wurde zunächst ins Celler Krankenhaus gebracht, danach aber in die Medizinische Hochschule Hannover verlegt. Details zum Unfallhergang wurden zunächst nicht mitgeteilt. Die Ermittlungen liegen bei der Wasserschutzpolizei und der Staatsanwaltschaft Celle. Der Unfall geschah nach Polizeiangaben bereits in der Nacht zu Sonntag.

+++ 8.16 Uhr: Acht Jugendliche filmten Missbrauch von 13-Jähriger im Wald +++

In einem Waldstück in Velbert sollen sich mindestens acht Jugendliche an einem 13 Jahre alten Mädchen vergangen und die Tat gefilmt haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Wuppertal sitzen sechs von ihnen in Untersuchungshaft, zwei weitere seien auf der Flucht. Die Jugendlichen seien im Alter zwischen 14 und 16 Jahren. Die Tat habe sich bereits am 21. April ereignet. Um das junge und schwer traumatisierte Opfer zu schützen, habe man die Öffentlichkeit nicht früher informiert.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatten die Jugendlichen das Mädchen und ihre Freundinnen zunächst in einem Freibad belästigt. Auf dem Weg nach Hause hätten die Jungen die 13-Jährige in einen Wald gezerrt und missbraucht. "Sie sind, man muss es so sagen, über das Mädchen hergefallen", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Als eine Frau die Jugendlichen zur Rede stellte, hätten sie die Flucht ergriffen. Die Beweislage sei vergleichsweise eindeutig. "Die Gruppe hat die Tat mit einem Handy gefilmt." Bei den Tatverdächtigen handele es sich um EU-Ausländer, alle wohnen ebenso wie das Mädchen in Velbert.

+++ 8.07 Uhr: Razzia in mehreren Bundesländern wegen Scheinehen +++

Mit einem großen Aufgebot geht die Polizei seit dem Morgen in mehreren Bundesländern gegen Schleuser vor. Hintergrund der Durchsuchungen seien Ermittlungen zu bandenmäßig organisierten Scheinehen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Diese sollten Menschen aus Indien und Pakistan einen dauerhaften Aufenthalt in Deutschland ermöglichen. Die Staatsanwaltschaft in Leipzig habe bereits seit dem Frühjahr 2017 in diesem Zusammenhang ermittelt.

Die Wohnungsdurchsuchungen haben nach Angaben des Sprechers um 7 Uhr begonnen. Die Beamten seien etwa in Leipzig, im sächsischen Eilenburg und in Hettstedt in Sachsen-Anhalt vor Ort. Zudem sollte es weitere Durchsuchungen in anderen Bundesländern geben. Konkrete Orte konnte der Sprecher zunächst aber nicht nennen. Hunderte Beamte seien an der Razzia beteiligt.

+++ 7.32 Uhr: Vulkan auf Bali spuckt zwei Kilometer hohe Aschesäule aus +++

Auf der indonesischen Urlaubsinsel Bali ist der seit Monaten rumorende Vulkan Agung erneut ausgebrochen. Eine zwei Kilometer hohe Aschesäule stieg von dem gut 3000 Meter hohem Berg im Osten der Insel auf, wie das Geologische Institut mitteilte. Anwohner und Besucher sollten sich aus einer Gefahrenzone von vier Kilometern rund um den Vulkan fernhalten, hieß es weiter. Die Alarmstufe beließen die Behörden auf dem zweithöchsten Niveau.

Seit Monaten hält der Agung mit seiner erhöhten Aktivität die Menschen auf Bali mit kleineren und mittleren Eruptionen in Atem, die befürchtete Katastrophe blieb bislang jedoch aus. Vergangenen November hatten die Behörden nach zwei Eruptionen die höchste Alarmstufe ausgerufen, diese aber aufgrund der nachlassenden Aktivität im Februar wieder aufgehoben.

+++ 7.30 Uhr: Irak nennt Übergabe von Ali B. an Deutschland Rechtsverstoß +++

Die irakische Regierung hat die Übergabe des Tatverdächtigen im Fall Susanna an Deutschland als Rechtsverstoß kritisiert. Es gebe zwischen beiden Ländern kein Abkommen über eine Auslieferung von gesuchten Personen, teilte das Außenministerium in Bagdad mit. Den Verstoß hätten sowohl die kurdische Regionalregierung als auch Deutschland begangen. Nur das Justizministerium der irakischen Zentralregierung in Bagdad habe die Befugnis für einen Austausch von Gesuchten.

Der Verdächtige Ali B. war nach der Tat in die kurdischen Autonomiegebiete im Nordirak geflohen und dort festgenommen worden. Kurdische Sicherheitskräfte übergaben ihn am Samstag in der Regionalhauptstadt Erbil deutschen Polizeibeamten, die ihn zurück nach Deutschland geleiteten. Der Chef der Bundespolizei, Dieter Romann, war persönlich in den Nordirak geflogen, um den Verdächtigen abzuholen.

+++ 7.21 Uhr: Angriff auf Schlüsselhafen im Jemen hat offenbar begonnen +++

Der lange erwartete Angriff auf die von Rebellen kontrollierte Hafenstadt Hudaida im Bürgerkriegsland Jemen hat einem Bericht zufolge begonnen. Unterstützt von einer saudisch geführten Militärkoalition habe die Armee der international anerkannten Regierung des Landes die Operation zur Rückeroberung des sehr wichtigen Seehafens begonnen, berichtet der arabische Nachrichtenkanal "Al-Arabiya". Über Hudaida laufen 70 Prozent der dringend benötigten Hilfslieferungen für den von den Huthi-Rebellen kontrollierten Norden des Landes. Eine Unterbrechung des Nachschubs durch das Nadelöhr könnte den humanitären Kollaps für die Krisenregion bedeuten.

Der UN-Sondergesandte Martin Griffiths hatte bis zuletzt versucht, den Angriff zu verhindern, der für Millionen Menschen in dem bitterarmen Land auf der arabischen Halbinsel katastrophale Folgen haben könnte - es droht eine Hungersnot. Die UN bezeichnen die Situation im Jemen schon jetzt als größte humanitäre Katastrophe der Gegenwart.

+++ 6.37 Uhr: Ein Toter nach heftigem Unwetter in Teilen Bayerns +++ 

Wieder haben Unwetter im Süden Deutschlands gewütet. Besonders betroffen waren Niederbayern und Südbayern. Ein Mann ist in Garmisch-Partenkirchen vom Fluss Partnach mitgerissen worden und gestorben. Rettungskräfte hatten zuvor mehrere Stunden lang nach dem 52-Jährigen in dem reißenden Fluss gesucht. Auch in Baden-Württemberg wurden Straßen und Keller in einer Gemeinde überschwemmt.

In Niederbayern waren die Feuerwehren in der Nacht zum Mittwoch im Dauereinsatz. Wie die Polizei am Morgen mitteilte, kam es zu 60 Einsätzen im Zusammenhang mit dem Wetter. Straßen waren überschwemmt und vorübergehend gesperrt, darunter auch ein Teil der Bundesstraße 301. Autos wurden weggespült, Keller geflutet und Bäume umgestürzt. Besonders betroffen waren die Stadt sowie der Landkreis Landshut und der Großraum Bayerischer Wald. In Mauth im Osten des Freistaats habe die Gefahr bestanden, dass ein komplettes Sägewerk weggeschwemmt wird. Die Feuerwehr musste sich am Abend zurückziehen. Verletzte gab es nach ersten Erkenntnissen keine.

In Baden-Württemberg traf es am Dienstagabend vor allem die Gemeinde Waldachtal. Wie ein Sprecher der Feuerwehr sagte, rückten Feuerwehrleute zu Dutzenden Einsätzen aus. Heftiger Regen setzte einen Supermarkt komplett unter Wasser. "Die Aufräumarbeiten an den Einsatzstellen werden sich sicherlich noch die nächsten Tage hinziehen", sagte der Sprecher.

+++ 5.45 Uhr: Giftige Stoffe in Wohnung? - Ermittler finden "unbekannte Substanzen" +++

Bei der Durchsuchung einer Wohnung wegen des Verdachts auf Umgang mit giftigen Stoffen in Köln haben Einsatzkräfte "unbekannte Substanzen" entdeckt. Um auszuschließen, dass von diesen Stoffen eine Gefährdung ausgeht, werden sie von Spezialisten untersucht, teilte die Polizei in der Nacht zu Mittwoch mit. Die Stoffe wurden bei der Durchsuchung der Wohnung des 29 Jahren alten Verdächtigen gefunden. Der Mann sei weiter im Gewahrsam der Polizei, hieß es. Die Polizei hatte den Tunesier am Dienstag festgenommen. 

Laut Polizei geht es um "toxische Substanzen". Ein terroristischer Hintergrund kann nach dpa-Informationen nicht ausgeschlossen werden. Die Ehefrau des 29-Jährigen wurde am Dienstag ebenfalls in Gewahrsam genommen. 

Spezialkräfte stürmten und durchsuchten die Wohnung des Mannes im Kölner Stadtteil Chorweiler am Abend. Es waren Spezialisten der Feuerwehr im Einsatz, um die vermuteten Substanzen zu untersuchen. Kurz nach Mitternacht dauerte der Einsatz im Kölner Stadtteil Chorweiler immer noch an, sagte ein Sprecher der Polizei.

+++ 3.21 Uhr: Trump dankt Kim für "wagemutigen Schritt" +++

Nach dem historischen Gipfel in Singapur hat US-Präsident Donald Trump dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un für dessen "wagemutigen ersten Schritt zu einer neuen hellen Zukunft" für sein Volk gedankt. "Unser beispielloses Treffen - das erste zwischen einem amerikanischen Präsidenten und einem Führer Nordkoreas - beweist, dass echte Änderungen möglich sind", twitterte Trump in der Nacht zum Mittwoch. 

"Danke, Vorsitzender Kim, unser Tag zusammen war historisch", fügte Trump in einem zweiten Tweet hinzu. "Die Welt hat einen großen Schritt zurück vor einer nuklearen Katastrophe gemacht. Keine Raketenstarts mehr, keine Nukleartests oder -Forschung mehr!" 

"Es gibt keine Grenzen dessen, was NoKo (Nordkorea) erreichen kann, wenn es seine Atomwaffen aufgibt und stattdessen Handel und Zusammenarbeit mit der Welt aufgreift", schrieb Trump. Kim habe die Chance, als der Mann in Erinnerung zu bleiben, der "eine herrliche neue Ära" von Sicherheit und Wohlstand für sein Volk eingeleitet habe.

+++ 1.17 Uhr: Tesla entlässt fast 4000 Mitarbeiter +++

Der US-Elektrobauer Tesla entlässt fast 4000 Mitarbeiter. Neun Prozent aller Beschäftigten müssten gehen, um das Unternehmen profitabler zu machen, teilte Firmenchef Elon Musk am Dienstag in einer E-Mail an die Beschäftigten mit. Die Produktion des neuen Modells 3 sei davon nicht betroffen. Musk verwies darauf, dass Tesla in fast 15 Jahren noch keinen Profit gemacht habe.

Die Entscheidung sei "schwierig, aber notwendig", schrieb Musk im Kurzbotschaftendienst Twitter. Bereits im vergangenen Monat hatte Musk eine Re-Organisation des Unternehmens angekündigt, das mit Produktionsproblemen kämpft. Mit dem Modell 3 will Musk den Massenmarkt erobern.

+++ 0.16 Uhr: US-Gericht erlaubt Time-Warner-Kauf durch AT&T +++

Ein US-Gericht hat grünes Licht für den milliardenschweren Kauf des Medienkonzerns Time Warner durch den Telekomkonzern AT&T gegeben. Der zuständige Richter winkte am Dienstag die rund 85 Milliarden Dollar schwere Übernahme ohne Auflagen durch. AT&T musste nach dem Einspruch der US-Regierung die Transaktion vor Gericht durchboxen. Präsident Donald Trump kritisierte die geplante Transaktion bereits während des Wahlkampfs. Das US-Justizministerium wollte die Übernahme mit einer Klage verhindern. Die Behörden befürchten höhere Kosten für Konkurrenten und Kunden sowie eine Verzögerung bei der Entwicklung von Online-Angeboten.

AT&T will Time Warner - Heimat auch des Kabelsenders HBO und des Warner Bros Filmstudios - für 85,4 Milliarden Dollar kaufen. Der Konzern will sich damit unabhängiger vom Mobilfunkgeschäft machen, wo kleinere Rivalen Druck ausüben.

mod/anb / DPA / AFP