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Sexismus Verharmlosung von Vergewaltigung: Würzburg verbietet Donaulied für alle städtischen Veranstaltungen

Ein Notenblatt des Donaulieds
Lange Jahre wurde das aus dem Ende des 19. Jahrhunderts stammende Donaulied in Bierzelten und auf Volksfesten gesungen, ohne großartig hinterfragt zu werden
© Armin Weigel / DPA
Das sogenannte Donaulied darf künftig bei keinen von der Stadt mitorganisierten Festen und Feierlichkeiten mehr gespielt werden. Die Stadtverwaltung reagierte damit auf eine Petition, die einst ein bayernweites Verbot gefordert hatte.

Die Stadt Würzburg will zukünftig bei allen städtischen Veranstaltungen vertraglich festhalten, dass jede Art von Liedgut mit rassistischem oder sexistischem Inhalt nicht gespielt werden darf.

Wie der Bayerische Rundfunk auf seiner Homepage berichtete, entschloss sich der Kommunalreferent der Stadt Würzburg, Wolfgang Kleiner, nach Antrag der SPD-Stadtratsfraktion zu diesem Schritt. Auslöser war das sogenannte Donaulied, das nach Ansicht von Kritikern Vergewaltigung verherrlicht.

Donaulied beschreibt Vergewaltigung

Bereits seit geraumer Zeit schwelt die Diskussion um den Text des Donauliedes. In dem Song geht es um einen Mann, der am Ufer der Donau eine schlafende Frau findet und diese vergewaltigt.

Spätestens nachdem sich der Innenausschuss des bayerischen Landtags mit dem Donaulied auseinandergesetzt hatte – Studierende der Universität Passau traten zuerst die Diskussion um das Stück los –, haben inzwischen auch viele Musiker darauf reagiert und das Donaulied und ähnlich problematische Titel aus ihren Programmen genommen.

Sexistisch und geschmacklos

Das Lied sei zwar sexistisch, geschmacklos und habe in Bierzelten nichts zu suchen, erklärten einige Landtagsabgeordnete in der Ausschusssitzung, dennoch wurde die Petition aus Passau lediglich zur Kenntnis genommen, wie der Bayerische Rundfunk zusammenfasst. 

Model Anja Leuenberger spricht über ihre Vergewaltigung

Jede Kommune in Bayern müsse sich selbst darum kümmern, ob auf ihren Volksfesten künftig das Donaulied gespielt werden dürfe, hieß es im Ausschuss, denn nicht alles, was geschmacklos sei, könne auch verboten werden. Diese Möglichkeit der Eigenentscheidung nahm die Stadt Würzburg nun mit dem Verbot wahr. 

Quelle:  Bayerischer Rundfunk

km

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