HOME

Riskante Vierfachtransplantation: "Das Bauchwunder von Jena": Vier neue Organe retteten Adrian Magnuckis Leben

Adrian Magnucki feiert "Organ-Geburtstag": Vor einem Jahr wurden ihm vier neue Organe eingepflanzt - Magen, Dünndarm, Bauchspeicheldrüse und Leber. Seine Erkrankung hatte sich mit einem harmlosen Symptom angekündigt.

"Einfach nur dankbar": Adrian Magnucki (25) wurden vor einem Jahr im Uniklinkum Jena vier neue Organe eingesetzt

"Einfach nur dankbar": Adrian Magnucki (25) wurden vor einem Jahr im Uniklinkum Jena vier neue Organe eingesetzt

Bauchschmerzen. Das war das erste Symptom, das auf Magnuckis schwere Krankheit hindeutete. Der junge Mann wollte am 4. August 2016 morgens eine Runde Joggen gehen. Er hatte die Türklinke schon in der Hand, als die Schmerzen einsetzten. "Ich dachte, ich hätte mir den Magen verdorben, was Falsches gegessen", erinnert sich der 25-jährige Student aus . Magnucki traf eine Entscheidung. Anstatt Joggen zu gehen, schleppte er sich in die Praxis seiner Hausärztin. Dieser Entschluss hat ihm womöglich das Leben gerettet.

Was Magnucki zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: In seinem Bauchraum tickte eine Zeitbombe - ein Aneurysma in der Nähe der Leber. Wäre das veränderte Gefäß geplatzt, wäre der Student wohl verblutet. Außerdem litt der 25-Jährige an weiteren Gefäß-Anomalien im Bauchraum. Die Folge: Seine Organe wurden nicht richtig durchblutet. "Eine Rarität", sei die angeborene Erkrankung des Studenten, erklärt sein behandelnder Arzt Professor Utz Settmacher in einer Mitteilung des Universitätsklinikums Jena. Ebenso sei erstaunlich, dass die Anomalien im Bauchraum nicht schon viel früher zu schweren Komplikationen geführt hätten.

Erst versagte die Leber - dann weitere Organe

Magnucki hatte Glück - seine Hausärztin erkannte den Ernst der Lage und überwies ihn in ein Erfurter Klinikum. Nach einer kurzen Untersuchung ging es für Magnucki mit einem Rettungshubschrauber direkt in das Universitätsklinikum Jena. Am 9. August wurde das Aneurysma in seinem Bauchraum entfernt und durch ein Stück Oberschenkelvene ersetzt.

Magnucki überstand den komplizierten Eingriff. Doch kurz nach der Operation machten sich die weiteren Gefäß-Anomalien in seinem Bauchraum bemerkbar. Zunächst stellte Magnuckis Leber die Arbeit ein. Dann weitere Organe. Der junge Mann erlitt ein Multiorganversagen und musste in ein künstliches Koma versetzt werden.

Professor Utz Settmacher

"Eine Rarität": Klinikdirektor Professor Utz Settmacher behandelte Adrian Magnucki


Von dieser Zeit habe er "eigentlich nichts mehr mitbekommen", zitiert das Klinikum den jungen Mann. Magnucki schwebte in Lebensgefahr, es ging ihm zunehmend schlechter. Seine einzige Hoffnung war eine Organtransplantation. Magnuckis Ärzte setzten den jungen Patienten auf die Warteliste bei Eurotransplant. Er erhielt die höchste Dringlichkeitsstufe "HU" - "High Urgency".

Einen geeigneten Organspender in kurzer Zeit zu finden, ist nicht immer einfach. "Das Gewicht des Spenders muss passen, die Blutgruppe auch", erklärt der behandelnde Arzt Utz Settmacher vom Uniklinikum Jena. Es kann deshalb vorkommen, dass Patienten, die auf der Warteliste stehen, sterben, ehe ein passendes Organ gefunden wird.

Doch Magnucki hatte . In einer mehrstündigen Operation erhielt er am 17. August neue Organe - der Tag des Eingriffs jährt sich nun zum ersten Mal. Dem Studenten wurden die Organe in einem Block eingesetzt, darin enthalten: Magen, Dünndarm, Bauchspeicheldrüse und Leber. Bereits kurz nach dem Einsetzen nahmen sie die Arbeit auf, der Zustand des Studenten stabilisierte sich.

Magnucki feiert ersten "Organ-Geburtstag"

Nach dreieinhalb Monaten konnte der Student des Klinikum schließlich wieder verlassen. Zwar muss er täglich bis zu 25 Tabletten schlucken, damit sein Körper die Organe nicht abstößt. Doch dem jungen Mann geht es den Umständen entsprechend gut. Er sei "einfach nur dankbar", insbesondere seinen Ärzten und dem Spender oder der Spenderin. 

Den Jahrestag der Transplantation will Magnucki nun wie einen Geburtstag feiern, zusammen mit seiner Familie, Freunden und einem großen Kuchen. Nur auf Alkohol muss er seit seiner Operation verzichten - sicherlich nur ein kleiner Wermutstropfen für den 25-Jährigen.


ikr

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Wissenscommunity