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Ein ungewöhnlicher Patient: 18-Jähriger geht mit Bauchschmerzen zum Arzt - die Diagnose lautet "Pfannkuchenniere"

Einem jungen Inder bereitet sein Bauch immer wieder Probleme. Dann wird er mit einem Darmverschluss ins Krankenhaus eingeliefert. Auf einer CT-Aufnahme entdecken die Ärzte eine Überraschung.

CT-Aufnahme einer Pfannkuchenniere

CT-Aufnahme: Der Pfeil deutet auf die Nieren des Mannes

Bauchschmerzen sind ein unspezifisches Symptom. Sie können auf verschiedenste Krankheiten hindeuten oder aber auch psychisch bedingt sein, zum Beispiel durch zu viel Stress. Oft verschwinden Bauchschmerzen wieder von selbst - so schnell wie sie gekommen sind. Nicht so bei einem 18-jährigen Inder: Der Patient wurde wegen seiner Bauchschmerzen in ein indisches Krankenhaus eingeliefert und zeigte Symptome eines akuten Darmverschlusses - Übelkeit, Aufstoßen, Blähungen und Erbrechen. Begleitend kann Fieber auftreten, der Puls schnellt in die Höhe.

Es war nicht das erste Mal, dass der junge Mann wegen eines Darmverschlusses in ein Krankenhaus musste. Im Alter von zehn Jahren war er zum ersten Mal erkrankt. Eine große Narbe, die quer über seinen Bauch verlief, zeugte von der Erkrankung. Ein Ärzteteam hatte den Jungen damals operiert. Bei einem Darmverschluss ist die Arbeit des Darms gestört. Der Kot wird nicht mehr weiter transportiert und staut sich auf. Ein Darmverschluss ist ein Notfall und kann unbehandelt lebensbedrohlich sein. Häufig muss sofort operiert werden.

Dieses Mal hatte der junge Inder mehr Glück. Der Verschluss konnte unter anderem durch Flüssigkeitszufuhr über einen Tropf gelöst werden. Dass die Krankheit bereits zum zweiten Mal aufgetreten war, ließ das Ärzteteam um Manu Vats vom "University College of Medical Sciences" in Neu-Delhi jedoch stutzig werden. Sie veranlassten eine Computertomografie des Bauchraums - und machten eine überraschende Entdeckung.

Auf den Aufnahmen ist deutlich zu erkennen, dass die Nieren des Mannes in der Mitte zusammengewachsen sind. In Fachkreisen wird diese angeborene Fehlbildung auch als "Pfannkuchen-Niere" bezeichnet. Der Name dürfte in erster Linie der Optik zuzuschreiben sein: Die Nieren sind verschmolzen und erscheinen wie eine einzelne flache Masse.

Wie das Ärzteteam im Fachblatt "BMJ Case Reports" schreibt, handelt es sich dabei um eine "extrem seltene" Fehlbildung, die in der frühen embryonalen Entwicklung passiert. Grundsätzlich lassen sich mehrere Formen von Nieren-Fehlbildungen unterscheiden. Die Pfannkuchen-Niere macht weniger als zehn Prozent aller Fälle aus.

In der Regel verursacht die Fehlbildung keine Beschwerden und wird meist zufällig diagnostiziert. Solange die Niere keine Beschwerden bereitet, muss sie auch nicht therapiert werden. Unter Umständen erkranken Betroffene jedoch auffallend oft an Harnwegsinfekten, Fieber und unklaren Bauchschmerzen. Patienten mit einer Pfannkuchenniere scheinen zudem ein erhöhtes Risiko für bösartige Tumore zu haben. Das Ärzteteam empfiehlt Betroffenen daher, regelmäßige Kontroll-Termine vornehmen zu lassen.

Unklar ist, ob die Niere die Ursache für das Leiden des jungen Inders war. Wie das Ärzteteam schreibt, reagierte er gut auf die Therapie gegen den Darmverschluss. Schon bald konnten sie die Behandlung beenden. Über die weitere Krankheistgeschichte des Mannes ist nichts bekannt.

ikr
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