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Gut zu wissen: Ständig Blasenentzündung? Diese zehn Tipps sind einen Versuch wert

Eine Blasenentzündung nervt und ist schmerzhaft: Ständig zwickt die Blase, das Wasserlassen brennt. Wie lässt sich einer erneuten Infektion vorbeugen?

Eine Frau hält sich den Bauch

Blasenentzündungen sind schmerzhaft - und können den Alltag betroffener Frauen zum Spießrutenlauf machen

Getty Images

Die Übeltäter heißen in den meisten Fällen "Escherichia coli". Die Bakterien gelangen in die Harnröhre, wandern in die Blase und entzünden die Schleimhäute. Die unangenehmen Folgen: ständiger Harndrang, Brennen beim Wasserlassen, Ziehen in der Bauchgegend. Frauen sind besonders oft von Blasenentzündungen betroffen. Der Grund liegt in der Anatomie: Frauen haben im Vergleich zu Männern eine recht kurze Harnröhre. Keime haben da leichtes Spiel. 

Besonders ärgerlich: Wer einmal eine Blasenentzündung hatte, bekommt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine zweite. Das Risiko liegt nach abgeklungener Entzündung im Laufe der folgenden zwölf Monate bei immerhin 50 Prozent. Wie lässt sich dem vorbeugen? Wir haben 10 nützliche Tipps zusammengestellt.

1. Atmungsaktive Unterwäsche

Ein Feind von Blasenentzündungen sind atmungsaktive, gut sitzende Unterhosen aus Baumwolle. Versuchen Sie, auf synthetische Stoffe und unbequeme Modelle zu verzichten. Keime und Bakterien können sich darauf leichter vermehren.

2. Die richtige Intimhygiene

Meiden Sie aggressive Waschlotionen - sie schädigen die Vaginalflora, die eine natürliche Barriere gegen Keime und Bakterien bildet. Den Intimbereich reinigen Sie am besten ausschließlich mit warmem Wasser. Wer auf Duschgele nicht verzichten möchte, kann auf pH-neutrale Waschlotionen zurückgreifen.

3. Richtig pinkeln

Sie gehen erst dann auf Toilette, wenn die Blase voll ist? Wenn Sie zu Blasenentzündungen neigen, sollten Sie das stille Örtchen häufiger aufsuchen - das spült Keime aus Blase und Harnröhre. Wichtig dabei: Die Blase vollständig leeren und nichts zurückhalten.

4. Von vorne nach hinten wischen

Nach dem Klogang besonders wichtig: Von vorne nach hinten wischen, nicht umgekehrt. Andernfalls gelangen Bakterien in Richtung Harnröhre - das Risiko für eine Blasenentzündung steigt.

5. Ausreichend trinken

Experten empfehlen, am Tag mindestens zwei Liter zu trinken. Die Flüssigkeit regt den Harndrang an, Krankheitserreger werden aus der Blase gespült.

6. Auf die Kraft von Kräutern vertrauen

Ein gängiges Hausmittel gegen Blasenentzündungen sind Cranberry-Produkte. Abwegig ist das nicht, schließlich enthalten die Beeren eine Substanz, die verhindern kann, dass sich Keime an der Blasenwand festsetzen. Belegt ist die Wirkung der Beeren jedoch nicht, urteilte die angesehene Cochrane-Collaboration vor einigen Jahren. Besser: Warme Tees aus Preiselbeeren, Birke und Löwenzahn trinken. Sie wirken harntreibend und reinigen die Blase.

7. Immer schön einpacken

Entgegen dem Mythos führen Kleidung und nasse Badesachen nicht automatisch zu einer Blasenentzündung. Denn dafür müssen Keime vorliegen. Sind Bakterien allerdings schon in die Harnröhre vorgedrungen, erleichtert Kälte eine Entzündung. Daher gilt: Füße, Unterleib und Rücken immer schön warm einpacken.

8. Nach dem Sex pinkeln

Beim Sex haben Bakterien leichtes Spiel: Durch Reibung und Petting können sie mühelos Richtung Harnröhre wandern.  Wer nach dem Sex auf die Toilette geht, kann einer Entzündung effektiv vorbeugen.

9. Das richtige Verhütungsmittel wählen

Einige Verhütungsmittel scheinen das Risiko einer Blasenentzündung zu erhöhen, zum Beispiel das Diaphragma oder der Einsatz spermienabtötender Cremes. Setzen Sie stattdessen auf Kondome. Nach Angabe der "Techniker Krankenkasse" halten sie Bakterien, die beim Sex übertragen werden, von den Harnwegen fern.

10. Den Arzt zu Rate ziehen

Sie haben immer wieder Blasenentzündungen oder die aktuellen Blasenentzündung will einfach nicht abklingen? Dann sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen, am besten einen Urologen. Dieser kann beurteilen, ob bei Ihnen weitere Risikofaktoren für Infekte vorliegen, zum Beispiel anatomische Veränderungen im Harnwegsbereich. Außerdem kann er rechtzeitig eine Therapie mit Antibiotika verschreiben und so verhindern, dass sich die Entzündung auf die Nieren ausweitet.

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ikr
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