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BQ.1.1 "Höllenhund"– was Sie jetzt zur neuen Corona-Variante wissen sollten

Neue Mutation des Coronavirus Cerberus
Immer wieder mutiert das Coronavirus. Wie gefährlich die neue Omikron-Variante "Cerberus" ist.
© NiseriN / Getty Images
Die Omikron-Variante Cerberus breitet sich aus. Sie könnte das Immunsystem besser austricksen als ihre Vorgänger. Wie gefährlich ist BQ.1.1?

Inhaltsverzeichnis

Seit Monaten ist die Omikron-Sublinie BA.5 für die meisten Infektionen in Deutschland verantwortlich. Doch immer wieder entwickeln sich weitere Subtypen, die eine neue Infektionswelle anfachen können. Der neuste Kandidat dafür: BQ.1.1. Die Variante wird auch "Cerberus" genannt – ein Name aus der griechischen Mythologie. Sie hat deswegen den Spitznamen "Höllenhund". Was wir bereits über die Corona-Variante wissen.

Wie gefährlich ist BQ.1.1?

Bioinformatiker Cornelius Römer beobachtet Cerberus schon seit September. Er arbeitet am Biozentrum in Basel. BQ.1.1 ist eine Sublinie von BA.5 und hat noch drei weitere Mutationen am Spike-Protein, informiert er auf Twitter. Genau die Stelle, mit der das Virus die Körperzellen kapert. Durch Mutationen am Spike-Protein kann unser Immunsystem das Virus nicht mehr so gut erkennen. Die Folge: Das mutierte Virus kann unsere Immunabwehr besser umgehen als vorherige Varianten.

Wie verbreitet ist "Cerberus" bisher?

BQ.1.1 breitet sich vor allem in Europa und Nordamerika aus. Der aktuellste Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigt, dass immer noch 96 Prozent der Corona-Infektionen auf das Konto von BA.5 gehen. Zu BQ.1.1 heißt es im Wochenbericht: "Zwar noch selten, aber zunehmend in Deutschland nachgewiesen" Die Daten beziehen sich allerdings auf die Kalenderwoche 39, also vom 25. September bis 1. Oktober.

Im Gespräch mit dem "Spiegel" erklärte der Bioinformatiker Cornelius Römer, dass sich eine neue Welle bereits aufbaue – angetrieben von BQ.1.1. Laut Cornelius Römer hinken die Daten vom RKI dem Infektionsgeschehen rund drei Wochen hinterher. "Mittlerweile dürfte schon in zehn Prozent der Proben BQ.1.1 zu finden sein. Der Anteil verdoppelt sich etwa jede Woche", sagte Cornelius Römer dem "Spiegel".  Auch der US-Immunologe Dr. Anthony Fauci spricht gegenüber "CBS News" von einer rasanten Verdopplungszeit.

Wie gut schützt die Corona-Impfung noch vor der "Höllenhund"-Variante?

Wie gut genau Impfung und/oder eine durchgemachte Infektion vor einer Infektion mit der neuen Variante schützen, ist noch unklar. Doch vor einem schweren Verlauf sollte die Impfung oder eine durchgemachte Infektion auch weiterhin schützen, so der Virologe Martin Stürmer gegenüber dem "ZDF". Allerdings: Ein Untersuchung im Labor, die noch nicht von einem Fachpublikum begutachtet wurde, deutet darauf hin, dass BQ.1.1 auch die Immunität von Menschen umgehen könnte, die vollständig geimpft sind und sich zusätzlich mit einer Corona-Variante infiziert hatten.

Und wie sieht es mit den angepassten Omikron-Impfstoffen aus?

Dr. Anthony Fauci sagte gegenüber "CBS-News": "Der bivalente BA.5-Impfstoff wirkt nicht nur gut gegen die dominante BA.5-Variante, sondern schützte auch vor neuen Omikron-Sublinien von BA.5. Die größte Sorge derzeit ist, dass neue Omikron-Varianten die Wirkung monoklonaler Antikörper umgehen könnten." Monoklonale Antikörper werden bei immunsupprimierten Menschen zum Schutz vor einer Covid-19-Infektion eingesetzt, da bei ihnen durch die Corona-Impfung in einigen Fällen keine oder nur kaum Antikörper gebildet werden. Grund dafür sind die Medikamente, die das Immunsystem herunterfahren. Dies wird beispielsweise nach Organtransplantationen gemacht, damit das Spenderorgan nicht abgestoßen wird.

Anthony Fauci appelliert daher besonders an Immungeschwächte, sich mit dem angepassten BA.5-Impfstoff impfen zu lassen, um sich vor schweren Infektionen zu schützen. Er hält es auch bei Personen für sinnvoll, die nicht so gut auf die Corona-Impfung ansprechen wie immungesunde Personen.

Quellen: Twitter Cornelius Römer, CBS News 1, CBS News 2, Spiegel,ZDF, RKI, New York Mag, Studie im Preprint

rha

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