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Umfrage zur Pandemie Soll Deutschland eine Corona-Impfpflicht einführen? Stimmen Sie ab!

Aufruf zur Impfung
Wo es geht, werden die Bürger zum Impfen aufgerufen. Doch die gewünschte Wirkung bleibt bislang aus.
© Oliver Berg / Picture Alliance
Angesichts der steigenden Corona-Zahlen in Deutschland werden Rufe nach einer Verpflichtung zum Impfen lauter. Was halten Sie von einer Impfpflicht? Stimmen Sie ab!

Die vierte Corona-Welle in Deutschland schwillt immer weiter an. Das Robert-Koch-Institut meldete am Freitag 263,7 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche, das ist der höchste Wert seit Beginn der Pandemie und der fünfte Rekordwert in Folge. Die Zahl der Neuinfektionen mit Sars-Cov-2 binnen eines Tages liegt laut RKI bei 48.640. Am Donnerstag waren noch 50.196 gemeldet worden und damit erstmals mehr als 50.000.

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Angesichts der sich zuspitzenden Lage werden Rufe nach einer Pflicht zur Impfung gegen das Coronavirus lauter. So rät der Deutsche Ethikrat, eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen zu prüfen. Konkret nannte das Gremium Menschen "wie ärztliches und pflegendes Personal, aber auch Mitarbeitende des Sozialdienstes, der Alltagsbegleitung oder der Hauswirtschaft". Diese trügen "eine besondere Verantwortung dafür, die ihnen Anvertrauten nicht zu schädigen". Gleiches gelte für "Institutionen und Einrichtungen, die dafür verantwortlich sind, die dort versorgten Menschen keinen vermeidbaren gesundheitlichen Gefahren auszusetzen."

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert eine begrenzte Impfpflicht: "Wir brauchen eine partielle Impfpflicht, insbesondere für bestimmte Berufsgruppen. Das ist dringend notwendig, mindestens in sensiblen Bereichen, beispielsweise in Alten- und Pflegeheimen oder Krankenhäusern."

Ähnlich sieht das die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina. "Impfpflichten für Multiplikatorengruppen" seien eine Möglichkeit, "unsere Instrumente für die Eindämmung der Pandemie zu verbessern", erklärte ihr Präsident Gerald Haug. Zu diesen Gruppen könne man Pflegepersonal, Lehrer und andere Berufsgruppen mit viel Kontakt zu anderen Menschen zählen.

Sogar allgemeine Impfpflicht im Gespräch

Noch weiter geht die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos). Bei stagnierender Impfquote hält sie sogar eine allgemeine Impfpflicht für nötig. Im "Kölner Stadt-Anzeiger" bezeichnete sie die 2G-Regelung als "letzten Schritt vor einer Impfpflicht". Eine allgemeine Pflicht werde wohl kommen müssen, wenn sich nicht mehr Menschen für eine Impfung entschieden. "Ich fürchte, dass wenn wir bis Weihnachten keinen richtigen Schub bei der Impfquote haben, werden wir über eine Impfpflicht für alle diskutieren müssen", sagte Reker der Zeitung. Mit den "Einschränkungen in unserem Leben" könne es auf Dauer nicht so weitergehen.

Einige Maßnahmen, die in Deutschland diskutiert werden oder schon gelten, aber nicht konsequent umgesetzt werden, sind zum Beispiel in Frankreich längst Standard. Bereits seit Mitte September gilt dort eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen, vor allem Pflegeberufe. Präsident Emmanuel Macron hatte angekündigt, Impfverweigerer aus diesen Gruppen ohne Gehalt freizustellen. Das betraf mehrere tausend Menschen, machte aber keine großen Schlagzeilen.

Der Ethikrat hofft, "dass bereits die Diskussion um die Einführung einer gesetzlichen Impfpflicht als ein Signal in den Institutionen wahrgenommen wird, zügig effektive, aufsuchende Impfkampagnen mit zielgruppenspezifischer Information und Aufklärung für die verschiedenen Berufsgruppen zu organisieren".

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mad

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