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Divi-Intensivregister Interaktive Deutschlandkarte: Wie viele Intensivbetten sind in Ihrer Region noch frei?

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Aktuell werden in Deutschland mehr als 3400 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch versorgt – so viele wie noch nie. Wie ist die Lage in Ihrer Region? Das zeigt ein Blick auf unsere interaktive Deutschlandkarte.

Junge, gesunde Menschen können eine Covid-19-Erkrankung meist zuhause auskurieren – ältere oder vorerkrankte Menschen sind bisweilen auf medizinische Hilfe in Kliniken angewiesen. Bei den aktuell hohen Infektionszahlen steigt auch die Zahl der Patienten, die intensivmedizinisch behandelt werden müssen. Laut Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) beläuft sich die Zahl aktuell auf 3436 Patienten (Stand: 16. November). Der Höchstwert aus der ersten Welle (2850 Fälle) ist damit deutlich überschritten.

Wie viele Intensivbetten stehen derzeit in einzelnen Regionen Deutschlands zur Verfügung? Wo reichen die Kapazitäten aus? Und in welchen Regionen stoßen die Kliniken allmählich an ihre Kapazitätsgrenze? Das verrät ein Blick auf die interaktive Deutschlandkarte, die aus Daten des Divi-Intensivregisters gespeist wird. Deutschlandweit sind darin 1288 Krankenhaus-Standorte erfasst.

Grafik: Auslastung von Intensivbetten

Hinweis: Sollten die Grafiken auf ihrem Mobilgerät nicht richtig dargestellt werden, klicken Sie bitte hier

Je nach Region ergibt sich ein unterschiedliches Bild: Kitzingen meldet laut Divi-Register derzeit eine Komplett-Auslastung der Intensivbetten – jedes zweite Bett ist demnach mit einem Covid-19-Patienten belegt (Stand: 16. November). Volle Auslastung herrscht demnach auch im Hochtaunuskreis und in der Region Dachau. Andere Kreise und kreisfreie Städten haben dagegen noch mehr als 50 Prozent freie Kapazitäten. In Oberhavel im Norden des Landes Brandenburg sind aktuell 40,4 Prozent der Intensivbetten belegt – sieben Prozent mit Covid-19 Patienten. Allerdings: Die Anzahl der Intensivbetten kann je nach Region stark schwanken. Im Kreis Oberspreewald-Lausitz gibt es lediglich zwölf Intensivbetten, in Berlin 1266. Eine Übersicht finden Sie hier.

Hinweis: Die obenstehende Grafik zeigt den zeitlichen Verlauf der gemeldeten Intensivbetten im Divi-Register. Die Sprünge ab Ende März sind entstanden, weil sich weitere Kliniken dem Register angeschlossen haben.

Kapazitäten der Intensivstationen

Deutschlandweit stehen laut Divi-Register rund 28.300 Intensivbetten zur Verfügung. 21.350 sind derzeit belegt (Stand: 16. November). Um Kliniken zu entlasten, fordert Divi-Präsident Uwe Janssens alle verschiebbaren Eingriffe in Corona-Hotspots abzusagen. "Wir brauchen jetzt ein klares Signal der Politik, dass die enorme Belastung des Krankenhauspersonals gesehen wird und Konsequenzen daraus gezogen werden. Wenn wir jetzt nichts ändern können, wird bald in einigen Regionen Deutschlands die Versorgung aller Patienten nicht mehr sicherzustellen sein. Die Zeit drängt!", sagte Janssens in einer gemeinsamen Mitteilung, an der sich unter anderem auch der Marburger Bund beteiligt hat.

Um Patienten bei lokalen Engpässen in der intensivmedizinischen Versorgung adäquat versorgen zu können, sollen sie im Ernstfall auch zwischen einzelnen Bundesländern verteilt werden. Das sieht ein Konzept des Bundesinnenministeriums vor. Fünf Versorgungsregionen sind demnach geplant: Eine Versorgungsregion soll im Norden Hamburg, Bremen, Niedersachen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sein. Im Osten sind es Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Hessen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland sollen sich im Süd-Westen unterstützen. Nordrhein-Westfalen und Bayern bilden jeweils eigene Versorgungsregionen, da die Bundesländer bevölkerungsreich sind.

ikr / Grafiken: rös

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