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Impf-Verordnung Wer wird wann gegen Corona geimpft? Das sind die drei Impfgruppen – und diese Menschen gehören dazu

Sehen Sie im Video: "Don't call us, we call you" – Spahn bittet bei Impfstoffverteilung um Geduld.




Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU): "Die Briten können das immer besser ausdrücken, weil es dann irgendwie freundlich und doch klar klingt. 'Don't call us - We call you' hat das britische Gesundheitssystem sozusagen vermittelt und mir ist einfach wichtig, dass jetzt nicht am 27. oder 28.12. irgendwie alle aus nachvollziehbaren Gründen und Sorgen versuchen, gleich einen Termin zu bekommen, sondern wirklich miteinander erst einmal Geduld haben und die Gruppen zuerst, die jetzt eben auch dafür definiert sind." "Wenn denn dann auch jüngere und mobile Menschen in die Möglichkeit kommen, geimpft zu werden nach und nach, bitte bis dahin gedulden, dann kann nicht die erste Frage sein: Was darf ich jetzt alles wieder und lasse ich die Maske gleich im Bus weg? Und dann haben wir irgendwann die Busse, wo die einen sagen: Ich brauche nicht mehr und die anderen tragen. Ich finde, wenn man schon früher dran ist als andere aus guten Gründen, gibt es auch eine Frage von Solidarität, dann nicht gleich zu sagen: Jetzt gelten aber alle Regeln für mich nicht mehr." "Wenn Sie schauen, wo haben wir besonders viele Infektionen in Deutschland, sind das Pflegeeinrichtungen, aber eben auch Gemeinschaftsunterkünfte. Und das ist ja der Grund, warum sie entsprechend mit in den Blick genommen sind. Gleichwohl haben wir für diejenigen, beispielsweise Bereitschaftspolizisten, die zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit, etwa bei Demonstrationen, auch einem Risiko ausgesetzt sind. Sie sind ausdrücklich in der Gruppe 2 auch drin. Ich als Minister, wir sind grundsätzlich hier das Ministerium, öffentliche Verwaltung in bestimmten Strukturen, kritische Infrastruktur Gruppe 3. Ich kann mir aussuchen, wer mir begegnet. Ich kann eine Maske tragen und mein Gegenüber dazu auffordern, dies auch zu tun. Der Polizist bei der Querdenker-Demo im Einsatz kann das nicht."
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Noch ist in Deutschland kein Corona-Impfstoff zugelassen. Wenn das der Fall ist, können trotzdem nicht alle Menschen in Deutschland sofort geimpft werden. Deshalb gibt es laut Verordnung drei Impfgruppen.

Zum geplanten Start von Corona-Impfungen werden nur begrenzte Impfstoffmengen verfügbar sein - deshalb soll in der Anfangsphase dafür eine Reihenfolge gelten. Eine Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums legt dafür drei Stufen fest:

Gruppe 1 - höchste Priorität

  • Personen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben
  • Personen, die in stationären Einrichtungen gepflegt, behandelt oder betreut werden, oder dort tätig sind
  • Personen, die in ambulanten Pflegediensten regelmäßig ältere oder pflegebedürftige Menschen betreuen
  • Personal in medizinischen Einrichtungen mit einem sehr hohem Infektionsrisiko - besonders in Intensivstationen, Notaufnahmen und Rettungsdiensten, der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, in Corona-Impfzentren
  • Personen, die in medizinischen Einrichtungen regelmäßig Personen mit sehr hohem Risiko für schwere Corona-Verläufe haben - besonders in der Krebsbehandlung oder Transplantationsmedizin

Gruppe2 - hohe Priorität

  • Personen, die das 70. Lebensjahr vollendet haben
  • Personen mit sehr hohem oder hohem Risiko für einen schweren oder tödlichen Corona-Verlauf: mit Trisomie 21, Demenz oder geistiger Behinderung, nach Organtransplantation
  • eine enge Kontaktperson von Pflegebedürftigen und von Schwangeren
  • Beschäftigte, die geistig behinderte Menschen in Einrichtungen oder ambulanten Pflegediensten regelmäßig betreuen
  • Personal in medizinischen Einrichtungen mit hohem oder erhöhtem Corona-Ansteckungsrisiko - besonders Ärzte und sonstiges Personal mit regelmäßigem unmittelbarem Patientenkontakt, Personal in Blut- und Plasmaspendediensten, in Corona-Testzentren
  • Polizei- und Ordnungskräfte mit hohem Infektionsrisiko besonders bei Demonstrationen; Mitarbeiter im öffentlichen Gesundheitsdienst oder relevanten Positionen zum Aufrechterhalten des Klinikangebots; Bewohner und Personal in Gemeinschaftsunterkünften für Obdachlose und Asylbewerber

Gruppe 3 - erhöhte Priorität

  • Personen, die das 60. Lebensjahr vollendet haben
  • Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren oder tödlichen Corona-Verlauf: mit Adipositas (Body-Mass-Index über 30), chronischer Nieren- oder Lebererkrankung, Immunschwäche oder HIV, Diabetes mellitus, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörung (Arrhythmie), Vorhofflimmern, koronarer Herzkrankheit, arterieller Hypertension Bluthochdruck), Schlaganfall, Krebs, Asthma, Autoimmunerkrankungen, rheumatischen Erkrankungen
  • Personen in besonders relevanter Position des Staates - besonders in Verfassungsorganen (u.a. Bundestag, Bundesregierung), Regierungen und Verwaltungen, Streitkräften, Polizei, Zoll, Feuerwehr, Justiz, Katastrophenschutz mit Technischem Hilfswerk
  • Personen in besonders relevanter Position in weiteren Einrichtungen und Unternehmen - besonders Apotheken, Pharma, Ernährungsbranche, Wasser-, Energie- und Abfallwirtschaft, Transport- und Verkehrswesen, Informationstechnik und Telekommunikation
  • Personal in medizinischer Einrichtungen mit niedrigem Infektionsrisiko, besonders in Laboren; dortiges Personal, das keine Patienten mit Verdacht auf Infektionskrankheiten betreut
  • Personen im Lebensmitteleinzelhandel
  • Erzieherinnen, Lehrkräfte
  • Personen mit prekären Arbeits- oder Lebensbedingungen
tkr DPA

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