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News Coronavirus-Pandemie Wegen Virusvariante: Ausgangs- und Kontaktsperre in Flensburg – Schulen bleiben zu

20 Millionen Dosen in Deutschland verimpft – diese Bundesländer sind Spitzenreiter
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Ermittler in Spanien und Italien decken kriminelle Geschäfte mit Masken auf +++ Lindner fordert neue Corona-Beratungen noch im Februar +++ Corona gibt Nachfrage nach privaten Saunen einen Schub +++ Die Nachrichten zur Coronavirus-Pandemie im stern-Ticker.

Ausgangs- und Kontaktsperre in Flensburg wegen Corona-Lage

Wegen hoher Corona-Infektionszahlen und der Ausbreitung der britischen Virusvariante gilt in Flensburg ab Samstag eine Ausgangssperre. Diese betreffe die Zeit zwischen 21.00 und 05.00 Uhr, sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Mittwoch. Außerdem dürften Angehörige eines Hausstandes dann keine anderen Menschen mehr treffen, weder draußen noch drinnen. Zugleich werden laut Günther bisher schon geltende Maßnahmen von der Stadt Flensburg auf das gesamte Kreisgebiet ausgedehnt. Dazu gehörten etwa die Vorschrift, dass nur ein Mensch alleine einkaufen gehen darf, und die Pflicht zum Tragen von Masken auf Spielplätzen.

Im ganzen Kreis werden demnach anders als im Rest des Bundeslandes auch die Schulen nicht am 22. Februar wieder öffnen. In den Kitas bleibe es weiterhin bei einer Notbetreuung. Zuletzt wurde in der Stadt Flensburg häufig die zuerst in Großbritannien aufgetretene Corona-Variante B.1.1.7 nachgewiesen, die als besonders ansteckend gilt. Die Sieben-Tages-Inzidenz in der Stadt liegt bei 181,9 und damit weit über dem Landesschnitt.

Ermittler in Spanien und Italien decken kriminelle Geschäfte mit Masken auf

Die Behörden in Spanien und Italien haben großangelegte kriminelle Geschäfte mit Corona-Schutzmasken aufgedeckt. In Italien entdeckte die Polizei mehrere Fälle von Bestechlichkeit bei einem Regierungsauftrag für den Kauf von 800 Millionen Masken, in Spanien ging es um vier Millionen gefälschter FFP2- und KN95-Masken. Wie die italienische Polizei am Mittwoch mitteilte, ging der Auftrag für den Kauf der Masken in Höhe von 1,25 Milliarden Euro an drei chinesische Firmen. Vermittelt wurde das Geschäft von italienischen Firmen, die für ihre Rolle Dutzende Millionen Euro an Kommission von den chinesischen Unternehmen erhielten. Die Polizei beschlagnahmte von den Verdächtigen Vermögenswerte für insgesamt 70 Millionen Euro, darunter Immobilien in Rom, Luxuswagen, Schmuck und eine Yacht.

Eher zufällig kam die spanische Polizei einem geplanten Handel mit gefälschten Masken in einem südlichen Vorort Madrids auf die Spur. Als die Beamten einem Hinweis auf eine illegale Party von knapp 50 jungen Menschen in einem Hotel nachgehen wollten, entdeckten sie dort Kartons mit angeblich zertifizierten Schutzmasken und einem Drucker für die entsprechenden Aufdrucke KN95 et FFP2. Sie nahmen den Hotelbesitzer als mutmaßlichen Drahtzieher des Betrugs fest.

Selbsttests an Schulen in Österreich: 536 positive Fälle

Bei den Corona-Tests an österreichischen Schulen sind in dieser Woche 536 Schüler und Lehrer positiv getestet worden. Das teilte das Bildungsministerium der österreichischen Nachrichtenagentur APA mit. Am Montag und Mittwoch wurden insgesamt 1,3 Millionen sogenannte Nasenbohrer-Tests gemacht. Wer den seit 8. Februar wieder eingeführten Präsenzunterricht besuchen will, muss sich selbst testen. "Gerade Volksschulkinder verstehen es von Woche zu Woche besser, die Probenentnahme durchzuführen und damit für valide Ergebnisse zu sorgen", sagte Bildungsminister Heinz Faßmann. Im Vergleich zur Vorwoche stieg die Zahl der Fälle in einzelnen Bundesländern. Dies liege aber wohl nicht an einer steigenden Infektionshäufigkeit, sondern an einer besseren Testroutine, hieß es.

Mit den Selbsttests würden die hochinfektiösen Schülerinnen und Schüler entdeckt und damit weitere Ansteckungen verhindert. Das österreichische Modell mache Schule. Mittlerweile hätten sich Tschechien, die Slowakei, Frankreich und einige deutsche Länder danach erkundigt, so das Ministerium.

Schweiz will Anti-Corona-Maßnahmen lockern – Läden vor Öffnung

In der Schweiz sollen ab 1. März alle Läden, Museen, Zoos und Erlebnisparks wieder öffnen. Im Freien sollen Treffen mit 15 Personen erlaubt sein, stellte die Schweizer Regierung entsprechende Weichen. Definitiv entscheiden will die Regierung in einer Woche. "Wir haben eine positive Ausgangslage", sagte Gesundheitsminister Alain Berset. Damit sei jetzt das Ziel, stufenweise Lockerungen anzugehen. Künftig soll es für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre mehr erlaubte Sport- und Kulturangebote geben. Ab April seien Kultur- und Sportveranstaltungen mit Publikum in eng begrenztem Rahmen wieder denkbar, ebenso Sport in Innenräumen oder die Öffnung von Restaurantterrassen. Restaurants sollen allerdings geschlossen bleiben. Auch die Pflicht zum Homeoffice werde aufrecht erhalten, hieß es.

Wichtige Kriterien zur Beurteilung der Infektionslage seien der Anteil der positiven Fälle unter den Getesteten, der unter fünf Prozent liegen soll. Die Auslastung der Intensivpflegeplätze mit Covid-19-Patienten soll weniger als 25 Prozent betragen. Die durchschnittliche Reproduktionszahl über die letzten 7 Tage soll höchstens 1 sein. Zuletzt lag der Wert bei 0,88 und damit minimal höher als in Deutschland.

Lindner fordert neue Corona-Beratungen noch im Februar

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner fordert, die für den 3. März geplanten Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Lage vorzuziehen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans sollten Bundeskanzlerin Angela Merkel (alle CDU) ermutigen, "noch im Februar zu den nächsten Corona-Beratungen einzuladen. Es muss jetzt einen Stufenplan und damit eine Perspektive für die Menschen geben", sagte Lindner der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken. Es fehlten nach wie vor "konkrete Beschlüsse, auf die die Wirtschaft aufbauen kann", sagte Lindner vor seiner Rede zum politischen Aschermittwoch bei der FDP Saar.

Coronakrise lässt Reallöhne 2020 um ein Prozent sinken

Die Coronakrise hat die Lohnentwicklung im Pandemie-Jahr 2020 stark beeinflusst und erstmals seit Beginn der Erhebung im Jahr 2007 zu einem nominalen Verdienstrückgang geführt. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte, sank der Nominallohnindex im Jahresdurchschnitt um rund 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Da die Verbraucherpreise zugleich um knapp 0,5 stiegen, mussten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Verdiensteinbußen von real rund ein Prozent hinnehmen. Der Nominalindex bildet die Entwicklung der Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen ab. Als Grund für die rückläufige Lohnentwicklung hoben die Statistiker den verbreiteten Einsatz von Kurzarbeit hervor. Das Kurzarbeitergeld, das die Einkommensverluste für viele Beschäftigte abgefedert hat, wird bei den Nominallöhnen jedoch nicht berücksichtigt. 

EU will bis zu 300 Millionen weitere Impfdosen von Moderna

Die EU-Kommission hat einen Vertrag über bis zu 300 Millionen weitere Impfstoffdosen des US-Herstellers Moderna ausgehandelt. Dies teilte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen in Brüssel mit.

Spahn: Britische Virusmutation breitet sich schnell aus

Die ansteckenderen Varianten des Coronavirus breiten sich in Deutschland schnell aus. Nach neuen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) stieg der Anteil der in Großbritannien entdeckten Mutation binnen zwei Wochen von knapp 6 auf mehr als 22 Prozent. Das teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin aus. "Wir müssen damit rechnen, dass die Variante bald auch bei uns die dominierende werden könnte“, sagte Spahn. Der Anteil der britischen Variante verdoppele sich jede Woche. Die zunächst in Südafrika aufgetretene Mutation habe in Deutschland ferner einen Anteil von 1,5 Prozent, teilte Spahn mit. Das RKI habe 23 000 positive Testergebnisse in einer repräsentativen Stichprobe und weitere Daten ausgewertet. Weitere Details wollte das RKI noch am Mittwoch mitteilen.

Spahn machte deutlich, dass dennoch die Infektionszahlen insgesamt zunächst weiter gesunken seien. Das zeige, dass die Schutzmaßnahmen wirkten. Die stärkere Verbreitung der Varianten sieht Spahn auch als wichtig für die Debatte um Lockdown-Lockerungen an. An diesem Freitag wollten RKI-Chef Lothar Wieler und er weitere Einschätzungen abgeben. Die britische Virusvariante gilt nach Schätzungen als um mindestens 35 Prozent ansteckender als die herkömmliche. Bei den Analysen werden nicht alle Corona-Tests auf Varianten untersucht. Experten hatte auf regionale Unterschiede und mögliche Lücken hingewiesen.

Israel erlaubt Lieferung von Corona-Impfstoff in den Gazastreifen

Nach der Blockade einer früheren Lieferung hat Israeldie Lieferung von tausend Dosen des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V in den Gazastreifen zugesagt. Die Impfdosen würden von der Palästinensischen Autonomiebehörde im Westjordanland in das andere Palästinensergebiet gebracht, teilte das israelische Verteidigungsministerium der Nachrichtenagentur AFP mit. Dafür werde der Grenzübergang Eres zwischen Israel und dem Gazastreifen genutzt.

Anders als im Westjordanland herrscht im Gazastreifen die radikalislamische Hamas. Am Montag hatte Israel eine Corona-Impfstoff-Lieferung in den Gazastreifen blockiert, was sowohl bei der Hamas als auch bei der Palästinensischen Autonomiebehörde auf scharfe Kritik stieß.

Scholz warnt vor Auseinanderdriften der Gesellschaft in Corona-Krise

In seiner Rede zum politischen Aschermittwoch hat SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz zu gesellschaftlichem Zusammenhalt in der Pandemie aufgerufen. "Auch in unserem Land können wir feststellen, dass die Gesellschaft auseinanderdriftet", sagte Scholz in seiner im Internet übertragenen Rede. Die sozialen Gegensätze nähmen zu, die Kluft zwischen Stadt und Land werde größer, der Respekt vor den anderen nehme ab.

"Ich wünsche mir, dass in diesem Land wieder Respekt herrscht", sagte Scholz. Dieses Thema wolle er auch im Bundestagswahlkampf herausstreichen. In seiner Rede verzichtete Scholz auf humoristische Zuspitzungen und Angriffe auf den politischen Gegner, wie sie eigentlich an politischen Aschermittwochs-Veranstaltungen üblich sind. Angesichts der Corona-Krise "muss man ernsthaft sein", sagte Scholz. "Darum geht es in dieser Zeit."

Unionspolitiker stellen Corona-Politik der Regierung infrage

Mehrere Unionspolitiker rücken von der Politik der Bundesregierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie ab. "Ich habe es nicht für klug gehalten, wie die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin vergangene Woche agiert haben", sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU/CSU im Bundestag, Joachim Pfeiffer, der "Augsburger Allgemeinen" vom Mittwoch mit Blick auf die Beschlüsse von Bund und Ländern zur Verlängerung der geltenden Lockdown-Maßnahmen.

"Eine Öffnungsstrategie ist überfällig - sowohl in der Sache und auch psychologisch gesehen", forderte Pfeiffer. Eine Absage erteilte er der Festlegung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten auf einen Inzidenzwert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen als Messlatte für eine weitere Aufhebung von Einschränkungen. Dazu war zuvor auch bereits CDU-Chef Armin Laschet auf Distanz gegangen, der allerdings zuvor selbst die Beschlüsse als NRW-Ministerpräsident mitgetragen hatte. "Die Einzelhändler könnten heute schon öffnen, zum Beispiel mit Einzelterminen und guten Hygienekonzepten", wandte sich Pfeiffer gegen ein Fortgelten des Lockdowns in diesem Bereich. "Es geht ja nicht darum, alles komplett wieder aufzumachen, aber mit Hygienekonzepten sind Handel und Gastronomie nicht die Treiber der Pandemie", sagte der CDU-Wirtschaftspolitiker weiter.

Scholz: Bund übernimmt Finanzierung von kostenlosen Schnelltests 

Finanzminister Olaf Scholz hat zugesagt, dass der Bund die Finanzierung für die geplanten Gratis-Schnelltests in Apotheken, Testzentren und Praxen übernimmt. "Also da gibt es meine volle Unterstützung, und wir werden das auch finanziell wuppen", sagte der SPD-Politiker bei einer Veranstaltung der bayerischen SPD. "Das, glaube ich, können wir uns jetzt auch noch leisten." Er habe Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) seine Unterstützung bereits in der vergangenen Woche zugesichert.

Spahn hatte angekündigt, ab dem 1. März sollten alle Bürger kostenlos von geschultem Personal auf das Coronavirus getestet werden können. Geplant sind demnach Gratis-Schnelltests in Testzentren, Praxen und Apotheken, mit denen man innerhalb von etwa 15 Minuten ein Ergebnis bekommt. Dazu muss man sich einen Nasen- oder Rachenabstrich abnehmen lassen. Die Antigen-Tests gelten jedoch als nicht so genau wie sonst genutzte PCR-Tests. Laut Robert Koch-Institut (RKI) muss ein positives Ergebnis daher per PCR-Test bestätigt werden.

RKI: 7556 Corona-Neuinfektionen und 560 neue Todesfälle 

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 7556 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 560 weitere Todesfälle verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI hervorgeht. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 6.45 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 8072 Neuinfektionen und 813 neue Todesfälle verzeichnet. In diesen Zahlen waren etwa 600 Nachmeldungen von Neuinfektionen aus Nordrhein-Westfalen enthalten, die am Vortag gefehlt hatten. 

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Morgen bundesweit bei 57,0. Vor vier Wochen, am 17. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 136 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die meisten Bundesländer verzeichnen laut RKI weiterhin sinkende Sieben-Tages-Inzidenzen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.350.399 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 4.36 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 66.164.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 0,84 (Vortag 0,86). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 84 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Debatte um Wirksamkeit von Impfstoff von Astrazeneca 

Der Virologe Christian Drosten hält grundsätzliche Bedenken gegen den Astrazeneca-Impfstoff für unbegründet und ist für einen breiten Einsatz des Präparats. Er sehe keine Veranlassung, das Vakzin aus schwedisch-britischer Produktion in Deutschland nicht zu spritzen, sagte der Charité-Virologe im Podcast "Coronavirus-Update" gestern bei NDR-Info. Wenn er sich die öffentliche Diskussion um diesen Impfstoff anschaue, habe er den Eindruck, dass vieles falsch verstanden worden sei. 

Der Impfstoff von Astrazeneca hat eine geringere Wirksamkeit als die beiden anderen in Deutschland zugelassenen Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna. Kürzlich wurde zudem bekannt, dass das Astrazeneca-Präparat bei einer zunächst in Südafrika entdeckten Variante wohl weniger vor milden und schweren Verläufen von Covid-19 schützt. Drosten sieht bei der Studie jedoch einige Einschränkungen. Zudem hält er für Deutschland insbesondere die Variante aus Großbritannien (B.1.1.7) für relevant, wie er erläuterte. Deren Anteil wachse hierzulande, ebenso wie in anderen Ländern. Neue Daten vom Robert Koch-Institut dazu werden in dieser Woche erwartet. B.1.1.7 bedeute aber laut einer Studie keinen Nachteil für die Schutzwirkung des Astrazeneca-Impfstoffs, so Drosten.

Im Zusammenhang mit der niedrigeren Wirksamkeit gibt es Berichte über eine geringere Bereitschaft zur Impfung mit dem Vakzin. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, sprach sich wegen der geringeren Wirksamkeit in der "Rheinischen Post" gegen eine Astrazeneca-Impfung bei medizinischem Personal aus - die Probleme ließen sich nicht "wegdiskutieren".

Drosten sagte hingegen: "Wir müssen alles dransetzen, jetzt so schnell wie möglich in der Breite zu impfen." Die verfügbaren Impfstoffe seien extrem gut gegenüber dem, was man erwarten konnte. "Es gibt immer irgendwo ein Haar in der Suppe, und manche schauen da mit dem Vergrößerungsglas drauf."

Impfstoff-Zulassung für Kinder und Jugendliche noch offen

Für die Impfung von Kindern und Jugendlichen gegen Covid-19 gibt es nach Angaben der Bundesregierung noch keinen Zeitplan. "Wann bei Covid-19 Impfstoffen mit einer Zulassungserweiterung in der Europäischen Union für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen zu rechnen ist, ist derzeit noch nicht absehbar", antwortete das Gesundheitsministerium auf eine schriftliche Frage des FDP-Bundestagsabgeordneten Stephan Thomae. In der Antwort, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, heißt es weiter: "Klinische Prüfungen mit zugelassenen Covid-19 Impfstoffen, die Kinder und Jugendliche einschließen, haben nach den Eintragungen im Studienregister in den USA teilweise begonnen oder sind in Kürze geplant."

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am 5. Februar gesagt: "Wir gehen davon aus, toi, toi, toi, wenn die Dinge gut laufen, dass wir im Sommer auch einen Impfstoff haben, der eben dann Kinder und Jugendliche schützen kann." Der Direktor des Zentrums- für Kinder und Jugendmedizin der Universität Mainz, Fred Zepp, war da deutlich vorsichtiger. Zepp, der Mitglied der Ständigen Impfkommission ist, sagte, er rechne "frühestens Ende des Jahres, eher Anfang nächsten Jahres damit", dass Kinder in Deutschland geimpft werden könnten.

Corona gibt Nachfrage nach privaten Saunen einen Schub

Weil öffentliche Saunen coronabedingt geschlossen sind, haben sich viele Menschen zum Kauf eines eigenen Schwitzraums für daheim entschieden. Die Nachfrage von Privatleuten sei seit Ausbruch der Pandemie nach oben geschnellt, sagte Rolf Pieper vom Deutschen Sauna-Bund in Bielefeld. Zugleich sei das Geschäft mit Geschäftskunden - Fitnessstudios, Bäder und Hotels - eingebrochen, weil solche Firmen unter den Folgen der Pandemie besonders litten. Insgesamt sei der Umsatz der deutschen Saunabauer 2020 um etwa 10 Prozent gestiegen, sagte das Präsidiumsmitglied des Sauna-Bundes mit Verweis auf eine Branchenumfrage. "Der Branche geht es gut."

WHO: Britische Corona-Variante schon in 94 Ländern nachgewiesen

Die zuerst in Großbritannien aufgetretene und besonders ansteckende Variante des Coronavirus ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in mittlerweile 94 Ländern nachgewiesen worden. Das teilte die Organisation gestern am späten Abend in Genf mit. Die aus Südafrika stammende Virus-Variante hat sich demnach bereits auf 46 Länder ausgebreitet, bei der zunächst in Brasilien und Japan entdeckten Mutante seien es 21 Länder. Anzunehmen ist jedoch, dass Varianten wie die britische Mutante B.1.1.7 sich unbemerkt noch weiter ausgebreitet haben, da nicht jede Ansteckung auch entdeckt und entsprechend registriert wird.

Jens Spahn im RTL-Interview

Brasiliens Umweltminister mit Coronavirus infiziert

Mit dem brasilianischen Umweltminister Ricardo Salles ist ein weiteres Kabinettsmitglied positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies berichteten brasilianische Medien unter Berufung auf das Umweltministerium in Brasília. Salles habe hohes Fieber und werde in Isolation bleiben, aber es gehe ihm gut. Salles ist den Berichten zufolge das 15. Mitglied der ersten Ebene der Regierung, das sich mit dem Coronavirus infiziert hat. Dazu gehören auch Präsident Jair Bolsonaro (im Juli) und Vizepräsident Hamilton Mourão (im Dezember). Bolsonaro hatte das Coronavirus zuerst verharmlost und zieht mittlerweile auch den Sinn von Impfungen in Zweifel.

Bislang haben sich im größten Land Lateinamerikas mehr als 9,9 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert - nur in den USA und in Indien sind die Zahlen noch höher. Zudem sind fast 241.000 Patienten in Brasilien im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist 24 Mal so groß wie Deutschland. Angesichts fehlender Impfstoffdosen setzen nach der Ankündigung Rio de Janeiros auch die brasilianischen Metropolen Cuiabá und Salvador die Corona-Impfungen aus oder kündigten eine Unterbrechung an. Das Gesundheitsministerium, das bisher rund zwölf Millionen Dosen der Impfstoffe von Astrazeneca und dem chinesischen Hersteller Sinovac bekommen hat, kündigte die Lieferung weiterer 54 Millionen Dosen von Sinovac an.

Japan startet Impfprogramm gegen Coronavirus 

Fünf Monate vor der Eröffnung der Olympischen Spiele hat in Japan heute die erste Phase des Impfprogramms gegen das Coronavirus begonnen. Vor laufenden Kameras erhielt Kazuhiro Araki, Direktor eines Krankenhauses in Tokio, die erste Spritze. Zunächst sollen auf freiwilliger Basis 40.000 Mitarbeiter des Gesundheitssektors die Impfung erhalten, die im Kampf gegen das Coronavirus an vorderster Front arbeiten.

Anschließend plant die Regierung bis März die Impfung aller 3,7 Millionen Mitarbeiter des Gesundheitssystems. Die Impfung von rund 36 Millionen Menschen ab 65 Jahren soll im April beginnen. Der Impfplan für den Rest der Bevölkerung ist noch nicht fertiggestellt. In Japan mit seinen insgesamt 126 Millionen Einwohnern war vergangene Woche das Vakzin von Biontech/Pfizer als erster Corona-Impfstoff zugelassen worden. Das Zulassungsverfahren in dem Land dauert länger, weil es zusätzliche nationale Tests verlangt. Seit Beginn der Pandemie wurden in Japan 418.000 Infektionen gezählt, etwas über 7000 Menschen starben an dem Coronavirus.

rös DPA AFP

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