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News zur Coronavirus-Pandemie: EU fordert unabhängige Untersuchung des Ursprungs von Corona

In Europa werden die Maßnahmen gegen eine Ausbreitung des Coronavirus nach und nach gelockert – derweil steigt die Zahl der Neuinfektionen aber weiter an. Alle Nachrichten zur Coronakrise im stern-Liveblog.

Josep Borrell, Außenbeauftragter der EU

Josep Borrell, Außenbeauftragter der EU

DPA

Deutschland hat seine Corona-Maßnahmen gelockert und geht die ersten Schritte in die "neue Normalität". Die Johns-Hopkins-Universität meldet 174.089 bestätigte Infektionen in Deutschland. Die Zahl der Corona-Toten hierzulande wird mit 7861 beziffert. Die offiziell beim Robert-Koch-Institut gemeldeten Zahlen liegen bei 171.306 Infizierten und 7634 Todesfällen. (Stand: Donnnerstag). 

Auch weltweit steigt die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen weiter an. Nach jüngsten Angaben der Johns-Hopkins-Universität wurde bei mehr als 4,3 Millionen Menschen der Erreger nachgewiesen, mehr als 297.000 Personen sind nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben.

+++ Lesen Sie auch: Wo wird die Obergrenze gerissen? Daten zu allen Kreisen finden Sie hier. +++

Die wichtigsten Meldungen zum Coronavirus im Überblick:

  • EU fordert unabhängige Untersuchung des Ursprungs von Corona (22.05 Uhr)

  • "Zahlreiche Sonnen- und Sommerziele": Lufthansa will Angebot im Juni deutlich ausweiten (18.51 Uhr)

  • Steinmeier appelliert an Vernunft: "Mundschutz empfehlenswerter als Aluhut" (17.34 Uhr)

  • Schweden verlängert partielles Einreiseverbot (17.21 Uhr)

  • Schätzung: Steuereinnahmen sinken um 81 Milliarden Euro, Scholz sieht Bund gewappnet (15.31 Uhr)

DPA / AFP

Die Coronakrise: News von Donnerstag, 14. Mai

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Der prominente Grünen-Politiker und Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer beklagt, dass viele Kritiker der einschneidenden Alltagsbeschränkungen in der Corona-Krise beiseite gedrängt und teils auch diffamiert würden. Das erinnere ihn an die Flüchtlingskrise 2015, als Debatten über die Einreise Hunderttausender Migranten mit "moralisierender Alternativlosigkeit" abgewürgt worden seien, sagte er am in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". Zu den jüngsten Protesten Tausender Bürger gegen die Corona-Beschränkungen in verschiedenen Städten sagte er, dies sei auch eine Folge der zu kurz gekommenen Diskussion über die Zielgenauigkeit und die Verhältnismäßigkeit der staatlichen Maßnahmen. Es habe schon eine "Gegenöffentlichkeit" in der harten Shutdown-Phase gegeben, doch sei diese von den großen Medien überwiegend ignoriert worden.

    Palmer hatte jüngst viel Kritik auf sich gezogen, als er in einem Fernsehinterview sagte: "Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären." Er erklärte seine Aussage mit der Sorge um armutsbedrohte Kinder vor allem in Entwicklungsländern, deren Leben durch die wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns bedroht sei.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    US-Präsident Donald Trump will die Vereinigten Staaten für Epidemien in der Zukunft wappnen. "Ich bin entschlossen, dass Amerika voll und ganz auf alle künftigen Ausbrüche (von Krankheiten), von denen wir hoffen, dass es keine geben wird, vorbereitet sein wird", sagte Trump bei einem Auftritt in Allentown im US-Bundesstaat Pennsylvania. "Unsere Anstrengung beginnt mit der dramatischen Steigerung unserer Reserven." Nie wieder werde ein Präsident leere Regale oder abgelaufene Produkte erben - zumindest nicht in den kommenden Jahren, versprach Trump. Das Weiße Haus hatte zuvor mitgeteilt, dass die Regierung an einem "voll ausgestatteten, widerstandsfähigen nationalen Lagerbestand" arbeite, der etwa Schutzmasken vorhalten soll.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Frankreich hat 351 weitere Corona-Tote in Krankenhäusern und Pflegeheimen gemeldet. Insgesamt seien inzwischen 27.425 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben, teilte das französische Gesundheitsministerium mit. Die neuen Corona-Todeszahlen spiegeln demnach aber kein exaktes Bild der vergangenen 24 Stunden wider, da die Daten die Zahl der Todesfälle in Pflegeheimen von zwei Tagen umfassen. Dem Ministerium zufolge starben seit Mittwoch 123 Corona-Infizierte in Krankenhäusern, während in den vergangenen 48 Stunden 228 Erkrankte in Pflegeheimen starben.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Die US-Aktienmärkte haben sich nach einer erneut schwachen Eröffnung kräftig berappelt und deutlich fester geschlossen. Vor allem die zuletzt unter Druck geratenen Aktien aus dem Finanzsektor und der Ölbranche führten die Erholung an. Zuvor hatten schwache US-Arbeitsmarktdaten und kritische Worte von US-Präsident Donald Trump in Richtung China für Belastung gesorgt. Der Dow Jones Industrial endete mit einem Gewinn von 1,62 Prozent bei 23.625,34 Punkten. Der marktbreite S&P 500 stieg um 1,15 Prozent auf 2852,50 Zähler. Der technologielastige Nasdaq 100 rückte um 1,05 Prozent auf 9094,43 Punkte vor.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell fordert China dazu auf, bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie, der Suche nach Impfstoffen und beim Ankurbeln der Weltwirtschaft "seine Rolle und Verantwortung gemäß seinem Gewicht" wahrzunehmen. In einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Freitag) appelliert der frühere spanische Außenminister zudem an Peking, sich wie die EU an einem erheblichen Schuldenerlass für die von der Pandemie besonders hart getroffenen Entwicklungsländer zu beteiligen und "hier seinen Teil beizutragen".

    Zum Schutz der Welt vor künftigen Pandemien sei auch eine unabhängige wissenschaftliche Untersuchung des Ursprungs dieser Pandemie nötig, forderte Borrell von China, wo das Virus vermutlich im Dezember 2019 in der Stadt Wuhan das erste Mal auftrat.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Die Quarantäne-Regelungen für die Einreise nach Deutschland werden abgeschwächt. Wer aus EU- und Schengen-Staaten sowie Großbritannien nach Deutschland einreist oder zurückkehrt, muss sich künftig nicht mehr in eine 14-tägige häusliche Quarantäne begeben, wie die nordrhein-westfälische Landesregierung mitteilte. Darauf hätten sich Bund und Länder verständigt. Die neue Regelung werde in den kommenden Tagen umgesetzt. Nordrhein-Westfalen setzt die Änderungen nach eigenen Angaben bereits ab Freitag um.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Die britische Regierung hat den Weg für eine Fortführung der englischen Premier League im Juni frei gemacht. Das ging aus einem Treffen zwischen Vertretern des nationalen Verbandes FA, der Premier League und der English Football League mit dem britischen Kulturminister Oliver Dowden hervor. Die bisherigen Pläne zur Fortsetzung der Liga seien Dowden zufolge "überzeugend". Vor einem Neustart muss sich die Premier League aber noch auf ein finales Konzept einigen.

    Bisher ist ein Wiederaufnahme des Ligabetriebs zum 12. oder 19. Juni im Gespräch, die Spiele sollen dann wie in der Bundesliga vor leeren Rängen stattfinden. Die Liga ist seit dem 13. März wegen der Corona-Krise pausiert, bisher wurden 29 von 38 Spieltagen absolviert. Die Premier League will am Montag erneut über die Pläne beraten.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    In Estland soll die Saison der ersten Fußball-Liga nach der Corona-Zwangspause in der kommenden Woche ohne Publikum fortgesetzt werden. Die ersten Begegnungen nach rund zweimonatiger Pause sollen am 19. Mai stattfinden, wie der estnische Fußballverband in Tallinn mitteilte. Die aktuelle Spielzeit war nach dem ersten Spieltag wegen des Mitte März verhängten Ausnahmezustands im Kampf gegen das neuartige Coronavirus zunächst ausgesetzt worden.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie sind nach Angaben von US-Forschern weltweit bereits mehr als 300.000 Menschen infolge einer Infektion gestorben. Die Universität Johns Hopkins in Baltimore verzeichnete bis Donnerstagnachmittag (Ortszeit) gut 4,4 Millionen bekannte Infektionen und 300.074 Todesfälle. Das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 kann die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen. Die von der Universität veröffentlichten Infektions- und Todeszahlen sind in der Regel höher als jene der Weltgesundheitsorganisation (WHO), weil sie regelmäßiger aktualisiert werden. In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert. Die WHO hatte bis Mittwoch rund 4,2 Millionen nachgewiesene Infektionen und knapp 290.000 Todesfälle gemeldet.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Frankreichs Regierung greift der durch die Coronakrise gebeutelten Tourismusindustrie mit einem Milliardenplan unter die Arme. Zähle man alle Unterstützungen zusammen, komme man auf 18 Milliarden Euro, sagte Premierminister Édouard Philippe. Es sei ein "beispielloser Plan", der Tourismus stehe vor der schlimmsten Prüfung der modernen Geschichte. Der Solidaritätsfonds werde bis Ende 2020 für den Tourismus offen bleiben, der Premier kündigte außerdem ein Investitionsprogramm von 1,3 Milliarden an.

    Philippe erklärte außerdem, dass die Franzosen im Juli und August in Frankreich Urlaub machen können. Es dürfte dabei regionale Unterschiede geben, außerdem müsse man die Entwicklung der Epidemie im Land im Blick behalten. Reisen für diese Zeit sollen gebucht werden können. Der Staat stellte Entschädigungen in Aussicht, falls die Entwicklung der Epidemie Urlaub unmöglich macht. Eine Wiedereröffnung von Cafés und Restaurants sei ab dem 2. Juni in den als grün eingestuften Départements möglich - endgültig soll darüber in der Woche vom 25. Mai entschieden werden.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Dänemark hat weiterhin noch keine Entscheidung getroffen, wann es seine Grenzen nach Deutschland, Schweden und Norwegen wieder öffnen will. Es sei vereinbart worden, dass die Regierung bis zum 1. Juni Neuigkeiten zu den Grenzen bekanntgeben werde, sagte Ministerpräsidentin Mette Frederiksen bei der Ankunft zu einer TV-Debatte mit den Spitzen der weiteren dänischen Parlamentsparteien. Daran werde festgehalten.

  • Rune Weichert
    • Rune Weichert

    Im Streit um den vorzeitigen Abbruch der Spielzeit im Profifußball der Niederlande sind zwei Zweitliga-Vereine mit der Forderung nach Aufstieg in die Ehrendivison gescheitert. Der Fußballverband KNVB habe durchaus das Recht gehabt, die Saison ohne Auf- und Absteiger zu beenden, urteilte das von den Clubs angerufene Gericht in Utrecht am Donnerstagabend. Der SC Cambuur aus Leeuwarden und De Graafschap aus Doetinchem stehen nach dem wegen der Corona-Pandemie vom KNVB beschlossenen Ende der Saison an erster beziehungsweise zweiter Position der 2. Liga. Sie hatten gehofft, mit einer Einstweiligen Verfügung ihren Aufstieg durchsetzen zu können.

    Infolge der Corona-Krise hatte die niederländische Regierung unter anderem Fußballspiele bis zum 1. September verboten. Daraufhin hatte der KNVB am 24. April als erste Liga Europas beschlossen, die Spielzeit zu beenden und die restlichen acht Spielrunden nicht auszutragen. Zugleich wurde entschieden, dass es weder Auf- noch Abstiege geben soll und auch kein Meistertitel vergeben werden. Gegen das Urteil kann noch Berufung eingelegt werden.

  • Rune Weichert
    • Rune Weichert

    In den überfüllten Flüchtlingslagern von Bangladesch ist eine erste Coronavirus-Infektion aufgetreten. Ein Rohingya-Flüchtling sei positiv auf das Virus getestet worden, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit. Ein weiterer Mann, der in der Nähe des Lagers wohnt, hat sich nach Behördenangaben ebenfalls infiziert. Die Behörden isolierten die Erkrankten und versuchen nun, ihre Kontakte zu ermitteln.

    Die Hilfsorganisation Save the Children warnte vor einer raschen Ausbreitung des Virus in dem Lager. Sie rief die internationale Staatengemeinschaft auf, Bangladesch finanziell und mit medizinischen Gütern zu unterstützen, um die Rohingya-Flüchtlinge und die Bevölkerung zu schützen. Anfang April hatten die Behörden den gesamten Bezirk Cox's Bazar mit seinen mehr als eine Million Rohingya-Flüchtlingen abgeriegelt, um einer Coronavirus-Epidemie vorzubeugen. Zudem wurde die Zahl der Helfer in den Camps um 80 Prozent reduziert. In Bangladesch ist die Zahl der Infektionsfälle in den vergangenen Tagen stark gestiegen. Bislang infizierten sich nach offiziellen Angaben fast 19.000 Menschen mit dem Virus, mehr als 280 Menschen starben.

  • Rune Weichert
    • Rune Weichert

    US-Präsident Donald Trump hat nach dem US-Beitragsstopp für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Ankündigung in Aussicht gestellt. "Wir werden in Kürze, bald, wahrscheinlich irgendwann nächste Woche eine Ankündigung zur Weltgesundheitsorganisation machen", sagte Trump im Garten des Weißen Hauses. Trump wirft der WHO schwere Versäumnisse in der Coronakrise und China-Hörigkeit vor. Vor einem Monat hatte er verkündet, Beitragszahlungen für die in Genf ansässige Sonderorganisation der Vereinten Nationen mitten in der Corona-Pandemie auf Eis zu legen. Seine Regierung werde prüfen, welche Rolle die WHO bei der "schlechten Handhabung und Vertuschung der Ausbreitung des Coronavirus" gespielt habe, hatte Trump damals gesagt. Deutschland und andere Länder stellten sich in dem Streit demonstrativ hinter die WHO und gegen den US-Präsidenten.

  • Rune Weichert
    • Rune Weichert

    Nordrhein-Westfalen hebt die Quarantäne-Vorschrift für Rückkehrer aus den europäischen Nachbarstaaten auf. Ein entsprechender Bericht der "Rheinischen Post" (Freitag) wurde der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstagabend aus NRW-Regierungskreisen bestätigt. Die Neuregelung trete am Freitag um 0 Uhr in Kraft, hieß es. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) habe eine entsprechende Verordnung auf den Weg gebracht. Bisher mussten sich Rückkehrer aus dem Ausland wegen der Corona-Pandemie für zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben.

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