Statistiken zur Pandemie Statistik-Experte: "Wenn die R-Zahl um 0,1 fällt, ist das kein Grund für eine Party"

Statistiken zum Verlauf der Corona-Pandemie sind durch eine extrem hohe Dunkelziffer nicht sehr aussagekräftig
Prof. Dr. Thomas K. Bauer warnt: Statistiken zum Verlauf der Corona-Pandemie sind durch eine extrem hohe Dunkelziffer nicht sehr aussagekräftig
© RWI Essen/xim.gs / Picture Alliance
In der Coronakrise werden jeden Tag neue Zahlen und Statistiken veröffentlicht. Aber sind die Daten so zuverlässig, das man daraus etwas ableiten kann? Wir fragten den Statistiker und Vizepräsidenten des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung, Thomas K. Bauer.

Seit Wochen schaut ganz Deutschland gebannt auf einen Wert: die Reproduktionsrate bei der Verbreitung des Coronavirus. Sie soll unter den magischen Wert von 1 sinken, und zwar dauerhaft. Nur so sei die Epidemie in den Griff zu kriegen und nur so lasse sich verhindern, dass das deutsche Gesundheitssystem an seine Belastungsgrenze stoße, erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Aber wie zuverlässig ist dieser Wert? Überhaupt nicht, sagt Prof. Dr. Thomas K. Bauer, Vizepräsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Essen. Die Datenlage sei schlicht zu fehlerhaft. Im Interview erklärt er, warum wir uns nicht zu früh freuen sollten, wenn der Reproduktionswert mal unter 1 fällt. 

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