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DAK-Gesundheitsreport 2010 Wirtschaftskrise raubt Deutschen den Schlaf

Sorgen und Stress rauben vielen Arbeitnehmern den Schlag
Sorgen und Stress rauben vielen Arbeitnehmern den Schlag
© Colourbox
Die Wirtschaftskrise verursacht bei den Deutschen zunehmend schlaflose Nächte: Laut DAK-Gesundheitsreport schlafen rund vier Millionen Arbeitnehmer mehr als dreimal die Woche schlecht und schleppen sich übermüdet durch den Tag. Und Männer gehen mit dem Stress offenbar besser um als Frauen.

Rund vier Millionen Arbeitnehmer in Deutschland leiden unter schweren Schlafstörungen. Die Hauptursachen sind Stress und Belastungen. Sie haben auch durch die Wirtschaftskrise nochmals zugenommen, wie es im Gesundheitsreport 2010 der Krankenkasse DAK heißt, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde.

Mehr Frauen als Männer betroffen

Insgesamt hat jeder zehnte Arbeitnehmer schwere Störungen, schläft mindestens dreimal pro Woche schlecht und quält sich fast immer stark übermüdet durch den Tag. Regelmäßiges Aufwachen, längeres Wachliegen und riskant kurzer Schlaf unter sechs Stunden sind laut der Studie die Hauptprobleme. Insgesamt leidet rund die Hälfte der Erwerbstätigen unter Schlafproblemen, davon 21 Prozent häufiger und 28 Prozent manchmal. Umgerechnet sind das rund 20 Millionen Erwerbstätige. Ab dem 45. Lebensjahr sind deutlich mehr Frauen als Männer betroffen. Stress und Belastungen rauben dabei den meisten Betroffenen den Schlaf.

Den Weg zum Arzt gehen jedoch die Wenigsten, viele besorgen sich freiverkäufliche Arzneimittel. Jeder Siebte mit Schlafproblemen hat laut DAK schon einmal ein Schlafmittel genommen, weniger als die Hälfte auf Verordnung eines Arztes. Mit Besorgnis weist die DAK darauf hin, dass gerade bei älteren Patienten die Schlafmittel häufig länger verordnet werden als empfohlen, sodass die Gefahr bestehe, abhängig zu werden. Im Auftrag der DAK wurden 3000 Erwerbstätige zwischen 35 und 65 Jahren befragt. Bei den Krankmeldungen spielen Schlafstörungen allerdings keine große Rolle.

Krankenstand leicht gestiegen

Der Krankenstand stieg im vergangenen Jahr leicht auf 3,4 Prozent, ist allerdings immer noch auf niedrigem Niveau. Im Vorjahr waren im Schnitt noch 3,3 Prozent der DAK-Beschäftigten pro Tag wegen Krankheit arbeitsunfähig. Schuld war allerdings nicht die Schweinegrippe. "Die saisonal gehäuften Atemwegsinfekte Anfang 2009 haben den Krankenstand am deutlichsten beeinflusst", sagte DAK-Chef Herbert Rebscher. Mehr als ein Fünftel aller Krankheitstage gehen auf Muskel-Skelett-Probleme zurück, 19 Prozent auf Erkrankungen des Atemwegsystems. Auch die psychischen Krankheiten nahmen weiter zu. Sie stehen an vierter Stelle der häufigsten Erkrankungen. Zwischen 1998 und 2009 stieg ihr Anteil laut DAK-Report von 6,6 auf 10,8 Prozent. Im Schnitt war ein Versichtert 2009 12,4 Tage krank.

Für die Studie wurden die Daten von 2,5 Millionen DAK-Mitgliedern ausgewertet. Durch eine statistische Bereinigung möglicher Unterschiede zur Gesamtbevölkerung seien die Ergebnisse für alle Beschäftigten in Deutschland aussagekräftig, heißt es in dem Report.

DPA/lea DPA

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