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Fünf einfache Tipps Die Krux mit dem Reflux: Was bei Sodbrennen hilft - und was nicht

Sodbrennen - was hilft und was nicht
Sodbrennen ist lästig und unangenehm. Eine der häufigsten Ursachen ist zu fettige Ernährung.
© B2M Productions / Getty Images
Es fühlt sich an, als würde die Kehle brennen. Sodbrennen - meist hervorgerufen durch die sogenannte Refluxerkrankung - ist vor allem eins: lästig. Dabei gibt es ein paar einfache Hausmittel, mit denen Sie den Brand unter dem Brustbein löschen können.

Angeblich soll sauer ja lustig machen. Wissenschaftlich belegen, lässt sich das allerdings nicht. Vermutlich auch, weil bei der Überlieferung alter Texte aus dem 17. Jahrhundert nicht alles glatt lief. Die Redensart bezieht sich nämlich vielmehr darauf, dass saure Lebensmittel wie Zitrone, Apfelessig oder Sauerkraut den Appetit fördern. Egal. Denn wenn Saures in die Speiseröhre gelangt, ist das überhaupt nicht lustig, sondern vor allem eins, nämlich lästig. Sodbrennen ist ätzend und es nervt.

Doch mit ein paar einfachen Tricks kann man das fiese Brennen unterm Brustbein in den Griff kriegen. 

Sodbrennen: Die Krux mit dem Reflux

Dazu sollte man sich zunächst einmal klar machen, wie Sodbrennen überhaupt entsteht. In den allermeisten Fällen sind opulente, ballaststoffreiche und fette Mahlzeiten der Auslöser. Warum? Der Körper reagiert zunächst sehr sinnvoll, wenn Fette aus dem Magen in den Darm gelangen. Weil der etwas länger braucht, um Fette zu verdauen, bekommt der Magen über das Nervensystem ein Signal, etwas langsamer zu arbeiten. Ergo: Die fette Nahrung verbleibt länger im Magen, es entsteht mehr Gas - und das muss entweichen. Beim folgerichtigen Aufstoßen kann mit dem Gas auch Magensäure in die Speiseröhre gelangen. Schon ist das säuerliche Brennen unter dem Brustbein - genannt Sodbrennen - da.

  • Erkenntnis Nr. 1: Menschen, die häufig viel und fettig essen, sind anfälliger für Sodbrennen.

Ähnlich verhält es sich bei anderen beliebten, aber auch schwer verdaulichen Nahrungsmitteln wie Pilzen, Hülsenfrüchten oder Getreideprodukten. Sie sorgen dafür, dass Substanzen freigesetzt werden, die nicht nur die Magenentleerung verzögern, sondern auch die wichtige Speiseröhrenmuskulatur erschlaffen lassen. Der Schließmuskel (Ösophagussphinkter) arbeitet nicht mehr wie er soll und der Weg für die Magensäure ist frei.

  • Erkenntnis Nr. 2: Ballaststoffe sind grundsätzlich zwar gesund und wichtig - können aber auch eine Ursache für Aufstoßen und Sodbrennen sein.

Als weitere Risikofaktoren für Sodbrennen gelten große Mengen Kaffee (drei Tassen pro Tag und mehr), Alkohol, scharfe Gewürze, gebratene Speisen und Knoblauch.

Ist Sodbrennen gefährlich?

Grundsätzlich nein. In der Regel ist das durch die sogenannte Refluxerkrankung ausgelöste Brennen einfach nur lästig. Erst wenn es sehr lang anhält oder häufig auftritt, sollte man mal beim Hausarzt vorbeischauen. Eine Magenspiegelung offenbart dann sehr schnell, wodurch das Sodbrennen ausgelöst wird. In den allermeisten Fällen ist es besagte Refluxerkrankung. Selten entzündet sich die Schleimhaut in der Speiseröhre aufgrund der aggressiven Magensäure. Das führt zu Schluckbeschwerden - und auch hier sollte man den Hausarzt aufsuchen. 

Fünf einfache Tipps, die Sodbrennen lindern

  1. Trinken Sie mehr (stilles) Wasser. Es verdünnt die Säure und leitet sie zurück in den Magen. Auch Kräutertees (Fenchel, Kümmel, Kamille) spülen die Magensäure herunter.
  2. Bewegen Sie sich nach dem Essen. 20 Minuten reichen schon, um dem Magen etwas Gutes zu tun und das Völlegefühl nach einem üppigen Mahl erträglicher zu machen.
  3. Lösen Sie einen Teelöffel Backpulver in einem Glas Wasser auf und trinken Sie es nach dem Essen in kleinen Schlucken (dosiert einsetzen!)
  4. Essen Sie zum Nachtisch eine Banane. Die Südfrüchte sind reich an Schleimstoffen und bilden eine dünne Schutzschicht gegen die Säure. Wichtig: kleine Bisse und gut kauen.
  5. Entsaften Sie mehrere rohe Kartoffeln und trinken Sie vor dem Essen etwa 100 Milliliter des Kartoffelsaftes. Alternativ gibt es den Saft in der Apotheke. Er bindet überschüssige Magensäure und lindert das Sodbrennen.

Finger weg von Joghurt und Zitrusfrüchten!

Umstritten ist, ob auch Milch den Magensaft verdünnen und neutralisieren kann. Koreanische Forscher wollen in einer Studie herausgefunden haben, dass das frühere Hausmittel Nr. 1 gegen Sodbrennen nicht die erste Wahl sein sollte. Einig sind sich Wissenschaftler aber darüber, dass Joghurt und Zitrusfrüchte bei Sodbrennen nicht helfen. Im Gegenteil. 

Auch von sogenannten Säureblockern raten Mediziner ab. Die meist als Tabletten verabreichten Medikamente können zwar die Magensäure binden und kurzfristig helfen - bergen aber ein Risiko. Weil man viele dieser Blocker rezeptfrei in der Apotheke bekommt, neigen Menschen dazu, sie unkontrolliert einzunehmen. Dann bewirken sie häufig sogar das Gegenteil. Vor allem bei älteren Menschen kann die dauerhafte Einnahme zu Problemen führen.

Neben Frauenbeinen am Beckenrand steht ein Teller mit Pommes und daneben eine Schale Ketchup. Eine Hand greift Pommes

Quellen:netdoktor.de; sodbrennen.de; "Spiegel"


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