HOME

Rätselhaftes Alltagsphänomen: Warum schlafen uns die Beine ein?

Das Bein fühlt sich taub an, sticht und schmerzt: Eingeschlafene Gliedmaßen sind ein unangenehmes Alltagsphänomen. Doch was genau passiert da eigentlich im Körper?

Eine Frau fasst sich an den schmerzenden Fuß.

Rätselhaftes Alltagsphänomen: Warum schlafen uns die Füße ein?

Der Schmerz kündigt sich mit einem Kribbeln an. Ein Taubheitsgefühl kriecht ins Bein, kurz darauf beginnt ein regelrechtes Gewitter: Das Bein pocht, sticht und schmerzt, und das Gehen fällt schwer. Ein eingeschlafenes Bein ist unangenehm und tritt meist dann auf, wenn wir längere Zeit in einer unnatürlichen Position verharren. Auch Arme können einschlafen, was meist nachts passiert, wenn wir sie unter dem Kissen verschränken. Doch was hat es mit dem vorübergehenden Spuk eigentlich auf sich?

Die Nachrichtenseite "Business Insider" hat jüngst mit einem Mythos zu dem Thema aufgeräumt: Demnach wird das unangenehme Kribbeln in der Regel nicht durch eine mangelnde Versorgung mit Blut ausgelöst, was viele Menschen zunächst vermuten. Stattdessen sind "vorübergehend eingequetschte Nerven" Schuld am Taubheitsgefühl, verrät die Neurologin Rebecca Traub von der "University of North Carolina" gegenüber dem Portal.

Nerven kommunizieren über elektronische Signale und geben so Informationen aus den verschiedensten Bereichen unseres Körpers an das Gehirn weiter. Berühren wir beispielsweise einen heißen Topfdeckel mit der Hand, schießt die Information in das Gehirn, wird als Schmerz erkannt und hat zur Folge, dass wir den Deckel fallen lassen. 

Der Schneidersitz ist prädestiniert für eingeschlafene Beine

Drücken wir auf Nervenbahnen und klemmen sie ab - zum Beispiel weil das Gewicht unseres Kopfes auf ihnen lastet - gerät die Kommunikation zwischen den Gliedmaßen und dem Gehirn ins Stocken. Die Folge: Arme oder Beine werden allmählich taub, das unangenehme Kribbeln setzt ein. Was viele Menschen als lästig empfinden, ist jedoch eine sinnvolle Reaktion des Körpers. Sie signalisiert uns: 'Bitte die Position ändern! Hier ist etwas eingeklemmt.'

Im Schneidersitz schlafen Beine bevorzugt ein - und dafür gibt es einen bestimmten Grund. "Üblicherweise wird im Bein der Nervus fibularis eingeklemmt", erklärt Neurologin Traub gegenüber dem "Business Insider". "Er zieht sich seitlich entlang des Knies und wird oft gequetscht, wenn Menschen für längere Zeit mit verschränkten Beinen sitzen."

Die gute Nachricht: Sind die Nervenbahnen erst einmal aus der Mangel genommen, verschwindet das unangenehme Kribbeln nach wenigen Minuten. Auch schädlich sind eingeschlafene Arme und Beine nicht. Schlafen Gliedmaßen jedoch ungewohnt oft und ohne erkennbaren Grund ein oder klingen die Beschwerden nicht von selbst wieder ab, sollten die Symptome unbedingt beim Arzt abgeklärt werden. Auch ein Schlaganfall kann sich beispielsweise in der Lähmung eines Fußes, einer Hand oder einer gesamten Körperhälfte bemerkbar machen.

Schrumpelige Hände
ikr
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity