ENGLAND Jetzt 64 Fälle von Legionärskrankheit


Die lebensgefährliche Legionärskrankheit in Großbritannien weitet sich immer mehr aus: Mittlerweile sind nach Krankenhausangaben rund 100 Menschen in Behandlung.

In Großbritannien ist die Zahl der an der gefährlichen Legionärskrankheit erkrankten Personen nach Angaben der Behörden auf 64 gestiegen. Weitere 30 Personen wiesen Anzeichen einer Ansteckung auf, sagten Ärzte des Krankenhauses in der betroffenen nordwest- englischen Stadt Barrow-in-Furness am Dienstag. 18 Personen befänden sich in Intensivbehandlung, fünf Fälle seien kritisch.

Schlimmster Ausbruch seit sieben Jahren

Nach dem Tod eines 89-Jährigen am Freitag letzter Woche wurde befürchtet, die Krankheit könne ähnliche Ausmaße annehmen wie 1985 in der englischen Stadt Stafford. Dort starben damals 23 Personen an den Folgen der Infektion.

Vermutlich breiteten sich die Erreger über eine Klimaanlage aus. Die meisten Patienten steckten sich nach Krankenhausangaben in der Ortschaft Barrow-in-Furness in der Grafschaft Cumbria an. Die Klimaanlage des dortigen Gemeindeszentrums wurde am Samstag abgeschaltet, weil sie vermutlich die Krankheit verbreitet hat.

Schwere Lungenentzündungen

Die Legionärskrankheit wird durch winzige Tröpfchen kontaminierten Wassers übertragen. Die Legionellen können schwere Lungenentzündungen auslösen und gelangen oft über Klimaanlagen, verseuchte Wassertanks und Flüsse in den menschlichen Körper. Nach Angaben von Experten endet die Erkrankung in fünf bis 15 Prozent aller Fälle tödlich, vor allem bei älteren und geschwächten Patienten. Das Legionella-Bakterium wurde 1976 erstmals bei Teilnehmern eines Treffens des US-Kriegsveteranenverbandes American Legion in Philadelphia entdeckt.


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