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Erfreuliche Nebenwirkung: Grippeimpfung schützt vor Schlaganfall

Vor allem alte Menschen sollten sich gegen Grippe impfen lassen. Denn die Spritze bringt einen nicht nur gesund durch den Winter - sie halbiert auch das Schlaganfall-Risiko.

Eine Grippeimpfung senkt nach einer neuen Studie das Risiko für einen Schlaganfall. Eine Forschergruppe um den Ludwigshafener Mediziner Armin Grau fand heraus, dass Geimpfte ein nur halb so großes Risiko für einen Schlaganfall hatten. Am deutlichsten sei der Schutzeffekt bei Männern und älteren Menschen, bestätigte Grau am Montag einen Bericht des Apothekenmagazins "Diabetiker Ratgeber".

"Wir haben eine breite Menge von Fakten abgeglichen", sagte Grau. Es sei deutlich, dass eine akute Infektion das Risiko für einen Schlaganfall um das Vierfache erhöhe, eine Impfung dagegen die Infektionsgefahr senke. Nach Angaben Graus waren 370 Schlaganfallpatienten befragt worden. Das Ergebnis wurde mit einer Telefonbefragung von 370 Menschen in Heidelberg verglichen.

Immunsystem wird stimuliert

Die Ergebnisse decken sich denen mit einer Studie, die im Februar in der Zeitschrift "Stroke" veröffentlicht wurde. Dort hatten Wissenschaftler von der Denis-Diderot-Universität in Paris berichtet, dass geimpfte alte Menschen ein um vierzig Prozent geringeres Schlaganfallrisiko haben als ungeimpfte.

Man vermutet, dass die Grippeimpfung das gesamte Immunsystem stimuliert, so dass der Körper Infektionen besser widerstehen kann. Infektionen erhöhen bei alten Menschen das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte: Denn dann lösen sich häufig Verkalkungen von den Arterienwänden und bilden Klumpen. Diese verstopfen die Blutzufuhr zum Herzen oder zum Gehirn, es kann zum Schlaganfall oder Herzinfarkt kommen.

aun/DPA / DPA
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