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Alltagsfrage Ist brauner Zucker gesünder als weißer Zucker?

Ist brauner Zucker gesünder als weißer Zucker?
Ist brauner Zucker gesünder als weißer Zucker?
© bigacis/GettyImages
Braunen Zucker empfinden viele Menschen als natürlich. Doch ist der Süßmacher damit auch gesünder? Ernährungswissenschaftler sind sich bei dieser Frage überraschend einig.

30 Kilogramm Zucker - diese Menge verbraucht jeder Deutsche durchschnittlich im Jahr. Auf einen Tag umgerechnet, entspricht das rund 82 Gramm. Doch nur einen Bruchteil davon nehmen wir bewusst zu uns, etwa indem wir Zucker in den Kaffee rühren. Problematisch ist vor allem versteckter Zucker in industriell hergestellten Produkten. Sie enthalten oft große Mengen des Süßmachers, ohne dass wir es merken. Gebäck zählt dazu, Fruchtjoghurts, Softdrinks und sogar herzhafte Produkte wie Krautsalat.

Das ist problematisch, denn zu viel Zucker schadet der Gesundheit. Er begünstigt Übergewicht und Folgekrankheiten wie Diabetes Typ 2 und Arteriosklerose. Mediziner warnen schon seit langem vor diesen gesundheitlichen Risiken - und Verbraucher bemühen sich um Schadensbegrenzung. Statt herkömmlichen Haushaltszucker zu verwenden, greifen gesundheitsbewusste Menschen verstärkt zu vermeintlich besseren Alternativen wie braunem Zucker. Doch sind die süßen Kristalle tatsächlich vorteilhafter?

Brauner vs. weißer Zucker: Was ist das geringere Übel?

Bei dieser Frage sind sich Ernährungsmediziner weitgehend einig: "Brauner Zucker  hat keine gesundheitlichen Vorteile gegenüber dem weißen", heißt es auf der Seite der Verbraucherzentrale Bayern. In puncto Energiegehalt würden sich die Zucker nicht unterscheiden. Ebenso seien beide schädlich für die Zähne und könnten die Entstehung von Karies fördern. Ob man nun die eine oder andere Variante bevorzuge, sei schlicht eine Frage des Geschmacks.

Brauner Rohrzucker bringt im Vergleich zu weißem Zucker eine malzige Karamellnote mit sich. Der Grund: In der Herstellung werden einige Schritte ausgelassen, sodass Melasse an den Körnern haften bleibt. Dabei handelt es sich um einen braunen Sirup, der während der Zuckerproduktion anfällt. Er sorgt für die typische Farbe und den Geschmack. Einige Hersteller tricksen auch und vermengen weißen Haushaltszucker mit Melasse, um ihn im Anschluss als braunen Zucker zu verkaufen.

Zwar stimmt es, dass brauner Zucker damit auch etwas mehr Mineralstoffe und Vitamine enthält. Doch diese Mengen seien so gering, dass sie für die Gesundheit "keine nennenswerte Rolle" spielen, heißt es seitens der Verbraucherzentrale.

Wer seiner Gesundheit etwas Gutes tun will, sollte nicht auf vermeintlich gesunde Alternativen setzen, sondern seinen Zuckerkonsum generell einschränken. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt etwa, nicht mehr als zehn Prozent seiner täglichen Kalorien in Form von Zucker aufzunehmen. Besser seien sogar nur fünf Prozent. Das sind gerade einmal sechs Teelöffel Zucker am Tag für einen Erwachsenen.

Fragen. Verstehen: Ist (zu) salziges Essen wirklich schädlich?
ikr

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