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Wissenschaft schnell erklärt Pumper-Droge Anabolika: Das gefährliche Spiel mit der Muskelsucht

Immer wieder werden Profi-Sportler beim Doping erwischt! A-Probe positiv, Ermittlungsverfahren läuft. Unter Verdacht: Leichtathleten, Radsportler oder sogar Box-Weltmeister, doch niemand will "Das Zeug" genommen haben. Eine weit verbreitete Substanz heißt Stanozol, die Dicke-Muskel-Droge für Bodybuilder. Und für Rennpferde. 35-mal stärker lässt es Muskeln wachsen als die Einnahme von Testosteron, dem männlichen Geschlechtshormon, das auch schon sehr kraftfördernd wirkt. Gehören Anabolika in unser Drogen-ABC? Nicht, wenn es in Sachen Stoff nur darum ginge, sich zu berauschen. Aber schon, wenn man erkennt, dass viele Drogen auch zur Leistungsförderung dienen. Künstler koksen, Körperkultler dopen.


Wie funktioniert das? Ziemlich einfach: Wie Testosteron erhöhen die Anabolika die Eiweißbildung in den Zellen, ganz besonders in Muskelzellen. Sie regen auch den Appetit an, mehr Baustoff steht bereit, um noch mehr Muskelmasse zu produzieren. Das Training wird leichter und wirkungsvoller. Extreme Muskelmänner wie zu den größten Zeiten des Bodybuilding hätte es ohne Anabolika wohl nie gegeben – und viele der stolzen Sportrekorde der DDR auch nicht.



Die Aufarbeitung ihres Staatsdopings dauert bis heute an. Forscher sind sicher, dass heute die Welt der Amateure, der Eisenstemmer und Muckibuden weltweit mit Anabolika durchseucht ist – trotz ihrer üblen Nebenwirkungen: Sie schädigen die Leber und die Nieren, steigern auf lange Sicht das Krebsrisiko, den Blutdruck und die Herzinfarktgefahr – das liegt nicht zuletzt daran, dass Extrembodybuilder bis zu hundert Mal so viele Steroide einnehmen, wie zur medizinischen Therapie verschrieben wird. Dort haben die Anabolika ihren Platz.



Man braucht sie etwa, um eine ausbleibende Pubertät bei Jungen anzustoßen, eine Rehabilitation zu fördern und manches mehr – doch ist ihre Bedeutung zurückgegangen, weil es heute modernere Medikamente gibt – synthetisches Wachstumshormon etwa, das blutbildende Hormon Erythropoietin und vieles mehr. Und auch die werden längst zum Doping missbraucht.
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Ob bei den Profis oder im Amateurbereich: Immer wieder werden Sportler beim Doping erwischt. Eine weit verbreitete Substanz heißt Stanozol, die Dicke-Muskel-Droge für Bodybuilder. Doch was macht Anabolika so gefährlich? 
Von Christoph Koch

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