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Eckart v. Hirschhausen: Sprechstunde: Das Pizza-Horoskop

Wählt Ihr Gegenüber Margherita oder Calzone? Oder ist er gar ein Randabschneider? Eckart von Hirschhausen hilft Ihnen, den Esszendenten zu deuten.

Eckart von Hirschhausen rät: "Gehen Sie mit Ihrem Gegenüber eine Pizza essen, und Sie erfahren mehr über diesen Menschen, als Ihnen vielleicht lieb ist"

Eckart von Hirschhausen rät: "Gehen Sie mit Ihrem Gegenüber eine Pizza essen, und Sie erfahren mehr über diesen Menschen, als Ihnen vielleicht lieb ist"

Man ist, was man isst! Dieser Satz ist so wahr wie unbestimmt. Ist jemand, der oft Schwein isst, ein Schwein? Macht Müsli auf Dauer müselig? Es fehlt eine systematische Betrachtung des Phänomens. Und deshalb präsentiere ich Ihnen nicht ohne Stolz eine in Jahren der Forschung, Selbsterprobung und Feldbeobachtung entstandene Seelenkunde: das Pizza-Horoskop! Gehen Sie mit Ihrem Gegenüber eine Pizza essen, und Sie erfahren mehr über diesen Menschen, als Ihnen vielleicht lieb ist.

Erstens: Was wird bestellt? Das Belagsbild. Die Lieblingspizza verrät die Grundzüge des Charakters. Wer bestellt eine Quattro Stagioni? (Für alle Leser, die nicht Italienisch sprechen, übersetzt: Pizza Bahnhofsviertel). Eine Pizza mit vier verschiedenen Belägen bestellen sich Leute, die sich auch sonst im Leben nicht entscheiden können. Ganz anders der Margherita-Typ. Ein Asket, entweder aufgrund budgetärer Beschränkung oder, was charakterlich höher einzustufen ist, aus spirituellen Beweggründen. Margherita ist die Pizza "Simplify your life", sie sagt: Wenn ich meine Sinne schärfe, brauche ich keine scharfen Sachen auf dem Teig, denn der Teig ist der Weg.

Verschlossene Typen bestellen Calzone

Vorsicht vor Menschen, die allen Ernstes auf ihrer Pizza Plockwurst tolerieren. Die gibt es nur auf billiger Pizza. Ich wage nicht, mir vorzustellen, was das Plock eigentlich für ein Tier ist. Ein Hybrid aus allem, was ein Küchenboden am Ende eines Tages noch zu geben hat? Den grundsätzlich verschlossenen Typen erkennen Sie schnell: Er bestellt Calzone.

DER ESSZENDENT: Wie wird gegessen? Penible Geister schneiden erst mal den Rand weg, weil der ihnen nicht schmeckt. Auch Menschen mit Selbstbestrafungstendenz schneiden den Rand ab, essen den aber zuerst, bis das, was ihnen eigentlich schmeckt, erkaltet ist. Schüchterne trotzen dem großen Ganzen nur kleine Winkel aus der Seite ab, zupackende Charaktere schneiden beherzt durch die Mitte und vierteilen. Achteln ist auch noch okay. Zwanghafte verraten sich beim 32steln.

Bewegungsunfähig wie eine Schlange

Wie lange jemand für seine Pizza braucht, spricht Bände. Reichen die Finger einer Hand, um die Minuten zu zählen, dann sollte man die Finger von dem Typen lassen. Anschließend wird er im Verdauungskoma träge in der Ecke hocken, bewegungsunfähig wie eine Schlange, die gerade ein Kaninchen unzerteilt verschlungen hat. Der gierige ist nicht mit dem impulsiven Typ zu verwechseln. Letzterer kann sich nicht beherrschen und isst die leckeren Sachen direkt vom Teig weg, bisweilen sogar ohne Gabel.

Drittens: Konstellation und Haus. Die höchste Stufe der pizzaastrologischen Erkenntnis birgt das Sozialverhalten. Wann fällt der Satz: "Willst du mal bei mir probieren?" Erst wenn derjenige selbst bereits satt ist oder - prognostisch günstiger - bereits zu Beginn? Der Umgang mit der Rechnung ist der letzte große Hinweis. Großzügige Menschen bezahlen "a la Romana" oder, wie der Italiener sagt: "alle susamme". Jeder wirft seine Restmünzen in die Mitte und schaut möglichst unauffällig, bis genug zusammengekommen ist. Anschließend darf jeder das Gefühl haben, er hätte mehr bezahlt als die anderen. Werden Sie zur Pizza eingeladen, achten Sie darauf, in welches Haus! Der exklusive Italiener um die Ecke, Pizza Hut oder Mikrowelle?

Nahrung prägt

Wenn Sie die Pizza-Seelenkunde beherrschen, können Sie sich noch anderen Lebensmitteln zuwenden. Wie sehr uns die Nahrung prägt, habe ich am eigenen Leib erfahren. Ich aß eine Woche lang nur Sonnenblumenkerne - und merkte beim Spazierengehen: Mein Kopf dreht sich mit der Sonne! Man isst, was man ist!

Dieser Artikel stammt aus unserem Archiv. Zum Start des Magazins "DR. v. HIRSCHHAUSENS STERN GESUND LEBEN" spielen wir die besten Kolumnen des Arztes.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.