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Heldin der Gesundheit: Melina Delventhal, 24, Notfallsanitäterin: "Ich habe meine Berufung gefunden"

Melina Delventhal, 24, ist Notfallsanitäterin beim Deutschen Roten Kreuz in Hamburg-Harburg. Im Ernstfall rettet sie Ihr Leben.

Melina Delventhal in ihrer Arbeitskleidung

Im Rettungswagen: Melina Delventhal in ihrer Arbeitskleidung – allein die Sicherheitsschuhe wiegen rund 1,5 Kilo

Kein Tag ist wie der andere in meinem , ich lerne ständig dazu. Seit drei Jahren mache ich eine Ausbildung zur Notfallsanitäterin. Meine Kollegen und ich sind die Ersten vor Ort, wir versorgen die Patienten bis der Notarzt eintrifft. Wir kommen Menschen in einer Extremsituation persönlich sehr nahe. Ich muss alle möglichen Krankheitsbilder kennen, buchstäblich von Kopf bis Fuß, und sie in einer Notfallsituation einordnen können. Faszinierend finde ich auch die Technik: die Geräte, aber auch die Einsatztaktik – wie gehen wir zum Beispiel bei einem Massenanfall von Verletzten vor, bei uns "MANV" genannt? Es ist auch eine Herausforderung bei Einsätzen den Rettungswagen zu fahren, mit Blaulicht. Ich kann von mir sagen: Ich bin angekommen, ich habe meine Berufung gefunden!

Ganz wichtig ist mir die Arbeit im Team – Retter sind keine Einzelkämpfer. Der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen ist ungeheuer groß: Wir können uns aufeinander verlassen, wir passen aufeinander auf, reden nach schwierigen und belastenden Einsätzen miteinander. Denn natürlich gibt es Situationen, die steckt man nicht so einfach weg. Man muss lernen, mit dem umzugehen, das gehört zum Beruf dazu. Meine erste Reanimation vergesse ich nie. Mir ging es sehr nahe, dass die Angehörigen dabei zusehen mussten, wie wir alles versuchten, aber den Patienten, einen älteren Mann, nicht retten konnten. Zum Glück hatte ich noch keinen Einsatz, bei dem ein Kind stirbt - das geht an keinem spurlos vorbei.

Meine Einstellung zum Tod hat sich nicht verändert, ich glaube, dass danach nichts kommt. Aber ich denke darüber nach, wie man würdevoll altert und stirbt. Oft kommen wir zu älteren Menschen, die verwahrlosen, weil sich niemand um sie kümmert. Das finde ich schlimm.

Durch meine Arbeit weiß ich mehr zu schätzen, einfach gesund zu sein. Ich sehe ja täglich, wie doof es laufen kann – auch für junge Menschen, zum Beispiel bei "VUs", den Verkehrsunfällen.

Der Job ist körperlich anstrengend. Eine Stunde Herzdruckmassage ist extrem anstrengend! Nach einer Nacht mit zwei Reanimationen hatte ich einmal richtig Muskelkater, meine Hände taten weh. Unser Notfallrucksack mit Medikamenten und Verbandszeug wiegt 20 Kilo, außerdem schleppen wir Geräte wie das EKG, die Beatmungsmaschine, den Defibrillator, und wir müssen Patienten auf der Trage transportieren. Um fit zu bleiben, mache ich Sport, bis vor kurzem Poledance, jetzt gehe ich ins Fitness-Studio oder zum Schwimmen.

Nach dem Abitur habe ich beim Bundesfreiwilligendienst eine Ausbildung zur Rettungssanitäterin gemacht, ursprünglich wollte ich Medizin studieren. Da es nicht so einfach ist, einen Studienplatz zu bekommen, habe ich mit Jura angefangen. Aber während der zwei Jahre Studium habe ich gemerkt, wie sehr mir der praktische Einsatz und die Kollegen fehlen.

Die meisten erwarten wohl eher Männer als Retter. Bei Einsätzen werde ich manchmal gefragt: "Können Sie das überhaupt, junge Frau?" Immer mehr Frauen trauen sich nicht nur Pflege, sondern auch Rettung zu. Es ist schön, wenn ich einen Mensch nach einem allergischen Schock sicher ins Krankenhaus bringe, ihn später in der Notaufnahme wiedersehe, er lächelt, weil die Medikamente wirken und es ihm besser geht, und er dann sagt: "Danke!"

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Aufgezeichnet von Catrin Boldebuck
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