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Polizisten gaben nicht auf: Mann überlebt trotz 40 Minuten ohne Puls

Eigentlich geben die meisten Rettungssanitäter nach 20 Minuten mit den Wiederbelebungsmaßnahmen auf, dann gilt ein Patient ohne Puls als tot. Doch im US-Bundesstaat North Carolina überlebte ein Mann, weil Polizisten einfach nicht aufgaben.

Ein Rettungssanitäter führt an einer Puppe eine Herz-Lungen-Massage durch

Eigentlich sind Rettungssanitäter nicht länger als 20 Minuten angehalten, Herz-Lungen-Wiederbelebung durchzuführen

42 Minuten lang kämpften zwei Polizisten aus dem US-Bundesstaat North Carolina um das Leben von John Ogburn. Der 36-Jährige hatte bei der Arbeit an seinem Laptop einen Herzstillstand erlitten, wie die britische BBC berichtet. Demnach waren die Beamten zufällig in der Nähe und konnten schon wenige Sekunden nach dem Notruf mit den wiederbelebenden Maßnahmen beginnen. Fast eine dreiviertel Stunde lang gaben sie Ogburn eine Herz-Lungen-Massage. Sie wechselten sich ab - bis der Puls des Mannes schließlich tatsächlich zurückkam.

Der Einsatz der Polizeibeamten aus Charlotte-Mecklenburg war erstaunlich, denn Rettungssanitäter müssen nur 20 Minuten lang Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen - danach gilt ein Patient ohne Puls als tot und nicht mehr zu retten. Doch die beiden Polizisten Lawrence Guiler und Nikolina Bajic gaben einfach nicht auf.

Gesund und munter nach 40 Minuten ohne Herzzschlag

Im Krankenhaus wurde Ogburn in ein künstliches Koma versetzt, damit sein Körper sich besser von der Belastung erholen konnte. Sechs Monate soll er nicht Auto fahren, sagten die Ärzte ihm, ansonsten sei er wieder munter und auch schon wieder bei der Arbeit. Er fühle sich ganz gut, sagte Ogburn der BBC, abgesehen von einer wunden Brust durch die 42 Minuten Druck. Durch die Kompressionen und den Defibrillator sei sein Brustkorb etwas wund, "aber wenn das alles ist, worüber ich mich beschweren kann, dann geht es mir wirklich gut", sagte er. Nun plane er, was er am besten aus seiner zweiten Chance im Leben macht. Seinen Lebensrettern ist er sehr dankbar - insbesondere weil sie mehr taten als sie mussten, bis sein Herz wieder schlug.

Vorfall könnte einige Regelungen umwerfen

Michael Kurz, Associate Professor an der University of Alabama School of Medicine, sagte der BBC: "Wir haben Belege dafür, dass in jeder Minute, in der das Herz eines Menschen nicht schlägt, und in der keine ordentliche Herz-Lungen-Massage durchgeführt wird, verringert sich die Chance zu überleben um zehn Prozent. Es seien kostbare Minuten gewesen, die die Polizisten vor Ort genutzt haben.

Nun wird laut BBC auch die 20-Minuten-Regelung für Rettungssanitäter überdacht. Denn Ogburns Fall zeigt, dass das Fenster für die Überlebensfähigkeit eben doch größer ist als gedacht. "Eine sofortige Herz-Lungen-Massage kann die Überlebenschancen bei einem Herzstillstand verdoppeln oder verdreifachen", sagte Kurz. "Die meisten Arbeitnehmer in den USA sind nicht vorbereitet, Herz-Notfälle zu behandeln und das muss sich ändern."

jen

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