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Glücks-Ratgeber: Tipps zum Glücklichsein: Renner auf dem Buchmarkt

Bücher, die Tipps zum Glücklichsein liefern, liegen derzeit im Trend. Kein Wunder, denn in Zeiten der allgemeinen Verunsicherung ist der Wunsch nach Glück groß.

«Was ist Glück?» - fragte die evangelische Kirche 2002 auf riesigen Plakatwänden: «Eine Gehaltserhöhung? Eine Fahrkarte zur Fußball-WM? Erdbeerkuchen essen bei Oma?» Schon Goethes «Faust» stellte diese Frage und fand seine eigene Antwort: «Werd’ ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! Du bist so schön!» Heute gibt es die unterschiedlichsten Anleitungen zum Glücklichsein - ob Dalai Lamas «Weg zum Glück», Stefan Kleins «Glücksformel» oder Werner Küstenmachers «Simplify your life» - Bücher zum Thema Glück sind Renner und halten sich seit Monaten in den Bestsellerlisten.

Bücher zum Thema Glück sollen Sinnfragen beantworten

«Die Menschen glauben heute, ihr Schicksal selbst bestimmen zu können», sagt Andreas Steinle vom Hamburger Trendbüro für gesellschaftlichen Wandel. «Daher glauben sie auch an den Satz: Glück ist machbar.» Ob im Kloster, an der Börse oder beim Sport: Es gebe viele verschiedene Möglichkeiten herauszufinden, was glücklich macht. «Daher kommen Bücher zum Thema Glück wie gerufen», meint der Trendforscher. Mit der Lektüre hofften die Menschen, Antworten auf ihre (Sinn-)Fragen zu finden. «Die Kirchen, die früher Orientierung gaben, haben ein Vakuum hinterlassen, das nun mit verschiedenen Inhalten gefüllt wird», sagt Steinle.

Die allgemeine Verunsicherung fördert die Glückssuche

«Die Menschen sind verunsichert - durch den drohenden Irakkrieg, die steigenden Arbeitslosenzahlen - und merken, dass sie sich auf äußere Dinge nicht mehr verlassen können», meint Ursula Nussbaum, Lektorin von Stefan Kleins Bestseller «Die Glücksformel». Deshalb suchten sie nun ihr Glück auf eigene Faust. «Mit den richtigen Übungen kann man seine Glücksfähigkeit steigern. Wir können unsere natürliche Anlage für die guten Gefühle trainieren, so wie wir uns eine Fremdsprache aneignen», verspricht der Autor. Dafür hat der Journalist wissenschaftliche Ergebnisse zum Thema Glück aufgespürt und zusammengefasst - vom Hirnforscher bis zum Biochemiker.

Erfolgstitel «Simplify your life»

Relativ leicht zu befolgen sind die Ratschläge von Einfach-Leben- Pfarrer Werner Tiki Küstenmacher, der mit Lothar Seiwert den Erfolgstitel «Simplify your life» geschrieben hat. «Wenn Sie ihren Ballast abgeworfen haben, wachsen ihnen Flügel» lautet das Credo: Der simplify-Weg beginnt mit dem Aufräumen auf dem eigenen Schreibtisch und endet beim Vereinfachen von Beziehungen. «Die Menschen verlieren heutzutage den Überblick und sehnen sich nach einfachen Dingen», erklärt Campus-Sprecherin Brigitte Hort den Erfolg des Buches, das bereits mehr als 150 000 mal verkauft wurde. Schon gibt es eine Fangemeinde mit Mail-Service, News-Letter und Tauschbörse.

Schwierige Tipps vom Dalai Lama

Schwieriger in die Tat umzusetzen dürften die Weisheiten des Dalai Lamas sein - setzen sie doch eine Sache voraus, die heute knapp bemessen ist: Zeit. «Ob alle Leser anfangen zu meditieren, mag ich zu bezweifeln», meint Rudolf Walter vom Herder Verlag. Vielmehr ginge es um eine neue Hinwendung zu Sinnfragen: «Viele Menschen in der Konsumgesellschaft merken, dass Glück nicht mit Haben gleichzusetzen ist und suchen nach anderen als materialistischen Werten.» Der Dalai Lama und auch der Benediktinermönch Anselm Grün («Das kleine Buch vom wahren Glück») stehen seiner Ansicht nach für bestimmte Lebenshaltungen. «Die Menschen suchen nach Glaubwürdigkeit. Und der Dalai Lama wirkt wie ein Mensch, der glücklich ist.»

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