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Verletzendes Meme: Das Netz machte sich über ihren Sohn lustig - doch diese Mutter wusste sich zu wehren

Der kleine Grayson Smith ist schwer krank. Als im Internet ein Meme auftaucht, das sich über den Jungen lustig macht, handelt seine Mutter sofort - und antwortet mit Liebe auf den Hass.

Grayson (3) mit seinen Eltern Jenny und Kendyl Smith

Grayson (3) mit seinen Eltern Jenny und Kendyl Smith

Der kleine Grayson Smith aus dem US-Bundesstaat Alabama ist eigentlich ein gewöhnliches Kind: Er liebt Mickey Mouse, Autos und Superman. Er spielt gerne mit seinen drei Geschwistern, fährt mit seiner Spielzeug-Eisenbahn durch das Wohnzimmer oder betrachtet sein Star Wars-Laserschwert, das im Dunkeln so schön grün leuchtet. Man kann sagen, dass Grayson für einen Dreijährigen ein ziemlich normales Leben führt – wären da nicht die gesundheitlichen Einschränkungen, die den Kleinen schon sein Leben lang begleiten.

Grayson kam am 15. Februar 2013 mit einer Reihe von Fehlbildungen auf die Welt: Sein Kopf war deformiert, seinen Daumen fehlten die Knochen und an jedem Fuß hatte er nur drei Zehen. Außerdem litt er an einem Herzfehler. "Die Ärzte gaben ihm nur eine Woche, im besten Fall zwei Wochen zu leben", erinnern sich seine Eltern Jenny und Kendyl Smith. Doch der kleine Grayson belehrte die Mediziner eines Besseren - und kämpfte.

Heute, dreieinhalb Jahre später, ist der Zustand des Kleinen zwar immer noch kritisch, doch er hat sich weitgehend stabilisiert. Grayson wurde ingesamt 24-mal operiert. Während eines Eingriffs konnten Ärzte seinen Herzfehler beheben, auch sein Gehirn und der Kopf mussten immer wieder operiert werden. Die medizinische Versorgung ist teuer und bringt Graysons Eltern an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit. Auf der Facebook-Seite  "Grayson's Story" berichten sie daher aus dem Familienalltag, posten Bilder und hoffen so, auch Spenden für die Behandlung des Kleinen sammeln zu können. Rund 25.000 Menschen folgen Grayson und seiner Familie.

Mutter wehrt sich gegen geschmackloses Meme

Im November vergangenen Jahres bekam Jenny Smith eine Nachricht eines Abonnenten. Dem User war im Netz ein Foto des Jungen aufgefallen. Es zeigte Grayson in einem Auto, in seinen Händen hielt er einen Kürbis. Darüber prangte die Überschrift: "So sieht es aus, wenn deine Eltern in Wahrheit Cousins sind" - verletzende Worte, die sich auf Graysons Äußeres bezogen. Ein Unbekannter hatte offenbar ein Foto von der Homepage kopiert und in ein geschmackloses Meme verwandelt, das sich im Netz verbreitete.

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Jenny Smith war entsetzt: "Als ich das Foto sah, rutschte mir mein Herz in die Hose", berichtet sie gegenüber der "BBC". "Es war Grayson's erster Ausflug zum Kürbisfeld, er hatte den ersten Kürbis seines Lebens gepflückt. Ich musste mich wehren, weil ich nicht wollte, dass man ihm diesen besonderen Tag nahm und in etwas so Furchtbares verwandelte."

Smith kontaktierte die Seitenbetreiber, auf denen sich das Meme verbreitete und bat sie, das Bild zu löschen. Außerdem drehte sie den Spieß kurzerhand um und begann, eigene Memes mit Grayson zu posten. Sie tragen Überschriften wie: "So sieht es aus, wenn du weißt, dass du geliebt wirst" oder "So sieht es aus, wenn du deinen Superhelden im Arm hälst."

Die Bilder sind für Graysons Familie ein Zeichen der Liebe an ihren Sohn, aber auch ein klares Statement an die Internet-Trolle da draußen: "Ihr werdet nicht gewinnen", ist sich Graysons Mutter sicher. "Alles, was ihr macht, macht uns nur noch stärker."

ikr

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