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Gefährliche Influenza: Grippewelle: Warum man sich jetzt schon impfen lassen sollte

Tausende Deutsche sterben jährlich an den Folgen einer Grippe. Wer das Risiko, sich die Viren einzufangen, begrenzen will, sollte sich bereits jetzt impfen lassen. Denn wann die nächste Influenzawelle Deutschland erreicht, können selbst Experten nicht sicher sagen. 

Ab Oktober sollten sich vor allem ältere Menschen und Schwangere impfen lassen

Mehr als 15 Millionen Impfdosen hat das Bundesinstitut für Impfstoffe im hessischen Langen bisher für die Grippesaison 2019/2020 freigegeben. 

DPA

Alle Jahre wieder schwappt eine Grippewelle durch die Büros und Wohnzimmer der Deutschen. Mal türmt sie sich mächtig auf, mal fällt sie moderater aus – wie in der Influenzasaison 2018/2019. Während sich da nur knapp vier Millionen Menschen schwer verschnupft und mit schmerzenden Gliedern zum Hausarzt schleppten, waren es im Jahr zuvor rund neun Millionen. Und auch wenn die Experten vom Robert-Koch-Institut (RKI) nicht sicher vorhersagen können, mit welcher Wucht die Grippeviren in der Saison 2019/2020 über Deutschland herfallen: Risikopatienten empfiehlt das RKI, sich schon im Oktober oder November impfen zu lassen. Auch, wenn die Erkrankungszahlen zumeist erst im Januar signifikant steigen.

Wann beginnt die nächste Grippewelle?

Die Grippewelle mit höheren Erkrankungszahlen beginnt meist im Januar und dauert drei bis vier Monate. Die ersten Fälle können aber auch schon früher auftreten. Die Grippewelle in der Influenzasaison 2018/2019 begann beispielsweise Anfang Januar und endete Anfang April. Wie lange eine Grippewelle dauert, ist aber nicht vorhersagbar.

Wie heftig wird die nächste Grippewelle ausfallen?

Die Stärke der Grippewellen schwankt von Jahr zu Jahr erheblich. Das zeigt etwa ein Blick auf die influenzabedingten Arztbesuche: In der eher moderaten Influenzasaison 2018/2019 gab es 3,8 Millionen Besuche, in der Saison 2017/2018 dagegen rund neun Millionen. Während dieser besonders starken Grippewelle starben laut RKI 25.100 Menschen. Das ist die höchste Zahl in den vergangenen 30 Jahren. 

Wann ist die beste Impfzeit?

Die Impfung sollte schon im Oktober oder November erfolgen. Eine Impfung kann auch später nachgeholt werden, selbst zu Beginn einer Grippewelle. In diesem Fall steigt aber das Risiko, sich zu infizieren. Denn der vollständige Impfschutz ist erst nach zehn bis 14 Tagen aufgebaut.

Erkältung vs. Grippe – was ist der Unterschied?

Ein grippaler Infekt, wie eine Erkältung auch genannt wird, hat mit der echten Grippe nichts zu tun. Er wird durch unterschiedliche Erreger verursacht. Im Gegensatz zu einer normalen Atemwegserkrankung, die meist nach wenigen Tagen überstanden ist, schlägt die Virusgrippe schnell und heftig zu. Symptome sind in der Regel plötzlich auftretendes hohes Fieber über 39 Grad Celsius, Schüttelfrost, Muskelschmerzen, Schweißausbrüche, allgemeine Schwäche, Kopf- und Halsschmerzen, Schnupfen und trockener Reizhusten. Nicht jeder Infizierte erkrankt allerdings auch.

Wer sollte sich impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Schutzimpfung insbesondere Menschen über 60 Jahre, chronisch Kranken mit Grundleiden wie Diabetes, Asthma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, medizinischem Personal und Pflegekräften sowie Schwangeren. Die ausdrückliche Empfehlung etwa für Risikopatienten bedeutet aber nicht, dass allen anderen von einer Impfung abgeraten wird. 

Schützt eine Grippeimpfung in jedem Fall?

Nein, einen hundertprozentigen Schutz vor Grippe gibt es nicht. Nach Angaben des RKI ist etwa die Hälfte der Geimpften geschützt. Die Unsicherheit betrifft vor allem Ältere, deren Immunsystem generell weniger gut auf Impfungen anspricht. Es hat aber auch mit den sich ständig ändernden Viruseigenschaften zu tun. So kommt es vor, dass die zirkulierenden Influenzaviren nicht perfekt mit den im Impfstoff enthaltenden Virusstämmen übereinstimmen. Deshalb kann es auch bei Geimpften zu einer Influenzaerkrankung kommen, in der Regel aber mit milderem Verlauf.

js / DPA

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