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Blick zurück Heute vor einem Jahr starb der erste Corona-Infizierte – er war der erste von fast zwei Millionen

Wuhan Hospital
Wuhan, im Januar 2020: Mitarbeiter eines Krankenhauses versorgen einen Corona-Infizierten. Damals war noch von einer "geheimnisvollen neuen Lungenkrankheit" die Rede.  
© AFP
Vor zwölf Monaten starb der erste Mensch an den Folgen einer "geheimnisvollen Lungenkrankheit". Die weitere Entwicklung konnte sich damals noch niemand ausmalen.

Am Donnerstag, 9. Januar 2020, starb ein 61-Jähriger in Wuhan in China an den Folgen einer Corona-Infektion. Er war der erste von mittlerweile mehr als 1.900.000 Menschen weltweit, die an oder mit Covid-19 starben, das neuartige Coronavirus löste eine globale Pandemie aus. Diese Entwicklung war jedoch damals noch nicht abzusehen: "Mysteriöse Lungenkrankheit in China: Erster Todesfall", meldete die Deutsche Presse-Agentur seinerzeit. Über den Toten wurde noch bekannt, dass er an Krebs und einer chronischen Lebererkrankung litt. Er gehörte also mit seinem Alter und seinen Vorerkrankungen zur Risikogruppe besonders gefährdeter Menschen, wie man heute weiß. Damals war dieser Umstand noch unbekannt. 

Der Tote gehörte wie die meisten anderen der ersten Infizierten zu den Besuchern des Huanan-Marktes für Fische und Wildtiere, der heute als Ursprungsort der Pandemie gilt. Vor einem Jahr wurde aber noch darüber gerätselt, ob die Infektionen nur von Tieren ausgingen oder ob auch ein Mensch einen anderen infizieren kann. Für letzteres gab es zu dem Zeitpunkt keine Nachweise. "Es sind keine klaren Erkenntnisse für eine Übertragung von Mensch zu Mensch gefunden worden",  zitierte DPA damals die Gesundheitskommission von Wuhan.

Es war aber immerhin bereits herausgefunden worden, dass ein neuartiger Typ aus der Gruppe der Coronaviren die Krankheit, die später als Covid-19 weltbekannt wurde, auslöste. Wenige Tage später stellte die Charité den weltweit ersten Test zum Nachweis des Virus vor, den eine Arbeitsgruppe rund um den Virologen Christian Drosten (auch ein Name, der in den folgenden Monaten noch große Bekanntheit erlangen sollte) entwickelt hatte. 

Übersicht: Entwicklung der Todesfälle im Zusammenhang mit Corona

Hinweis: Die untenstehenden Grafiken zeigen im Vergleich die Infektionen und Todesfälle weltweit und in ausgewählten Ländern. Die Daten stammen von der Johns-Hopkins-Universität. Bei fehlerhafter oder fehlender Darstellung klicken Sie bitte hier. 

Mehr Daten zum Corona-Virus finden Sie hier

Viele Fragen rund um Corona und Covid-19 sind noch offen

Heute, nur ein Jahr nach dem ersten Todesfall, gibt es Impfstoffe gegen das Virus. Sie wurden in Rekordzeit entwickelt, der erste zugelassene stammt ebenfalls aus Deutschland. Viele Facetten des Coronavirus und der Krankheit Covid-19 geben den Forschern jedoch noch immer Rätsel auf: Es gibt noch immer kein Medikament zur Behandlung der Krankheit, auch die Frage nach der Immunität nach einer Infektion ist noch nicht final beantwortet. 

Zum Zeitpunkt des ersten gemeldeten Covid-Todesfalls hatten sich 41 Menschen nachgewiesen mit dem Coronavirus infiziert. Die chinesischen Behörden sorgten sich vor allem darum, dass die Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest das Virus - falls es denn wirklich durch den Menschen übertragbar wäre - durch das Land tragen könnte. Dass sich aus den Infizierten vom Huanan-Markt eine weltweite Pandemie mit - Stand heute - fast 90 Millionen Infizierten entwickeln würde, ahnten sie wohl in ihren wildesten Alpträumen nicht. Auch die Weltwirtschaft wurde durch Lockdowns, Grenzschließungen andere Maßnahmen gegen die Ausbreitung in eine schwere Krise gestürzt. China mag die Pandemie im eigenen Land mittlerweile für beendet erklärt haben – vorbei ist sie noch lange nicht.

Rückblick im Video: Als die Gefahr erkannt war, wurde gehandelt: Innerhalb weniger Tage sollten in China zwei Kliniken für jeweils 1000 Patienten gebaut werden. Mit ihren zügigen Bauarbeiten haben die Chinesen schon einmal gegen eine Krankheit gekämpft.

rös

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