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Diagnose Lungenentzündung: Zusammenbruch vor laufender Kamera: Wie ernst steht es um Hillary Clinton?

US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton ist an einer Lungenentzündung erkrankt, auf einer 9/11-Gedenkfeier in New York brach sie zusammen. Die Erkrankung ist ernst und verlangt ihr nun vor allem eines ab: viel Ruhe.

Hillary Clinton steigt in ein Auto

US-Präsidentschaftkandidation Hillary Clinton leidet nach Angabe ihrer Ärztin an einer Lungenentzündung

Es sind Aufnahmen, die Hillary Clintons Wahlkampfteam Schweißperlen auf die Stirn treiben dürften: Die US-Präsidentschaftskandidatin steht vor einem schwarzen Van, umringt von Sicherheitspersonal. Clinton wankt, ihre Beine scheinen nachzugeben. Ein Mann im Anzug eilt ihr zur Hilfe, hakt seinen Arm bei ihr unter und zerrt sie in den Wagen. Dann endet die Aufnahme, die der US-amerikanische Fernsehsender "Fox News" auf Youtube veröffentlicht hat.

Der Clip entstand am gestrigen Sonntag und soll Hillary Clinton dabei zeigen, wie sie eine 9/11-Gedenkfeier in New York verlässt. Das Video ist gerade einmal 18 Sekunden lang, doch es hinterlässt einen bleibenden Eindruck: Hillary Clinton scheint gesundheitlich angeschlagen. Zunächst hieß es, die 68-Jährige habe infolge einer Überhitzung mit Kreislaufproblemen zu kämpfen gehabt. Nach Angabe ihrer Ärztin Lisa Bardack leidet Clinton jedoch an einer Lungenentzündung, die am vergangenen Freitag diagnostiziert worden sei.

Schwächeanfall bei Gedenkfeier: Video zeigt Clintons Moment des Taumelns


Bei einer Lungenentzündung (Pneumonie) ist das Gewebe der Lunge entzündet, was sich durch Symptome wie Husten, Auswurf und erschwertes Atmen zeigt. Sie kann durch verschiedene Erreger ausgelöst werden, etwa Viren und Pilze. In den meisten Fällen ist eine Lungenentzündung jedoch auf eine bakterielle Infektion zurückzuführen. Das scheint auch bei Hillary Clinton der Fall zu sein: Ihr sei ein Antibiotikum, also ein Mittel gegen Bakterien verschrieben worden, erklärte ihre Ärztin am Sonntagabend.

Nach Angaben des Lungeninformationsdienstes erkranken oft ältere Menschen mit einem geschwächten Immunsystem an einer Pneumonie. Allein in Deutschland bekommen die Diagnose jährlich zwischen 350.000 und 500.000 Menschen gestellt. Eine Lungenentzündung ist keine Lappalie: In Westeuropa ist die Pneumonie unter den Infektionskrankheiten die häufigste Todesursache. Wichtig ist deshalb eine frühe Diagnose und ein rascher Behandlungsbeginn, das Mittel der Wahl sind meist Antibiotika. Clinton wurde zudem geraten "sich zu schonen und ihre Terminplanung anzupassen", erklärte ihre Ärztin Lisa Bardack.

Hillary Clinton: Ist sie fit genug für eine Präsidentschaft?

Warum Clinton trotz der schweren Erkrankung an der Veranstaltung teilnahm, ist unklar. Gerüchte um ihre angeschlagene Gesundheit dürften allerdings zu ihrer Entscheidung beigetragen haben. Seit Längerem wird über den Gesundheitszustand der US-Präsidentschaftskandidatin spekuliert. Schon zu ihrer Zeit als Außenministerin hatte Clinton mit einer Reihe gesundheitlicher Probleme zu kämpfen. Im Dezember 2012 fiel Clinton infolge eines Magen-Darm-Infekts in Ohnmacht. Dabei zog sie sich eine Gehirnerschütterung zu, die ein Blutgerinnsel auslöste. Über Wochen konnte sie keine öffentlichen Auftritte absolvieren.

Die Gerüchte über ihre angeblich schlechte Gesundheit konnte Clinton seither nicht zerstreuen. Im Internet gibt es zahlreiche Einträge, in denen ihr ein Gehirntumor, Parkinson oder Demenz nachgesagt werden. Einige schreiben Clinton "anfallartige" Gesichtsausdrücke zu, andere meinen Zuckungen zu erkennen.

Trump wünscht Clinton gute Besserung

Donald Trump, der seine Rivalin in der Vergangenheit immer wieder wegen ihrer angeblich fragilen Gesundheit attackiert hatte ("Sie ist nicht stark genug, um Präsidentin zu sein"), hielt sich diesmal zurück. Er wünschte ihr gar gute Besserung. "Ich hoffe, dass es ihr bald besser geht", sagte der Präsidentschaftskandidat der Republikaner am Montag im Sender Fox. "Irgendwas geht vor sich - ich hoffe, dass sie bald wieder auf den Beinen und zurück im Rennen ist", sagte Trump. "Natürlich ist das ganze ein Problem." Er glaube nicht, dass die Demokraten nach einem neuen Kandidaten suchten, sagte Trump. "Aber was auch immer passiert, ich bin bereit."

ikr/AFP/DPA

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