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Historie: Von der Legende zur Königsdisziplin

Knapp 40 Kilometer mussten die Läufer beim erste Marathon der Neuzeit bewältigen. Seit 1908 sind es genau 42,195 Kilometer. Warum? Auf besonderen Wunsch des englischen Königshauses.

Der Marathon wird unter den Freizeitläufern als eine Art Königsdisziplin angesehen. Die 42,195 Kilometer lange Strecke hat ihren Ursprung in einer antiken Legende. Im September 490 v. Chr. stand auf der Küstenebene bei Marathon westlich von Athen ein zahlenmäßig weit überlegenes Heer der Perser den Streitkräften Athens gegenüber. Dennoch gingen die Athener als Sieger aus der Schlacht hervor. Der siegreiche Feldherr Miltiades schickte daraufhin einen Boten in die etwa 40 Kilometer entfernte Heimat. Angeblich konnte der völlig erschöpfte Krieger auf dem Marktplatz Athens gerade noch verkünden: "Wir haben gesiegt!" bevor er tot zusammenbrach.Zwar wird auch heute der Marathonlauf gern als "Matterhorn des kleinen Mannes" bezeichnet(Lauftrainer Herbert Steffny), aber bei richtiger Vorbereitung können auch geübte Freizeitjogger diese Strecke ohne gesundheitliche Schäden bewältigen. Wichtig ist ein 10 bis 12 Wochen langes intensives Ausdauertraining mit mehreren langen Läufen mit bis zu 30 Kilometer Länge.

Der erste offizielle Marathonlauf in der Geschichte wurde von Michel Bréal und Pierre de Coubertin, dem Begründer der Olympischen Spiele der Neuzeit, initiiert. Bei den Spielen im Jahr 1896 betrug die Strecke allerdings zunächst knapp 40 Kilometer. Die heute gültige Distanz wurde erstmals bei den Olympischen Spielen 1908 in London gelaufen. Das englische Königshaus äußerte seinerzeit den Wunsch, den Start vom Fenster des Schlosses Windsor aus zu sehen. Der daraus entstehende Kurs betrug - rein zufällig - genau 42,195 Kilometer.

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