HIV Schimpansen infizierten sich über Affenfleisch mit HIV


Amerikanische und englische Wissenschaftler sind dem Ursprung von Aids einen Schritt nähergekommen. Schimpansen steckten sich beim Verzehr von infiziertem Fleisch mit dem Virus an.

Amerikanische und englische Wissenschaftler sind auf der Suche nach dem Ursprung von Aids einen Schritt weitergekommen: Sie verfolgten den Vorläufer des HI-Virus’ zu zwei Virusstämmen in afrikanischen Affen zurück. Das Virus sei wahrscheinlich auf Schimpansen übergegangen, als diese das Fleisch infizierter Affen gefressen hätten, erklärte sie. Bisher ist bekannt, dass das Virus HIV1, das die am weitesten verbreitete Form von Aids auslöst, von dem in Schimpansen gefundenen SIV abstammt. Wie die Schimpansen sich infizierten, war jedoch bisher unklar.

Stämme wurden in Meerkatzenart gefunden

Die Wissenschaftler analysierten den genetischen Aufbau mehrerer SIV-Stämme in afrikanischen Affen. Sie kamen zu dem Schluss, dass sich mindestens zwei Stämme miteinander verbanden, um das heute in afrikanischen Schimpansen gefundene SIV zu bilden. Die beiden Stämme wurden in der Halsbandmangabe, einer Meerkatzenart, und der Großen Weißnasenmeerkatze gefunden. Wie die Forscher im Wissenschaftsmagazin "Science" vom Freitag berichteten, sprang diese Form des SIV auf den Menschen über.

"Die Rekombination dieser Affenviren geschah in den Schimpansen und die Schimpansen habe es dann bei mindestens drei Gelegenheiten auf den Menschen übertragen", sagte der Virologe Frederic Bibollet-Ruche von der Universität von Alabama in Birmingham. "Der Transfer zwischen Schimpansen und Menschen ereignete sich wahrscheinlich vor 1930." Drei Typen von HIV1, bezeichnet als M, N und O, seien wahrscheinlich vor Jahrzehnten auf den Menschen übergegangen. Eine zweite Form von HIV, HIV2, ging in Westafrika von der Rauchgrauen Mangabe direkt auf den Menschen über.

Bibollet-Ruche erklärte, Schimpansen und andere Affen stellten ein Reservoir für SI-Viren dar, die theoretisch auf den Menschen übergreifen und eine neue Immunschwächekrankheit bilden könnten. Die Viren seien dann von einer Art auf die andere übergesprungen, als die Schimpansen in Afrika Affenfleisch fraßen und Jäger das Schimpansenfleisch verzehrten. Genetische Studien deuteten an, dass sich kleinere Affen schon vor 100.000 Jahren mit SIV infiziert hätten. SIV greife die weißen Blutzellen der Affen an, löse jedoch keine Krankheit aus, sagte Bibollet-Ruche.

Paul Recer

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