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Coronavirus "Bis Sommer allen ein Impfangebot machen" – was soll das eigentlich heißen?

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Kanzlerin Merkel und Gesundheitsminister Spahn haben sich festgelegt: Bis zum 21. September wolle die Regierung "jedem Bürger ein Impfangebot machen können". Was bedeutet das eigentlich genau?

Wann können sich alle, die es wollen, gegen das Coronavirus impfen lassen?

Noch im Dezember präsentierte sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn "optimistisch, dass im ersten Halbjahr des nächsten Jahres wir allen ein Impfangebot machen können" (in der "Bild"-Zeitung) . Doch versprechen könne er nichts, beteuerte der CDU-Poltiker im selben Atemzug. Aus dem "ersten Halbjahr" wurde in späteren Äußerungen "bis zum Sommer" (im ZDF-"Heute Journal"), mitunter auch "im Sommer" (im "Redaktionsnetzwerk Deutschland") – immer vorbehaltlich weiterer erwarteter Impfstoffzulassungen.

"Impfangebot" bis zum 21. September

Inzwischen, nach dem sogenannten Impfgipfel vom Dienstag, nannte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sogar ein konkretes Datum: "Nach jetzigem Stand", mehr könne sie nicht sagen, gebe sie "das Versprechen, dass wir Ende des Sommer (...) am 21. September jedem Bürger ein Impfangebot machen können" (im Nordeutschen Rundfunk) – und zwar selbst dann, wenn die Impfstoff-Kandidaten von Johnson & Johnson sowie Curevac keine Zulassung erhalten würden.

Auffällig ist: Die Sprachregelung der Bundesregierung sieht offenbar die Formulierung "ein Impfangebot machen" vor. Merkel und Spahn verwenden sie fast gebetsmühlenartig – und sagen beispielsweise nicht: "Jeder, der will, kann sich bis zum Sommer impfen lassen."

Warum ist das so? Was steckt hinter der Formulierung von Kanzlerin und Gesundheitsminister? Das wollte auch Ingo Zamperoni wissen: "Heißt das, bis Ende des Sommers wird jeder geimpft oder weiß ich bis Ende des Sommers, wann ich geimpft werde – also vielleicht auch erst im Dezember?", fragte der ARD-"Tagesthemen"-Moderator am Dienstagabend Jens Spahn.

Spahns Antwort: Er habe den Begriff "Angebot" gewählt, "weil es mir darum geht, dass es freiwillig ist, also ein Angebot. Wir machen keine verpflichtende Impfung". Der Gesundheitsminister stellte klar: "Jeder, der will – mit dem, was wir heute wissen –, soll im Sommer seine erste Spritze gesetzt bekommen haben. Ob die zweite Spritze im Zeitintervall dann schon erfolgen konnte, das müssen wir dann sehen." Beispielsweise benötigten die beiden Verabreichungen des AstraZeneca-Impfstoffs einen Abstand von neun bis zwölf Wochen, erklärte Spahn. Doch: "Jeder der will, soll im Sommer seine Impfreihe begonnen haben. Das ist das Ziel."

Das (astronomische) Ende des Sommers ist in diesem Jahr übrigens am 22. September – vier Tage vor dem Termin der Bundestagswahl. 

Quellen: "Bild"-Zeitung, ZDF-"Heute Journal", "Redaktionsnetzwerk Deutschland", Norddeutscher RundfunkARD-"Tagesthemen"

wue

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