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Infektionsgefahr: Die Rückkehr der Weltraumsalmonellen

Ausflüge ins All machen aggressiv - zumindest wenn es um Salmonellen geht. Forscher haben die Krankheitserreger an Bord einer US-Raumfähre in den Weltraum geschickt und Erstaunliches herausgefunden: Nach ihrem Ausflug waren die Bakterien dreimal gefährlicher als zuvor.

Die Schwerelosigkeit des Alls scheint eine fatale Wirkung auf Salmonellen zu haben. Einige der Bakterien, die wohl am besten bekannt sind als Erreger von Lebensmittelvergiftungen, flogen im September 2006 mit einer US-Raumfähre ins All. Anschließend wurden Mäuse mit den All-Rückkehrern infiziert. Die Krankheitsquote war unter ihnen um ein Dreifaches höher als bei den mit irdischen Salmonellen in Kontakt gekommenen Mäusen. Die kranken Tiere starben auch schneller an den Bakterien, wie Forscher jetzt in der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" berichteten.

All verändert Salmonellen-Gene

"Wo immer Menschen auch hingehen, die Mikroben gehen mit uns.", erklärte Cheryl Nickerson, Außerordentliche Professorin am Zentrum für Infektionskrankheiten an der Universität von Arizona. "Ob wir in den Ozean gehen oder ins All, die Mikroben gehen mit uns und es wichtig zu wissen, wie sie sich verändern", sagte Nickerson. Dieses Wissen könne auch helfen, Gegenmittel gegen Infektionskrankheiten zu entwickeln.

Für ihr Experiment hatten die Forscher identische Salmonellenstämme in zwei Behälter gepackt und einen von ihnen ins All geschickt, wobei auf ähnliche Temperaturen bei beiden Gruppen geachtet wurde. Nach der Rückkehr der Raumfähre wurden Mäuse mit den Salmonellen infiziert und beobachtet. Nach 25 Tagen waren 40 Prozent der Mäuse noch am Leben, die mit den irdischen Salmonellen infiziert wurden. Bei den Mäusen mit den Weltraum-Salmonellen lebten nur noch zehn Prozent. Wie die Forscher herausfanden, hatten sich durch den Aufenthalt im All 167 Gene der Salmonellen verändert. Die Ursache ist aber noch nicht klar.

AP / AP

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