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Instagram: Gefährliche Idee: Einige Influencer wollen kein Wasser mehr trinken – um schöner zu werden

Einige Influencer predigen derzeit in den sozialen Netzwerken, kein Wasser mehr zu trinken. Stattdessen solle man nur noch Flüssigkeit aus Früchten zu sich nehmen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung warnt vor dem Trend. 

Immer wenn man denkt, es geht nicht mehr noch absurder, entwickelt irgendein Influencer den nächsten fragwürdigen Trend. Dieses Mal lautet er: #nowater. Einige Influencer haben sich dazu entschieden, kein Wasser mehr zu trinken. Nach eigenen Aussagen haben sie die Wasserindustrie durchschaut. Diese wolle ihnen weismachen, sie müssten ganz viel Wasser trinken, obwohl das nicht nötig sei. Meinen die Influencer. Unter dem Hashtag #nowater beschreiben sie die vermeintlich positiven Auswirkungen auf ihre Gesundheit, seitdem sie kein herkömmliches Wasser mehr trinken.

Die Influencerin Sophie Prana, die sich auf Instagram "pimpyourprana" nennt, behauptet stolz, schon seit einem Jahr kein Wasser mehr getrunken zu haben. Wie sie auf Instagram schreibt, trinke sie nur noch "lebendes Wasser". Lebendes Wasser ist für die Influencerin alles, was von Natur aus Wasser enthält, also beispielsweise Obst.

Andere Influencer wie Alise Miksta tun es ihr gleich. Miksta betont auf ihrem Account, wie wichtig es sei, Flüssigkeit zu sich zu nehmen – jedoch nur "lebende Flüssigkeit" aus Früchten. 

Prana zählt auf, was sich bei ihr alles verbessert habe, seitdem sie kein Leitungswasser oder Wasser aus Flaschen mehr zu sich nehme: Sie habe bessere Haut, keine geschwollenen Augen und keine Essensallergien mehr. Die Botschaft an ihre mehr als 18.000 Abonnenten lautet nun: "Du brauchst kein Wasser, um hydriert zu bleiben. Dadurch fühlst du dich nur aufgedunsen. Wenn du anfängst zu fasten, merkst du schnell, dass dein Körper kein Wasser braucht." 

"Jeder Erwachsene sollte 1,5 Liter Wasser am Tag trinken"

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sieht das anders. "Erwachsene sollten jeden Tag rund 1,5 Liter Wasser trinken", sagte die Ernährungswissenschaftlerin Silke Restemeyer NEON. Sie warnt vor den Folgen von zu wenig Flüssigkeitszufuhr. "Der Körper kann dann harnpflichtige Substanzen nicht mehr ausreichend ausscheiden und die Versorgung von Muskel- und Gehirnzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen wird eingeschränkt. Kopfschmerzen, verringerte körperliche Leistungsfähigkeit und Verstopfung können die Folge sein."

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Die RTL-Ernährungsberaterin Nora Rieder hat einen Grund dafür gefunden, warum sich bei der Yoga-Lehrerin und Influencerin Sophie Prana bestimmte Probleme verbessert haben könnten. Dies liege nicht daran, dass sie auf klassisches Wasser verzichtet habe. "Das ist bei jeder Form des Fastens der Fall", stellt Rieder klar. "Dass sie ihre geschwollenen Augen los ist, wird größtenteils an der salzarmen Ernährung, dem Verzicht auf verarbeitete Lebensmittel und den vielen in Obst und Gemüse enthaltenen Antioxidantien liegen."

Diese Probleme könnten auch gelöst werden, ohne auf Wasser zu verzichten. "Den gleichen Effekt würde sie vermutlich mit einer salzarmen und entzündungshemmenden Ernährung mit viel natriumarmem Wasser erzielen."

Quellen: Instagram/Sophie Prana, Instagram/Alise Miksta, rtl.de

ame

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