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Migräne: Vorbeugen ohne Medikamente

Wer einer Migräne vorbeugen möchte, kann dies auch ohne Medikamente tun. Es gibt diverse Techniken und alternative Methoden, mit denen sich Betroffene vor der nächsten Migräne-Attacke schützen können.

Um Migräne-Attacken vorzubeugen, hilft es, wenn Sie ein Migräne-Tagebuch führen. Darin protokollieren Sie, unter welchen Umständen die Anfälle auftreten. So können Sie Auslöser erkennen und in Zukunft meiden.

In den Kalender gehören folgende Notizen:
  • wie oft die Schmerzen auftreten,
  • auf welche Weise sie einsetzen,
  • wie lange sie anhalten,
  • wie stark sie sind,
  • ob sie bei körperlicher Tätigkeit zunehmen,
  • welche Symptome die Attacke begleiten,
  • zu welcher Tageszeit sie auftreten,
  • in welchen Situationen sie sich äußern.

Vordrucke solcher Tagebücher erhalten Sie bei Ihrem Neurologen oder bei verschiedenen Selbsthilfe-Gruppen.

Kirsten Milhahn

Entspannungstechniken

Entspannungstechniken helfen bei Migräne und anderen Kopfschmerzen. Egal, ob Sie Yoga machen, autogenes Training, die
progressive Muskelentspannung nach Jacobson
oder ein Biofeedback-Verfahren ausprobieren. Denn Schmerzen führen auf Dauer unbewusst zu Muskelverspannungen, die den Kopfschmerz noch verschlimmern können.

Die progressive Muskelentspannung nach Jacobson ist ein bewährtes Entspannungsverfahren. Denn wenn sich die Muskeln entspannen, verringert sich auch der Kopfschmerz.

Mit Hilfe der Progressiven Muskelentspannung nach Jacobson lernen Sie unter Anleitung Schritt für Schritt, wie sich angespannte Muskeln anfühlen und wie entspannte. Anschließend bringt die Therapeutin Ihnen bei, Ihren Körper bewusst zu entspannen.

Am Ende des Trainings können Sie sich willentlich schnell entspannen, sobald sie Anzeichen einer Anspannung bei sich wahrnehmen. So können Sie Stress-Situationen besser durchstehen. Kopfschmerzen treten dann meist seltener auf.

Kirsten Milhahn

Biofeedback-Verfahren

Biofeedback-Verfahren geben Ihnen eine Rückmeldung über Ihren eigenen körperlichen Zustand. Bei der Biofeedback-Methode, die bei Migräne eingesetzt wird, sind es die Zustände der Hirn-Arterien, die rückgemeldet werden.

Für das Verfahren bei Migräne klebt der Therapeut einige Elektroden auf den Kopf. Das ist völlig ungefährlich. Die Elektroden sind passiv und senden keine eigenen Signale aus. Die Elektroden leiten die aufgenommenen Impulse weiter an einen Computer, der sie anschließend auf dem Monitor grafisch darstellt. Auf dem Bildschirm können Sie erkennen, ob Ihre Arterien verengt oder erweitert sind.

Während des Trainings entwickeln Sie allmählich ein Gespür dafür, in welchem Zustand sich Ihre Arterien befinden: Bei Stress sind sie zu weit, bei Entspannung nicht. Das Ziel eines solchen Biofeedbacks ist es, zu lernen, wie Sie im richtigen Moment willentlich ihre Anspannung reduzieren können.

Sie können zum Beispiel an etwas Angenehmes denken oder zuvor gelernte Entspannungstechniken nutzen. So bekommen Sie das Gefühl, ihre Migräne besser kontrollieren zu können. Sie fühlen sich dem Schmerz weniger ausgeliefert.

Kirsten Milhahn

Patienten-Seminare

In Patienten-Seminaren lernen die Teilnehmer alles über ihre Erkrankung und wie sie im täglichen Leben damit gut umgehen können. Sie erfahren, was Sie im Akutfall tun können, welche Medikamente Ihnen helfen und wie Sie ihren Alltag ändern können, um die Schmerzen zu vermeiden. Die Sitzungen leiten Ärzte, die eigens auf dem Gebiet geschult sind.

Kirsten Milhahn

Konkordanz-Therapie

Die Konkordanz-Therapie ist ein Verhaltenstraining für Migräne-Patienten. Es hilft ihnen, ihre Körpersignale in schwierigen Situationen besser wahrzunehmen. Denn oft verbergen Betroffene ihre belastende Gedanken hinter einer äußeren Fassade, die ihrem Gegenüber genau das Gegenteil von dem vermittelt, was sie gerade empfinden. Sie trainieren, ihre Gefühle offen auszudrücken sowie ihre Sorgen und Probleme zu äußern. Ärzte und Psychologen, die auf die Behandlung von Kopfschmerzen spezialisiert sind, führen solche Therapien durch. Die Kosten dafür tragen in der Regel die gesetzlichen Krankenkassen.

Kirsten Milhahn

Sport

Sport schafft Ausgleich und Entspannung. Attacken treten dadurch nachweislich seltener auf. Am besten eignen sich Ausdauersportarten wie Laufen, Walken, Schwimmen oder Radfahren. Vorsicht: Wer über seine Kräfte trainiert, riskiert wiederum einen Schmerzanfall.

Kirsten Milhahn

Akupunktur

Einigen Betroffenen hilft Akupunktur. Studien zeigen, dass die traditionelle chinesische Akupunktur zwar nicht besser wirkt als eine Schein-Akupunktur. Dennoch haben sich beide Methoden wirksamer erwiesen als die Alternative, ganz darauf zu verzichten. Fraglich ist, ob tatsächlich das Nadeln den Schmerz lindert oder ob der Erfolg auf der Zuwendung und Fürsorge während der Therapie basiert. Der Versuch sei es dennoch wert, meinen viele Mediziner.
Kirsten Milhahn
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