Lungenkrankheit SARS Massen-Quarantäne in Hongkong


Hongkong ergreift drastische Maßnahmen zur Eindämmung der asiatischen Lungenentzündung. Mehr als 1000 Menschen, die «engen Kontakt» zu Patienten hatten, werden zwangsweise zu Hause unter Quarantäne gestellt.

Hongkong ergreift drastische Maßnahmen zur Eindämmung der asiatischen Lungenentzündung. Mehr als 1000 Menschen, die "engen Kontakt" zu Patienten hatten, werden zwangsweise zuhause unter Quarantäne gestellt. Von Samstag an werden alle Schulen für eine Woche geschlossen. Auch müssen Reisende bei der Einreise künftig Gesundheitserklärungen abgeben. Alle Krankenhäuser sollen einen von der Universität von Hongkong entwickelten Diagnosetest erhalten, um die Erkrankung möglichst früh identifizieren zu können.

Geldstrafen oder Haft

Die Regierung hat eine Liste von 1090 Personen aufgestellt, die ihr Haus nicht verlassen, nicht zur Arbeit oder in die Schule gehen dürfen und täglich medizinisch untersucht werden müssen. Sonst drohen Geldstrafen und möglicherweise sogar Haft bis zu sechs Monaten. Zusätzlich wurde eine Liste von 600 Personen erstellt, die "sozialen Kontakt" zu Erkrankten hatten oder sich in ihrer Nähe aufgehalten haben. Dazu zählen Nachbarn oder Arbeitskollegen.

"Für unsere Gesundheit und die Gesundheit unserer Gemeinschaft müssen wir diese Schlacht gewinnen", sagte Regierungschef Tung Chee-hwa. Der neue Diagnosetest kann nach Angaben des Virologen Professor Malik Peiris innerhalb eines Tages ein Ergebnis zeigen. Damit könne festgestellt werden, ob ein Patient mit Symptomen tatsächlich unter dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom (SARS) leidet.

Flugbegleiterin möglicherweise erkrankt

Eine Flugbegleiterin der Singapore Airlines, die mit dem an SARS infizierten Arzt in der Maschine nach Frankfurt am Main reiste, ist möglicherweise an der schweren Lungenkrankheit erkrankt. Das teilte die Fluggesellschaft am Freitag in Singapur mit. "Sie hat Fieber und wurde als wahrscheinlicher Fall eingestuft", sagte ein Sprecher. Die Gesundheitsbehörden in Singapur stufen Personen, die Symptome des Schweren Akuten Atemwegssyndroms zeigen, als mutmaßliche Fälle ein, wenn sie Kontakt mit einer infizierten Person hatten.

Hongkong und die angrenzende südchinesische Provinz Guangdong sind die Zentren der Infektionswelle. Mit den jüngsten Zahlen aus China zählt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit mehr als 1408 SARS-Kranke und 53 Todesfälle. In Hongkong allein sind 367 Kranke und 10 Tote bekannt.


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