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Medizinischer interessanter Ansatz: Ärzte: Kleines Mädchen wird mit neuer Therapie von Krebs geheilt

Erstmals ist es Forschern gelungen, mit Hilfe von sogenannten Designer-T-Zellen eine aggressive Form von Leukämie bei einem kleinen Mädchen zu besiegen. Es ist ein interessanter Ansatz, doch ob er tatsächlich anderen Leukämiekranken hilft, ist offen.

Gentechnisches Verfahren

Gentechnisches Verfahren (Archivbild): Der kleinen Laya Richards konnte mit Designer-T-Zellen geholfen werden.

"Ein riesiger Schritt in die richtige Richtung": Mit einem bahnbrechenden neuen Verfahren haben Ärzte in London das Leben eines kleinen Mädchens gerettet. Sie ist der erste Patient weltweit, bei der sogenannte Designer-T-Zellen angewandt wurden, um den Krebs in ihrem Körper zu bekämpfen. Bei Laya Richards wurde im Alter von nur 14 Wochen eine besonders aggressive Form des Blutkrebses, die akute lymphatischen Leukämie, diagnostiziert. Die behandelnden Ärzte hatten bereits verschiedene Behandlungsmethoden wie Chemotherapie und eine Knochenmarkstransplantation bei Laya angewandt - ohne Erfolg.

Dann wurde Layas Familie das neue experimentelle Verfahren vorgeschlagen, welches sich am Krankenhaus gerade in der Entwicklung befindet. Bei der neuen Behandlungsmethode wurden die weißen Blutkörperchen, die T-Helferzellen von einem gesunden Spender so modifiziert, dass sie Leukämiezellen suchen und abtöten. "Sie war krank und hatte große Schmerzen, deshalb mussten wir etwas unternehmen", berichtet Layas Vater der Nachrichtenagentur AFP. "Die Ärzte erklärten uns, dass es selbst wenn wir das neue Verfahren ausprobieren, keine Garantie gäbe, dass es funktionieren würde - aber wir beteten."

"Wir waren überglücklich, als es funktionierte"

Kurz darauf erhielt Laya eine kleine Infusion mit den genetisch veränderten Zellen mit dem Namen UCART19. Einige Wochen später erfuhren die Eltern, dass das Verfahren angeschlagen hat. "Da es das erste Mal ist, dass das die neue Behandlung angewandt wurde, waren wir uns nicht sicher, ob und wann diese anschlagen würde. Wir waren überglücklich, als es funktionierte", so der behandelnde Professor Paul Veys, Leiter der Knochenmarkstransplantation am Great Ormond Street Hospital in London gegenüber AFP. "Ihre Leukämie war so aggressiv, dass so eine Reaktion beinahe einem Wunder gleicht."

Die Ärzte betonen jedoch, dass sich die neue Behandlungsmethode noch in der experimentellen Phase befindet. Die Ergebnisse müssten nun repliziert werden, doch das Verfahren sei vielversprechend. "Wir haben die Behandlung erst bei einem sehr starken kleinen Mädchen ausprobiert, wir sind vorsichtig damit zu behaupten, dass das neue Verfahren eine Option für alle Kinder ist", so Waseem Qasim, Professor für Zell- und Gentherapie im Great Ormond Street Hospital. "Aber dies ist ein Meilenstein in der Verwendung neuartiger Gentechnik - und die Ergebnisse für dieses Kind waren atemberaubend." Qasim fügte hinzu: "Wenn replizierbar könnte die Methode einen riesigen Schritt in der Behandlung von Leukämie und anderen Krebsarten darstellen."

amt
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