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Mick Jagger Vater mit 73 - wie riskant ist das fürs Kind?

Mick Jagger singt auf der Bühne.
Mick Jagger ist mit 73 Jahren noch einmal Vater geworden
© EPA/SEBASTIAO MOREIRA
Er hat es wieder getan: Der Rolling Stones-Frontman Mick Jagger ist zum achten Mal Vater geworden – mit 73 Jahren. Kann eine späte Vaterschaft gesundheitliche Gefahren für das Kind bergen?

In der Natur geht es nicht immer gerecht zu. Bestes Beispiel dafür ist das Thema Kinderkriegen. Frauen können nur bis zu einem gewissen Alter schwanger werden – spätestens mit Beginn der Wechseljahre ist Schluss. Der Grund hierfür liegt in den Eierstöcken: Sie können Eizellen nicht beliebig oft produzieren, sondern besitzen eine Art Vorrat, der nach und nach aufgebraucht wird.

Hinzu kommt: Mit dem Alter der Mutter steigt auch das Risiko für bestimmte Gendefekte des Kindes. Zu den bekanntesten zählt Trisomie 21, die auch unter dem Namen Down-Syndrom bekannt ist. Bei 25-jährigen Schwangeren liegt die Wahrscheinlichkeit ein Kind mit Down-Syndrom auf die Welt zu bringen, bei 1 zu 1350. Mit steigendem Alter nimmt das Risiko entsprechend zu – und liegt bei 40-jährigen Mütter bereits bei 1 zu 100. 

Auch eine späte Vaterschaft birgt gewisse Risiken

Doch wie sieht das Risiko bei älteren Vätern aus? Immer wieder machen Meldungen von Promi-Männern die Runde, die auch im späten Lebensalter noch Väter werden – und erwecken so den Anschein, dass Männer bis ins hohe Alter problemlos fruchtbar sind. Das jüngste Beispiel ist der Rolling-Stones Frontman Mick Jagger. Der britische Altrocker ist im Alter von 73 Jahren noch einmal Vater geworden. Seine 29-jährige Freundin Melanie Hamrick brachte gestern in New York einen gemeinsamen Sohn auf die Welt. Für Jagger ist es bereits das achte Kind.

Zwar stimmt es, dass Männer bis ins hohe Alter Spermien produzieren, doch auch an denen geht das Alter des Vaters nicht spurlos vorbei, wie die Deutsche Gesellschaft für Urologie auf ihrer Website erklärt. Ab Mitte 30 sinkt bereits die Qualität und die Beweglichkeit der Spermien. Außerdem funktionieren bei älteren Männern die Reparaturmechanismen für Gendefekte nicht mehr so zuverlässig wie bei jüngeren Vätern. In vielen Ländern seien deshalb Samenspenden von Männern jenseits der 40 nicht mehr zugelassen.

Risiko für Gendefekte "extrem gering"

Eine späte Vaterschaft wird etwa mit der Achondroplasie, einer Störung des Skelettwachstums, in Verbindung gebracht. Auch das sogenannte Apert-Syndrom und neuronale Störungen wie Autismus können mit dem Lebensalter des Vaters zusammenhängen. Dänische Forscher fanden heraus, dass Kinder von Vätern jenseits der 50 häufiger zu früh zur Welt kommen. Und auch das Risiko für einen Schwangerschafts-Bluthochdruck der Frau scheint in Verbindung mit dem Lebensalter des Vaters zu stehen.

All das mag sich bedrohlich anhören, das tatsächliche Risiko ist nach Angabe der Deutschen Gesellschaft für Urologie jedoch gering. So seien etwa Gendefekte des Kindes aufgrund des Alters des Vaters "extrem selten". "Insbesondere treten bei älteren Vätern eine längere Zeit bis zur Empfängnis und eine höhere Fehlgeburtenrate in Erscheinung", heißt es in der Mitteilung. "Im Übrigen ist das Alter der Frau entscheidend." So ungerecht das auch sein mag.

ikr

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